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Konjunktur - Ukraine Tschernobyl-Katastrophe - Schäden sind deutlich höher als bislang berechnet

13.04.2016, 13:50  |  850   |   |   

Vor 30 Jahren veränderte eine Katastrophe das Denken vieler Deutscher über das Thema Atomstrom: die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl am 26. April 1986 in der heutigen Ukraine.

In den ersten Tagen nach der Nuklearexplosion wurde Radioaktivität in der Höhe von mehreren Trillionen Becquerel freigesetzt. Infolge radioaktiven Niederschlags wurden neben der Region Tschernobyl unter anderen auch viele Länder in Europa mit adioaktiven Stoffen kontaminiert.

Einer aktuellen Studie zufolge seien die volkswirtschaftlichen Schäden 30 Jahre nach der Reaktorkatastrophe deutlich höher als bislang berechnet, berichtet das ifo-Institut in München. „Die negativen psychischen Langzeitfolgen wurden bislang nicht berücksichtigt. Wir haben sie jetzt in Geldwerte umgerechnet bei jenen 96 Prozent der ukrainischen Bevölkerung, die nicht einer medizinisch bedenklichen Strahlung ausgesetzt waren, sondern verunsichert und verängstigt waren und sind“, erläutert Ko-Autorin Natalia Danzer, stellvertretende Leiterin des ifo Zentrums für Arbeitsmarktforschung und Familienökonomik.

Wohlfahrtsverlust und Minderung der Wirtschaftsleistung

„Der jährliche Wohlfahrtsverlust bei dieser großen Mehrheit der ukrainischen Bevölkerung beläuft sich auf jährlich 2 bis 6 Prozent der Wirtschaftsleistung. Diese Summen müssen hinzugerechnet werden zu den 5 bis 7 Prozent ihrer jährlichen Wirtschaftsleistung, die die Ukraine ohnehin aufwendet, um das zerstörte Kraftwerk und die Umgebung zu sichern, zu dekontaminieren sowie um Betroffene zu entschädigen. Außerdem verlässt sich ein Teil der betroffenen Erwerbsbevölkerung stärker auf staatliche Unterstützung und bezieht finanzielle Geldleistungen in Höhe von 0,5 bis 0,6 Prozent der Wirtschaftsleistung.“

Nicht einbezogen in die Rechnung wurden psychische Folgen - z.B. dich die restriktive Informations- und Aufklärungsarbeit der damaligen Sowjetunion - für jene vier Prozent der Bevölkerung in der Nähe des explodierten Kraftwerkes und die besonders belasteten Aufräumarbeiter. „Insofern ist unsere Schätzung wohl eher eine Untergrenze“, sagt Danzer.
 



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