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Glyphosat-Zulassung Trotz Warnungen - Grünes Licht für Glyphosat auf Europas Äckern

14.04.2016, 13:04  |  2193   |  87   |   

Am Mittwoch hat sich das EU-Parlament mit klarer Mehrheit für eine weitergehende Verwendung des umstrittenen Pflanzenschutzmittels Glyphosat ausgesprochen. Anstatt der von der Kommission angepeilten 15 Jahre soll die Zulassung allerdings nur für sieben Jahre gelten. 

Wer ernsthaft an ein ganzheitliches und europaweites Verbot von Glyphosat geglaubt hat, dem sei zu seinem ausgedehnten Optimismus zu gratulieren. Für die Realisten unter den Lesern dürfte diese Neuigkeit jedoch keine wirkliche Überraschung darstellen: Die Zulassung des im Krebsverdacht stehenden Pflanzenschutzmittels wird es wohl auch weiterhin geben.

Bleibt lediglich die Frage, wie lange die Genehmigung diesmal gelten wird. Bis Ende Juni soll sich der dafür zuständige Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel einig werden. Wenn es dabei nicht zur absoluten Mehrheit für eine Entscheidung kommt, springt die Kommission ein. Ihre Empfehlung: Eine Verlängerung der Zulassung um weitere 15 Jahre. Dass das EU-Parlament die Freigabe nur für sieben Jahre empfehlen würde, spielt dabei keine allzu große Rolle. Denn die Abgeordneten haben in diesem Fall kein Mitbestimmungsrecht.

An jeder Ecke lauert das Glyphosat

Bevor es aber zur Neuzulassung kommt, fordern sie trotzdem noch weitere Informationen zu dem populären Herbizid. Dabei fallen die Urteile zur Gefahrenbewertung ausgesprochen konträr aus. Während die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit sowie das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung zu dem Schluss kommen, dass das Mittel wahrscheinlich nicht krebserregend sei, warnen die Weltgesundheitsorganisation und die internationale Agentur für Krebsforschung vor genau dieser Gefahr.

Da der Unkrautvernichter allein in Deutschland auf rund 40 Prozent aller Ackerflächen eingesetzt wird und die EU massig mit Glyphosat behandelte Futtermittel aus den USA und Brasilien importiert, dürften sich so gut wie in jedem Erzeugnis Spuren davon wiederfinden lassen. Publik geworden ist das Thema jedoch erst mit einer Untersuchung des Münchener Umweltinstituts, welches bei 14 von 14 getesteten deutschen Biersorten Glyphosat-Rückstände nachweisen konnte. Auch in der Kosmetikindustrie – speziell in Wattepads und Wattestäbchen – wird das Mittel verwendet (mehr dazu auf wallstreet:online).

"Einfach unverantwortlich"

Die baldige Neuzulassung dürfte hauptsächlich den Großherstellern wie Monsanto, Syngenta, Compo oder Dow Agro Scienes zu Gute kommen. Nachdem diese kräftig die Lobbytrommel für ihr Düngemittel gerührt haben, fanden die gegnerischen Forderungen aus linken und grünen Kreisen weniger Gehör. Der "Deutschen Presse-Agentur" gegenüber bezeichnete Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter eine weitere Genehmigung für 15 Jahre als „unverantwortlich, solange der Verdacht im Raum steht, dass Glyphosat krebserregend ist.“ Doch war Verantwortungsbewusstsein im Trade-Off zwischen Wachstum und Gesundheit bislang nur selten eine europäische Entscheidungsgrundlage. Am Ende zählt immer der Wettbewerb. 

Wertpapier: Monsanto, Syngenta


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Kommentare

Quelle : F A S von heute

In diesem Artikel geht Bayer-Chef Werner Baumann über die Liebe zu Monsanto, die Irtümer der Ökobauern und die Strafe, faslls die Übernahme doch noch platzt.

Die interessantesten Fragen und Antworten erhaltet ihr aus dem Artikel wie folgt:

Frage: Die Flop-Quote bei Übernahmen ist enorm. Was macht sie sicher, dass die 66 Mrd. USD für Monsanto gut angelegtes Geld sind?

Antwort: Wir haben als Bayer bewiesen, dass wir so etwas können. Von 2005 bis 2015 haben wir 130 Transaktionen zum Erfolg geführt, im Gegenwert von 52 Mrd. EUR. Wir haben sehr viel Erfahrung mit der Integration von neuen Geschäften.

Frage: Die Börse traut dem Deal offenbar noch nicht, sonst wäre der Monsant-Kurs auf die gebotenen 128 USD hochgesprungen. Was wenn die Monsanto-Aktionäre sich sträuben?

Antwort: Bisher haben wir die Monsanto-Investoren nicht direkt angesprochen. Aber nachdem das Board von Monsanto wie auch die Gremien auf unserer Seite einstimmig für unseren Plan gestimmt hat, rechne ich fest damit, dass auch die Monsanto-Aktionäre ide Verbindung unterstützen.

Frage: Wann entscheiden die, ob sie an Bayer verkaufen?

Antwort: Dazu braucht es den Beschluss der Hauptversammlung der Monsanto-Aktionäre -spätestens Anfang 2017.

Frage: Wie viel Prozent Zustimmung sind dort nötig?

Antwort: Eine einfache Mehrheit genügt. Mit Vollzug würden wir dann der einzige Aktionär von Monsanto.

Frage: Die Monsanto-Gegener hoffen darauf, dass die Wettbewerbshüter die Übernahme unterbinden. Wie sicher können sie sich Ihrer Sache dort sein?

Antwort: Soweit man solche Prozesse vorbereiten kann, haben wir das getan. Wir, wie auch Monsanto, haben mit unseren internen Juristen gesprochen, haben externe Experten hinzugezogen. Dabei sah niemand bedenkliche rechtliche oder regulatorische Hürden. Allerdings müssen diverse Kartellbehörden in aller Welt der Übernahme ihr Plazet geben. Falls es für die Genehmigung der Wttbewerbsbehörden nötig sein sollte, werden wir bestimmte Bereiche verkaufen. Das haben wir Monsanto zugesagt.

Frage: Und wenn es trotzdem nicht klappt, wer haftet dann für die bisher aufgelaufenen Kosten?

Antwort: Für den unwahrscheinlichen Fall, dass die Verbindung an kartellrechtlichen Einwänden scheitert, ist eine Zahlung von zwei Mrd. USD vereinbart, als sogenannte Break-up-Fee.

Frage: Die Sie dann an Monsanto zahlen müssten?

Antwort: So ist es. Aber wir sind sehr zuversichtlich, dass dieser Fall nicht eintritt.

Das Gespräch mit den CEO von Bayer Herrn Baumann führte bei der F A S heute Herr Georg Meck.

Am 20.09. findet noch die Analystenveranstaltung in Köln statt. Geht dort jemand aus dem Forum hin?
Müssen die Bayer Aktionäre zustimmen?
Reicht da nicht der Aufsichtsrat?

Ich glaube auch nicht das viel Deutsche Aktionäre
da in die USA zur abstimmung erscheinen werden.

Ich kenne das US Aktienrecht nicht.
Können die auch einen Zwangsverkauf machen?
Da das ja kein Umtausch in Bayer ist.

Bei einem Alten Kurs von 88 + 4 als Strafzahlung wenn es nicht klappt,
dann ist man schon bei 92$ bis 128 sind das 36
bei 50% also ca. 110 $

Wenn die Amis die Zinsen erhöhen,
steigt der US$ für uns im € raum Positive
Der Kurs sollte bei dem Abschlag auch abgesichert sein.
Wenn die die Zinsen erhöhen, fallen normalerweise auch die Aktien.
Monte dürfte da ein sicherer Hafen sein
Genügt eigentlich 50%+1 Aktie?
Ich denke ja, weis es aber nicht sicher.
Aktionärsstruktur bei MOS ist ~80% Institutionelle und ~20 % Private.

Sicher lassen sich eventuelle Auflagen der Kartellbehörden erfüllen, nur ist die Frage
ob das nicht so viel ist, dass sich eine Übernahme nicht mehr lohnt.
Da müssen dann ja lukrative Teilbereiche zwangsverkauft, also verschleudert werden. :cry:
Grundsätzlich untersagen können die Kartellwächter das m.E. nur schwerlich, weil
es auf Grund der geographischen Verteilung recht wenig Überschneidungen gibt.

Wieviel die Zustimmung der Politik dann noch kostet (Wahlkampfspenden :eek: :mad: ) muss
man einfach abwarten.
Zustimmung der Monsantoaktionäre sollte eigentlich sicher sein. Genügt eigentlich 50%+1 Aktie? Aus eigener Kraft ist der Übernahmekurs nicht mehr so schnell zu erreichen. Kartellbehörden sollten auch nichts dagegen haben, da nur geringe Überschneidungen und wenn dann unter Auflagen bestimmt lösbar, wie beim Baumwollsaatgut. Verkauf von Teilbereichen bestimmt notwendig. Einzig paar Politiker könnten Probleme machen und man weiß nicht wie groß ihr Einfluss ist. Auf der anderen Seite stehen da aber auch die Banken mit Aussicht auf Beteiligung bei Finanzierung der Kredite und natürlich auch bei der KE bei Bayer mit den üblichen Provisionen und bis jetzt der Möglichkeit sich mit Monsantoaktien noch einzudecken. 20% auf Jahressicht und man kommt noch mit größeren Summen ohne Problem rein und dann vor allen Dingen auch wieder raus.
Ich hatte geschrieben: somit weitgehend im Kurs
Erstens hat die Führung von Monsanto ja einstimmig zugestimmt.
Das werden die sicher nicht ohne Kommunikation mit Großaktionären getan haben
und es ist immer unwahrscheinlich das Aktionäre nicht der Empfehlung der
kompletten Unternehmensführung folgen.
Ausserdem habe ich auch mehrfach gelesen das Marktbeobachter darin kein Problem sehen.
Warum denn auch, Preis ist gut und Monsanto hat nicht gerade geglänzt in letzter Zeit.

@ Moneymaker75
Ich weis nicht ob da wirklich beide beide Aktionärskreise gefragt werden.

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