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Fed-Geldpolitik US-Notenbank Fed in der Rezessionsfalle - "Der gleiche Schlamassel wie 2008"

31.03.2016, 11:10  |  4849   |   |   

Bei der Notenbanksitzung im März hat die US-Notenbank Investoren mit der Ankündigung überrascht, dass die Zinsen deutlich weniger erhöht werden sollen als zuvor geplant. Der renomierte US-Vermögensverwalter Peter Schiff befürchtet, dass die Wirtschaft bereits in der Rezession ist. Entsprechend befinde sich die Fed in einer Falle, aus der es kein Entkommen geben würde.

„Die jahrelange Kampagne der US-Notenbank, sich kleinlaut von ihren eigenen Vorhersagen zu verabschieden, setzte sich (zuletzt) tatsächlich erneut fort, als die Fed die Zahl der für 2016 angekündigten Zinserhöhungen um jeweils 25 Basispunkte auf zwei gesenkt hat, gegenüber den vier, die im Dezember 2015 angedeutet worden waren. Angesichts der sich eintrübenden Konjunkturperspektiven, kann es kaum einen Zweifel geben, dass die Fed schon bald völlig kapitulieren wird und sämtliche Erwartungen für Zinserhöhungen in diesem Jahr streichen wird“, schrieb Peter Schiff zuletzt. „Selbst bevor das passiert, sollten kluge Beobachter zu dem Schluss kommen, dass die Fed derzeit in dem gleichen Schlamassel steckt wie im Morgengrauen der Finanzkrise im Jahr 2008.“ Der US-Finanzprofi und Chef von Euro Pacific Capital hat in den vergangenen Jahren wie kaum ein anderer Experte vor den Folgen des Gelddruckens in den USA und den massiven Auswirkungen einer selbst noch so kleinen Zinserhöhung gewarnt.

Amerikaner sehen wirtschaftliche Lage kritisch

Inzwischen würde es selbst etlichen Vertretern der Massenmedien dämmern, wie groß der Unterschied zwischen den Aussagen der Fed und ihrem Handeln sei. „Die wachsende Kluft, zwischen dem was die Fed sagt, dass sie tun werde, und dem was sie tatsächlich tut, fällt selbst dem Mainstream zunehmend schwer zu schlucken. Wenn es überhaupt nicht mehr runtergeht, könnte tatsächlich eine Marktverschiebung von erheblichen Ausmaßen beginnen“, so Schiff. Yellen würde wiederholt darauf hinweisen, dass die Verbraucher zuversichtlich seien, dass sich die wirtschaftliche Lage verbessert habe und das anhalten werde. „Diese Daten stehen aber im völligen Gegensatz zu dem, was die Wähler, die auch Konsumenten sind, in Umfragen sagen.“ In den Umfragen würden die Wähler betonen, dass die wirtschaftliche Lage die wichtigste Angelegenheit sei. „Das sollte darauf hindeuten, dass die Bürger nicht überoptimistisch sind, was die Wirtschaft angeht. Wenn sie es wären, würden sie andere Themen, wie Einwanderung, die nationale Sicherheit, die Umwelt und die Gesundheitsversorgung als ihre größte Sorge nennen.“

Aufstieg von Trump und Sanders zeigt Unzufriedenheit mit dem Establishment
„Die große Überraschung in diesem Wahlkampf ist der Aufstieg von Donald Trump bei den Republikanern und von Bernie Sanders bei den Demokraten. Die Wähler entscheiden sich nicht für Trump, weil sie sein Haar mögen, oder für Sanders, weil sie seine Brillen mögen. Beide werden als Rebellen ihrer jeweiligen Parteien betrachtet. Sie stehen für Wandel und ihre Popularität sollte als Zeichen für die tief sitzende wirtschaftliche Unsicherheit der Wähler gesehen werden, anstatt deren Zuversicht. Wenn die Zuversicht hoch wäre, wären die Kandidaten, die mehr zum Status quo gezählt werden, an der Spitze.“

Steigende Inflation bremst die Wirtschaft

Die US-Notenbank und „deren Schoßhunde an der Wall Street“ hätten sich zuletzt erfreut darüber gezeigt, dass die um Nahrungsmittel und Energie bereinigte sogenannte Kernrate der Inflation zuletzt auf 2,3 Prozent nach oben geschossen sei. Die Volkswirte würden behaupten, dass das bald zu steigenden Löhnen führen werde. „Die Verbraucher zahlen zwar mehr, für Miete, Versicherungen, Nahrungsmittel und die Gesundheitsversorgung, aber die langersehnten Lohnsteigerung müssen sich erst noch einstellen… Höhere Preise dürften der wichtigste Grund sein, warum die Verbraucher nicht so sehr konsumieren wie erwartet.“ Zuletzt seien die Einzelhandelsumsätze für Januar kräftig nach unten korrigiert worden, weshalb nun ein Rückgang um 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat zu Buche stehe, gegenüber einem ursprünglich gemeldeten Plus von 0,2 Prozent. „Ich kann mich nicht an stärkere Abwärtsrevisionen bei den Einzelhandelsumsätzen erinnern“, betonte Schiff.

US-Wirtschaft dürfte bereits in der Rezession sein

Die schwachen Geschäfte der US-Unternehmen insgesamt würden dazu führen, dass die Kluft zwischen den Vorräten der Unternehmen und ihren Umsätzen größer sei als selten zuvor. „Das Verhältnis von Vorräten zu Umsätzen liegt bei 1,4 – das ist der höchste Wert seit Mai 2009, als die Wirtschaft inmitten einer schweren Rezession war. Der Wert war nie so hoch, wenn die Wirtschaft nicht in der Rezession war… Die Industrieproduktion ist ebenfalls in einer Abwärtsspirale. Sie war vier Monate in Folge gegenüber dem Vorjahr gesunken. Das ist das erste Mal seit 1952, das etwas Derartiges passiert ist, ohne dass die Wirtschaft in der Rezession war. Aber ich glaube, dass wir bereits in der Rezession sind“, schrieb Schiff. 

Die restlichen zwei Zinserhöhungen werden ad acta gelegt

„Alls das bedeutet eine Falle für die Fed, aus der sie praktisch nicht entkommen kann. Die Wirtschaft wird schwächer, während die Inflation steigt. Gleichzeitig sind die Vermögenspreise, die die Grundlage für irgendwelche noch verbliebene wirtschaftliche Zuversicht sind, extrem anfällig für einen Zinsanstieg. Aufgrund dessen sollten wir anhaltende Maßhalteappelle und Nichtstun von der Fed erwarten. Das einzige was die Fed tun kann, ist zu beten, dass die Wirtschaft in Schwung kommt, damit die Fed das tun kann, was sie lange versprochen hat. Wenn die Wirtschaft aber weiter am Boden entlang kriecht, oder sich noch tiefer in die Gefahrenzone bewegt, stellen Sie sich darauf ein, dass die Fed die zwei verbleibenden Zinserhöhungen genau so leicht vom Tisch nimmt, wie die ersten zwei. Das letzte, das die Fed hinnehmen kann, ist dass die Rezession, die unter der Oberfläche kocht, plötzlich in den Monaten vor der Wahl hochkocht und offen sichtbar wird.“



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Kommentare

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conny220
01.04.16 22:20:49
Die FED hat diesmal den Schuss nicht gehört.Spätestens bei 10000 im Dow hätten die Zinsen langsam,aber schrittweise, erhöht werden müssen.Jetzt stehen wir bei fast 18000 und die Zinsen sind immer noch da,als stünden wir noch bei unter 6500 wie im März des Krisenjahrs 2009.
Nun hat die FED keine Muni mehr,wie ab 2001,als sie von 6,25% auf 1% senken konnte oder wie in 2007(von 5,75% auf 0,25%) .Das ist ein unlösbarer Widerspruch in sich.Die FED hätte rechtzeitig vorsorgen müssen,für schlechte Zeiten einen Puffer anbauen,wie früher.Das ist nicht geschehen.Das bedeutet,die Krise wird diesmal länger und härter .Nicht gleich,aber über die Zeit werden die Bullen kapitulieren.Das Pendeln um die 18000,welches wir seit knapp 1,5 Jahren sehen,ist Beleg dafür und erinnert an das zweijährige Pendeln um die 11000 zur Jahrtausendwende(von Mitte 99-Mitte 2001).Danach,wir erinnern uns,erfolgte der Ausbruch auf der Unterseite.
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capitolist
31.03.16 13:32:10
Hmm,..das geht aber irgendwie nicht,weil dann bekämen wir ein Dollar-Problemchen !
...und das geht dann an Europa nicht spurlos vorbei,wo es derzeit mehr offen-sichtbare Probleme gibt !
...sieht zwar auf den ersten Blick derzeit mal kurzfristig danach aus,..ich glaube aber nicht,dass das so geht,wir werden sehen !

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Fed-Geldpolitik US-Notenbank Fed in der Rezessionsfalle - "Der gleiche Schlamassel wie 2008"

Bei der Notenbanksitzung im März hat die US-Notenbank Investoren mit der Ankündigung überrascht, dass die Zinsen deutlich weniger erhöht werden sollen als zuvor geplant. Doch die Wirtschaft steckt bereits in der Rezession und die Fed sitzt in der Falle.

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