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Marktkommentar: Credit Suisse: Negativzinsen - hilfreich oder schädlich?
Foto: www.assetstandard.de

Marktkommentar Credit Suisse: Negativzinsen - hilfreich oder schädlich?

Nachrichtenquelle: Asset Standard
08.04.2016, 12:27  |  603   |   |   

- Die Erfahrungen in der Schweiz zeigen, dass Negativzinsen eine Rezession verhindert und den CHF stabilisiert haben. Die Kreditvergabe wurde aber nicht besonders angeregt, die Wirtschaft nicht reflationiert und die Negativzinsen trugen auch nicht dazu bei, einen Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verhindern.

- Für den Finanzsektor sind negative Zinsen besonders schwierig, wenn sie mit flachen Renditekurven verbunden sind. Das Risiko für Anleger in Anleihen ist gestiegen.

Negativzinsen können zu starke Währungen schwächen, solange Zentralbanken letztendlich keinen Wettbewerb mit Negativzinsen betreiben. Ihre Wirksamkeit als geldpolitischer Impuls muss jedoch noch abgewartet werden, und sie weisen auch Nebenwirkungen auf. Es ist daher unwahrscheinlich, dass Zentralbanken dieses Hilfsmittel zu stark nutzen werden. Wir erwarten, dass die Europäische Zentralbank und die Bank of Japan keine Einlagenzinsen von unter -0.5% ins Auge fassen. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) weist Spielraum auf, die Zinsen innerhalb der aktuellen Bandbreite auf -1.25% zu senken. Dies ist jedoch unwahrscheinlich, es sei denn, es wird aufgrund wesentlicher wirtschaftlicher oder finanzieller Schocks notwendig.

Erfahrungen aus der Schweiz

Nach der Aufgabe der EUR/CHF-Untergrenze konnte die SNB einer Aufwertung des CHF durch Negativzinsen entgegenwirken, ohne dadurch ihre Bilanz zu stark zu strecken. Die erfolgreiche Stabilisierung des EUR/CHF-Kurses auf rund 1.10 trug zur Vermeidung einer Rezession in der Schweiz bei. Der CHF bleibt jedoch überbewertet, da die CHF-Nachfrage aufgrund des gegenwärtigen Schweizer Leistungsbilanzüberschusses von 12% des Bruttoinlandprodukts und der Nettokapitalzuflüsse hoch bleibt. Für die Binnenwirtschaft erwiesen sich die Negativzinsen als nicht besonders stimulierend. Firmenkredite waren bereits vor der Einführung von Negativzinsen in einem Abwärtstrend und bisher kam es zu keiner Trendwende. Das Hypothekenwachstum verlangsamte sich als Reaktion auf die Selbstregulierung der Banken und die Erschwinglichkeit für Kreditnehmer wird dadurch begrenzt. Auch die Verbraucher sind nicht sonderlich verleitet, mehr zu konsumieren und weniger zu sparen. Die steigende Arbeitslosigkeit belastet das Verbrauchervertrauen zusätzlich und die Inflation bleibt negativ.

Auswirkungen für den Finanzsektor

Negativzinsen beeinträchtigen den Nettozinsertrag und damit die Rentabilität von Banken. Deshalb belasten sie tendenziell die Aktienbewertungen von Banken und ihre Fremdkapitalkosten. Die schwierigste Konstellation stellen für Banken Negativzinsen bei gleichzeitig flachen Renditekurven dar. Vorschriften verlangen das Halten erstklassiger liquider Anlagen (überwiegend Staatsanleihen mit niedriger oder gar keiner Rendite) in beträchtlichem Umfang, wodurch der Zinsertrag noch weiter eingeschränkt wird. Darüber hinaus können die Kreditspreads negativ reagieren. CHF-Anleihen Schweizer Banken werden mit 80 bis 100 Basispunkten gehandelt, während die Kreditrisikoprämien ausländischer Banken 60 bis 80 Basispunkte betragen. Vor der Einführung von Negativzinsen lagen die Kreditspreads Schweizer Banken durchschnittlich 20 Basispunkte unter Anleihen ausländischer Banken. Die Finanzierungskosten Schweizer Banken sind also seit der Einführung von Negativzinsen sogar gestiegen.

Höhere Risiken für Anleger in Anleihen und Immobilien

Die Duration ist am CHF-Anleihenmarkt von durchschnittlich 5.5 Jahren auf fast 8 Jahre erheblich gestiegen. Dadurch reagieren die Anleihenkurse stärker auf Zinsschwankungen. Die Liquidität gab nach, da Anleger erworbene Wertpapiere tendenziell noch länger halten als zuvor. Negativzinsen trugen auch zu einer Stagnation der Kapitalisierung des CHF-Anleihenmarkts bei. Dieser ist nun stärker auf inländische Emittenten konzentriert. Wegen dieser Entwicklungen ist der Markt für Anleger riskanter geworden, was sich für Schweizer Pensionskassen wahrscheinlich als besonders schwierig herausstellen wird. Schweizer Anleger drängen auch in Immobilienanlagen. Die Fundamentaldaten sind aber nicht so günstig, wie die Immobilienbewertungen vermuten lassen. Dies stellt ein Risiko dar, sobald die SNB ihren Kurs ändert.

Nannette Hechler-Fayd'herbe

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Negativzinsen können zu starke Währungen schwächen, solange Zentralbanken letztendlich keinen Wettbewerb mit Negativzinsen betreiben. Ihre Wirksamkeit als geldpolitischer Impuls muss jedoch noch abgewartet werden, und sie weisen auch Nebenwirkungen auf. Es ist daher unwahrscheinlich, dass Zentralbanken dieses Hilfsmittel zu stark nutzen werden. Wir erwarten, dass die Europäische Zentralbank und die Bank of Japan keine Einlagenzinsen von unter -0.5% ins Auge fassen. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) weist Spielraum auf, die Zinsen innerhalb der aktuellen Bandbreite auf -1.25% zu senken. Dies ist jedoch unwahrscheinlich, es sei denn, es wird aufgrund wesentlicher wirtschaftlicher oder finanzieller Schocks notwendig.

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