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Von denen schon mal gehört? Big-Player auf leisen Sohlen - Hier wird das Internet gemacht und dafür gibt's Millionen

22.04.2016, 10:06  |  3854   |   |   

Er hat die Internet-Fäden in der Hand und doch kennt ihn keiner. Seit 2011 vereint der Webserver-Anbieter Nginx die weltweit dicksten Fische in seinem Kundenportfolio. Ganze 150 Millionen Webseiten nutzen seine Technologie. Von einem begeisterten Investor gab es nun 8 Millionen Dollar auf einen Schlag.

Es gibt Unternehmen, die brauchen viel Aufmerksamkeit, weil sie darauf angewiesen sind. Und es gibt Unternehmen, die still und leise vor sich hinarbeiten und dennoch zu den wichtigsten Akteuren in ihrer Branche erwachsen. Ein neues Beispiel hierfür heißt Nginx, eine kleine Firma, die in fünf Jahren unglaubliche 41 Millionen Dollar von ihren Geldgebern zugesteckt bekam.

Was tut diese Firma, deren Name allein eine Challenge für grobmotorische Zungen ist? Nginx, das ausgesprochen wird, wie "engine-x", zählt zu den wichtigsten Webserver-Anbietern des World Wide Web, dessen Dienste von 150 Millionen Webseiten genutzt werden. Laut des WebTech-Umfragespezialisten "W3-Techs" steckt der Webserver hinter 50,5 Prozent der 10.000 am häufigsten besuchten Webseiten. Das von Microsoft angebotene Pendant IIS kommt dabei gerade mal auf 11,1 Prozent und Googles Server vereinen nur 1,9 Prozent. 

Neben solch bekannten Kunden wie Netflix oder WordPress hat sogar schon die NASA auf Nginx zurückgegriffen, um das Bildmaterial des Curiosity-Rovers auf dem Mars streamen zu können. Das Geld verdient Nginx hauptsächlich mit der Premium-Software, die im Vergleich zur kostenlosen Variante noch ein paar zusätzliche Features bietet. „Nginx Plus kann noch viel mehr, als bloßes Webserving“, erzählt Firmenchef Gus Robertson dem „Business Insider“. Daneben haben sie auch einen Beratungsservice, bei dem die Tech-Experten direkt mit den Kunden zusammenarbeiten und sie bei der Installation ihrer Webseiten vor Ort unterstützen.

Umsatzteigerung von 300 Prozent Plus

Auch wenn er keine konkreten Details zu den Finanzen seines Geschäfts preisgibt, habe Nginx nach Angaben von Robertson im Jahr 2015 eine Umsatzsteigerung von 300 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erzielt. Ob das Unternehmen letztlich auch profitabel sei, wollte er dabei nicht sagen.

So oder so, einen Fan hat die Firma in jedem Fall. Mit der Vorab-Bedingung, dass Nginx demnächst expandieren solle, trat der australische Telekommunikationsgigant Telstra an den Webserver-Anbieter heran und fütterte ihn mit 8 Millionen Dollar. Andere, bereits bestehende Investoren, wie New Enterprise Associates, e.ventures, Runa Capital und Index Ventures haben in dieser Runde ebenfalls nochmal was oben drauf gepackt. 

Fragt sich, was Nginx mit der ganzen Kohle überhaupt anstellen soll. Nach eigenen Aussagen versucht Robertson die Belegschaft eigentlich bewusst klein zu halten, gerade mal hundert Mitarbeiter formen das Unternehmen. Man wolle nicht alles unnötig "aufblähen" und nur solche Features neu entwickeln, die die Nutzer auch wirklich brauchen. „Das Produkt soll nicht ständig ausgebessert werden“, so Robertson. „Wir sind da eher zurückhaltend.“ 

Wertpapier: Telstra


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Kommentare

Wo man doch immer so gerne auf Russland rumhackt und nur mit schlechten Nachrichten in Verbindung bringt hat der Author auch zufällig vergessen zu erwähnen ist dass "nginx" in Russland entwickelt worden ist.

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