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Deutsche Börse - LSE Die Uhr tickt - "Deutsche Börse eigenständig kaum überlebensfähig"

16.03.2016, 15:49  |  1311   |   |   

Das Ding muss eingetütet werden! Der Chef der Deutsche Börse AG, Carsten Kengeter, ist besorgt. Er sorgt sich um die Handlungsfähigkeit des DAX-Konzerns, sollte die Fusion mit der London Stock Exchange (LSE) scheitern. Harter Tobak.


Die Begründung schickt der Börsen-Chef gleich hinterher: „Die Uhr tickt in Europa nicht nur für die LSE, sondern auch für uns. Wenn wir uns nicht schnell verstärken, dann wird das Unternehmen irgendwann so schwach sein, dass es nicht mehr agieren, sondern nur noch reagieren kann“, betont Kengeter im Interview mit dem „manager magazin".

Dominanz von Börsen in USA und China

Warum tickt die Uhr und dann noch so laut? Die Deutsche Börse sei im Verhältnis zu den großen amerikanischen und chinesischen Wettbewerbern so weit zurückgefallen, dass sie dringend handeln müsse. „Ansonsten können wir unsere hoheitliche Aufgabe, den Zugang zu den Kapitalmärkten für die deutsche Wirtschaft zu gewährleisten, bald schon nicht mehr erfüllen. Vom Gewinnauftrag unserer Aktionäre ganz zu schweigen“, warnte Kengeter. 

Doch von Kapitulation keine Rede. So wollen sich die Deutsche Börse und die LSE zu Europas größtem Marktplatzbetreiber zusammenschließen; Aktionäre und Aufseher müssen dem Deal noch zustimmen. Geführt von Kengeter, soll die Superbörse ihren rechtlichen Sitz in London und Hauptsitze ebendort sowie in Frankfurt haben. Gelingt der Aktienumtausch wie geplant, werden die jetzigen Eigentümer der Deutschen Börse 54,4 Prozent an dem neuen Unternehmen halten.

Sonst droht der Ausverkauf

Scheitert die Fusion mit London, fürchtet Kengeter den Ausverkauf der Börsenlandschaft in Europa. „Wenn dieser Zusammenschluss nicht zustande kommt, wird die europäische Kapitalmarktarchitektur wahrscheinlich bald in amerikanischen Händen liegen. Und ich muss nicht Chef der Deutschen Börse sein, damit mir bei diesem Gedanken schummrig wird.“



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