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Lottogewinner Neuer deutscher Lottorekord: 76,8 Millionen Euro – das traurige Schicksal vieler Lottogewinner

Gastautor: Rainer Zitelmann
26.03.2016, 16:38  |  4666   |   |   

Der Eurojackpot ist geknackt. Der Gewinn geht nach Nordrhein-Westfalen und ist der höchste, den je ein Deutscher im Lotto erzielte. Das Los vieler Lotteriegewinner ist jedoch eher traurig, wie ich in meinem 2015 erschienenen Buch „Reich werden und bleiben“ gezeigt habe. Selbst sehr hohe Lottogewinne sind keine Garantie für bleibenden Reichtum.

Viele Lottogewinner verloren ihr Geld nur wenige Jahre, nachdem sie es gewonnen hatten – egal, wie hoch der Gewinn ausfiel. Ein Beispiel ist der Arbeitslose David Lee Edwards aus Kentucky, der im August 2001 den Lotto-Jackpot des „Powerball“ knackte und 41 Mio. Dollar gewann. Knapp zwölf Jahre nach dem Lottogewinn starb er einsam in seiner Heimatstadt Ashland, zweieinhalb Autostunden von Cincinnati. Nach dem Lottogewinn hatte er noch gesagt: „Ich werde jetzt nicht anfangen, mir eine Villa zu kaufen oder teure Autos. Ich werde das Geld in großer Demut annehmen und empfinde es als Zeichen Gottes.“ So oder ähnlich sprechen die meisten Lottogewinner unmittelbar nach ihrem Gewinn. Doch viele handeln schon bald ganz anders.

Von dem Gewinn, von dem nach Steuern 27 Mio. Dollar übrig blieben, kaufte der damals 46-jährige Edwards für sich und seine 19-jährige Verlobte eine 556 qm große Villa in Florida zum Preis von 1,5 Mio. Dollar. Vor seiner Villa parkten so viele teure Autos – beispielsweise ein Lamborghini -, dass die Nachbarn glaubten, er betreibe illegal einen Autohandel. Kurz darauf kaufte er eine zweite Villa in Kalifornien, wo er dann einige seiner Luxuskarossen parkte.

Wenige Monate nach dem Lottogewinn lud der Lottokönig Edwards einen Fernsehsender zu sich nach Hause ein und zeigte stolz einen Fernseher für 30.000 Dollar, einen Gold- und Diamantenring für 78.000 Dollar sowie eine Sammlung von 200 Schwertern, Ritterrüstungen und Waffen, die er für 150.000 Dollar gekauft hatte. Es folgten Rennpferde, Privatflugzeuge und Drogen. Nach zwölf Monaten hatte er mit 12 Mio. Dollar schon die Hälfte seines Gewinnes verprasst. Als das Geld dann ganz ausging, konfiszierte die Bank das Haus, und er zog in eine Lagerhalle. Schließlich starb er verarmt. Seine Tochter, der er ein sorgenfreies Leben versprochen hatte, postete auf Facebook: „Es gibt kein Geld mehr. Alles ist weg.“

Ein prominenter Fall aus Deutschland war der von der Presse „Lotto-Lothar“ getaufte arbeitslose Teppichleger Lothar Kuzydlowski aus Hannover, der 1994 3,9 Mio. DM (= 2 Mio. Euro) gewann. Auch er kaufte sich einen Lamborghini und verprasste sein Geld für Alkohol, Partys und schöne Frauen. An einer Goldkette baumelte das Kürzel LLL für Lotto, Lothar, Lamborghini. Fünf Jahre nach dem Lottogewinn starb er an Leberzirrhose. Seine Witwe und seine Geliebte stritten jahrelang um sein Erbe.

Ein 49-jähriger Bauarbeiter aus Effelder in Thüringen hatte 1997 1,57 Mio. DM (= 803.000 Euro) gewonnen. Nach dem Lottogewinn arbeitete er nicht mehr. Er schenkte seinen beiden Geschwistern etwas von dem Geld, den Großteil verzockte er bei Glücksspielen und bei Immobiliengeschäften. Er hatte sich jedoch schon an das große Geld gewöhnt, und als der Lottogewinn verbraucht war, fing er mit Einbrüchen an, um seinen Lebensstandard aufrechterhalten zu können. Vom Herbst 2003 bis zum Dezember 2004 brach er insgesamt 69mal in Häuser und Autos ein. Nachdem ihn die Polizei bei einem seiner Diebeszüge schnappte, fand sie im Keller des Hauses seiner Mutter Diebesgut für 100.000 Euro.

Einer der ersten deutschen Lotto-Großgewinner war Walter K., der 1956 500.000 DM (= 256.000 Euro) gewann, damals eine Menge Geld. An die Tür hängte er ein Schild „Wegen Reichtum geschlossen“. Der Schausteller kaufte von dem Geld ein Hotel und lud Freunde ein. Schließlich starb er verarmt in einem Obdachlosenasyl.

Der Brite Michael Carroll gewann 2002 in der „National Lottery“ 9,7 Mio. Pfund. 4 Mio. davon verteilte er erst einmal an seine Familie und Freunde. Für sich selbst kaufte er Luxusautos sowie eine Villa in der englischen Grafschaft Norfolk. Er feierte Partys, mit viel Drogen und Alkohol, verzockte auch Geld beim Glücksspiel und wurde schließlich kriminell. Acht Jahre nach dem Lottogewinn waren von den fast 10 Mio. Pfund nichts mehr übrig. Er war froh, einen Job in einer Keksfabrik in der Stadt Elgin im Norden Schottlands zu finden, wo er 204 Pfund in der Woche verdiente.

1994 gewann der Arbeitslose Michael B. 2.729.513 DM (= 1,4 Mio. Euro) im Lotto. Seine Ex-Frau berichtet, er habe fortan nach dem Motto gelebt: „Ich lebe jetzt und sofort und richtig heftig.“ Er kaufte für sich und seine Familie mehrere Autos und meinte, als Lottogewinner könne er auch ohne Führerschein fahren. Nachdem er achtmal wegen Fahrens ohne Führerschein erwischt wurde, landete er im Gefängnis. Zuvor hatte er zwei Betriebe gegründet, die jedoch beide pleitegingen, während er im Gefängnis saß. Nur 16 Monate nach seinem Lottogewinn hatte er nichts mehr außer Schulden. Sein Haus, die Orientteppiche, die er gekauft hatte, und der gesamte Privatbesitz mussten verkauft werden. Heute spielt er wieder Lotto und hofft darauf, dass er noch einmal Glück hat.

Der Lagerarbeiter Günther Scherthaner aus Österreich gewann im Lotto 10 Mio. Schilling, als er am 24. Juni 2001 den Jackpot knackte. Ein Finanzberater erklärte ihm, er habe einen genialen Finanzplan, wie er aus den 10 Mio. mehr als 20 Mio. Schilling machen könnte. Doch 10 Mio. wollte Scherthaner nicht anlegen, sondern kaufte sich erst einmal ein Haus mit Heimkino für 3 Mio. Schilling. Die anderen 7 Mio. legte er nach den Ratschlägen seines „Beraters“ an, einem Vertreter einer angesehenen Versicherung in Österreich. Spekulationen mit Aktien und Währungsspekulationen mit dem Schweizer Franken führten jedoch dazu, dass nach zehn Jahren von diesen 7 Mio. nichts mehr übrig war und er sogar fast 100.000 Euro Schulden hatte.

Wenn Sie bei Google Begriffe wie „Lottogewinn verzockt“ eingeben, finden Sie Hunderte ähnliche Berichte aus aller Welt. Die Boulevardmedien berichten gerne über solche Fälle, meist mit dem Tenor, Geld mache vielleicht doch nicht glücklich. Die finanziell nicht so gut betuchten Leser können sich entspannen und mit dem Gedanken trösten, dass ein Leben mit einem Nettoeinkommen von 1.500 Euro und einem Sparguthaben von 15.000 Euro vielleicht doch angenehmer sei als der offenbar schwierige Umgang mit den Millionen, die ins Unglück führten. Die vielen Millionen Lottospieler, die jede Woche auf „Sechs Richtige“ hoffen, sind sich selbst natürlich ganz sicher, dass sie es anders machen und das Geld nicht so verrückt ausgeben würden. Sie würden sich keine Luxuskarossen kaufen und das Geld nicht auf wilden Partys oder im Spielkasino verzocken, sondern klug anlegen.

Tatsache ist jedoch, dass schon wenige Jahre nach einem Lottohauptgewinn die meisten Spieler schlechter dastehen als zuvor. Denn, was die meisten Menschen nicht wissen: Eine Million zu erhalten oder gar zu vermehren ist schwieriger, als eine Million zu verdienen. Die meisten Menschen denken, wenn sie eine oder gar zehn Millionen Euro hätten, dann könnten sie ein sorgenfreies Leben führen.

Die Geschichte der Lottogewinner beweist: Durch „Glück“ dauerhaft reich zu werden, ist eine seltene Ausnahme. Wer nicht über die mentalen Voraussetzungen und das Wissen verfügt, um reich zu werden, wird seine Millionen mit hoher Wahrscheinlichkeit ganz oder teilweise wieder verlieren. Wie man reich wird und vor allem dauerhaft bleibt, erfahren Sie in meinem Buch: Reich werden und bleiben.


Lesen Sie auch Rainer Zitelmanns Buch "Setze dir größere Ziele!", das in 7 Sprachen übersetzt wurde.



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Kommentare

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26.03.16 19:13:34
Tjaa,da können wir nur viel Glück wünschen und villeicht hoffen,dass jetzt noch ein Buch mehr verkauft wird,was sollen wir nur tun,die Sicherste Methode,alles falsch zu machen,ist schliesslich,sich an einen "Berater"zu wenden,..."Buch" kann nix schaden,...glaub ich.

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Lottogewinner Neuer deutscher Lottorekord: 76,8 Millionen Euro – das traurige Schicksal vieler Lottogewinner

Der Eurojackpot ist geknackt. Der Gewinn geht nach Nordrhein-Westfalen und ist der höchste, den je ein Deutscher im Lotto erzielte. Das Los vieler Lotteriegewinner ist jedoch eher traurig, wie ich in meinem 2015 erschienenen Buch „Reich werden und bleiben“ gezeigt habe. Selbst sehr hohe Lottogewinne sind keine Garantie für bleibenden Reichtum.

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