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Schlecker - Anklage "Besonders rechtsfeindliche Gesinnung" von Anton Schlecker? Mehrere Jahre Haft drohen

14.04.2016, 15:39  |  3403   |   |   

Der 23. Januar 2012 sah eine der spektakulärsten Pleiten der deutschen Handelsgeschichte: die Drogeriekette Schlecker meldete Insolvenz an. Wie diese Woche bekannt wurde, hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart Anklage gegen den Gründer Anton Schlecker wegen vorsätzlichen Bankrotts erhoben. Seine Frau Christa und seine beiden Kinder Meike und Lars sollen sich wegen Beihilfe verantworten.

Vier Jahre haben die Fahnder der Stuttgarter Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität Dokumente im Fall Schlecker gewälzt. Den Ermittlungen gingen im Sommer 2012 Razzien in 18 Wohnungen und vier Geschäftsgebäuden voraus. Dreh- und Angelpunkt der Ermittlungen seien verschiedene Vermögensübertragungen im Vorfeld der Insolvenz sowie angebliche Geschenke an seine Kinder und Kindeskinder (wallstreet:online berichtete). Wie das „Handelsblatt“ berichtete, werfen die Fahnder dem ehemaligen Milliardär vor, er habe angesichts der drohenden Insolvenz seiner Drogeriemarktkette Vermögen beiseite geschafft. Zudem geht es unter anderen um den Vorwurf falscher Bilanzangaben.

„Besonders rechtsfeindliche Gesinnung“

Nach Meinung eines renommierten Wirtschaftsrechtlers könnten dem einstigen Drogeriemarkt-Unternehmer Anton Schlecker mehrere Jahre Haft drohen. "Sollten sich die bekannten Vorwürfe gegen Herrn Schlecker bewahrheiten, reden wir von extrem hohen Summen, die bewusst beiseite geschafft wurden", sagte Sascha Kuhn, Wirtschaftsstrafrechtler und Partner im Düsseldorfer Büro der Kanzlei Simmons & Simmons, der „Welt". "Dies könnte auf eine besonders rechtsfeindliche Gesinnung hindeuten, bei dem ein Gericht durchaus zu einer hohen Haftstrafe neigen kann", so Kuhn weiter. 
 
Das Strafgesetzbuch sieht bei Bankrott eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe vor. Allerdings seien in besonders schweren Fällen vorsätzlich herbeigeführten Bankrotts bis zu zehn Jahre Haft möglich. "Herr Schlecker sollte gewusst haben, wie die wirtschaftliche Lage seines Unternehmens aussah", sagte Kuhn der Zeitung. Dies ergebe sich schon aus der Größenordnung der Insolvenz. Bankrott liegt vor, wenn Vermögenswerte in einer Situation beiseite geschafft werden, in der Überschuldung eingetreten ist oder die Zahlungsunfähigkeit vorliegt oder zumindest droht.
 
Anklage gegen Wirtschaftsprüfer

Wie wallstreet:online gestern berichtete, hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart auch Anklage gegen zwei Wirtschaftsprüfer des Drogerieimperiums Schlecker. Dabei soll es sich um zwei Mitarbeiter der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY (Ernst & Young), die in den Jahren vor der Insolvenz Schleckers Jahresabschlüsse geprüft haben. 



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Kommentare

Das war leider doch immer so, u. das traurige ist doch gewisse Leute landen weich, nur die kleinen Angestellten werden für dumm verkauft. Siehe auch Acandor u. viele andere auch.

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