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Die Brexit-Angst geht um Good Bye EU? Für Briten im EU-Ausland tickt die Uhr - Run auf Auslandspässe steigt

20.04.2016, 17:31  |  4568   |   |   

Es bleibt keine Zeit! Geburtsurkunden müssen besorgt, übersetzt und eingereicht werden. Am Vorabend eines möglichen Brexit werden die Briten in Frankreich hektisch. Ihr Ziel: der französische Pass. Nichts soll dem Zufall überlassen werden.

Die einen haben sich ihren Altersruhesitz an der französischen Küste eingerichtet, die anderen haben in der EU geheiratet oder arbeiten fernab der Insel. Für Briten, die im europäischen EU-Ausland leben, beginnt die Uhr ganz laut zu ticken. Ihnen gemein ist die große Sorge: Was passiert, wenn es am 23. Juni heißt: Good Bye EU? 

„Es gibt Risiken, die man sich nicht leisten kann, wenn deine Familie und die eigene Existenz auf dem Spiel steht,“ zitiert „Bloomberg“ die Britin Louise Garavaglia, die einen Franzosen geheiratet und mit zwei Kindern eine Familie aufgebaut hat und eine Sprachschule betreibt. Sicher ist sicher, der französische Pass muss her.

Sollte Großbritannien nach 43 Jahren Mitgliedschaft der Europäischen Union den Rücken kehren, hat das Folgen, warnte der französische Wirtschaftsminister Emmanuel Macron jüngst auf einer Konferenz in London: „Verlasse den Klub und du wirst allein dastehn.“ Für die Briten im EU-Ausland ist es mit diesem Satz nicht getan. Ihr Recht in dem EU-Wahlland zu bleiben und dort zu arbeiten, gerät gehörig ins Wanken. Laut Artikel 50 des EU-Vertrags müsste im Fall eines Brexit der Zugang zu ihrer Altersversorgung, der Gesundheitsversorgung sowie zu öffentlichen Dienstleistungen neu verhandelt werden, so „Bloomberg“ weiter. Der Ausgang dieser Verhandlungen sei bei weitem noch nicht absehbar. So könnten diese EU-Privilegien für Briten bei einem Brexit entzogen werden, lasse sich von einer Aktennotiz vom 29. Februar der britischen Regierung ableiten.

„Unser Leben wird zusammenbrechen, wenn der Brexit kommt,“ zitiert „Bloomberg“ Brian Cave. Vor 18 Jahren ist der 83-Jährige zusammen mit seiner Frau nach Südfrankreich gezogen, um den gemeinsamen Lebensabend dort zu verbringen. Verlässt Großbritannien die EU verlieren sie ihr Recht auf Rentenzahlungen und Gesundheitsversorgung in der Europäischen Union. Damit stehen sie nicht allein da. Schätzungsweise leben 1,2 Millionen Briten in 27 EU-Ländern außerhalb Großbritanniens. Davon leben und arbeiten ca. 852.000 Briten in den größten Britischen Communities in Irland, Frankreich, Spanien und Deutschland. Und selbst abstimmen? Briten, die seit 15 Jahren nicht mehr in Großbritannien leben, ist der Weg an die Wahlurnen versperrt.

Erst Brexit, dann Danexit? Könnte ein Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union der erste Stein des Anstoßes sein, der eine Austrittswelle in Gang setzt? Ja, lautet die Antwort, was die Dänen betrifft. Lesen Sie mehr: BREXIT als Stein des Anstoßes - DANEXIT könnte folgen, wer noch?



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Kommentare

Etwas viel Panikmache. Denn selbst bei einem Brexit passiert erst einmal gar nichts. Der Brexit würde faktisch erst nach 2 Jahren vollzogen. In der Zwischenzeit werden die Verträge und Bedingungen des Austritts verhandelt und das dies ein gefederter Austritt wird, davon gehe ich aus.

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