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Dürre und Überschwemmungen Das große Zocken mit dem Wetter - Hedgefonds setzen auf steigende Nahrungsmittelpreise

26.04.2016, 16:22  |  2915   |   |   

Lange Dürrephasen in Brasilien und Überschwemmungen in Argentinien lassen das Zockerherz verschiedener Hedgefonds höher schlagen. Nach Ernteausfällen haben sich die Wetten auf steigende Nahrungsmittelpreise in kürzester Zeit verdoppelt. Die nordamerikanischen Bauern freut's. Noch.

Die Spekulation mit Agrarrohstoffen ist ein sensibles Thema. Zumindest für jene Kritker, die ein Zocken um ansteigende Lebensmittelpreise als unverantwortlich deklarieren würden. Für andere hingegen bedeutet die begründete Aussicht auf steigende Rohstoffpreise eine legitime (und vor allem schnelle) Gewinnmöglichkeit. 

Entsprechend groß ist der aktuelle Hype um Wetten auf landwirtschaftliche Erzeugnisse, denn mit der Dürrekatastrophe in Brasilien und der Überschwemmungslage in Argentinien sind zwei der größten Global Player in der Getreide- und Sojaproduktion von Ernteausfällen betroffen. 

Nachdem man im letzten Monat noch auf fallende Preise gewettet hatte, dreht sich der Wind daher nun genau in die entgegengesetzte Richtung. Nach Informationen von "Bloomberg" hätten Hedgefonds ihre Wetten auf steigende Nahrungsmittelpreise in kürzester Zeit verdoppelt. Seit 2014 seien Investoren nicht mehr derart scharf auf Sojabohnen gewesen. Der Bloomberg Agriculture Subindex, der die Performance von acht Agrarerzeugnissen wiederspiegelt, erlebt derzeit seine beste April-Rally seit 1996.

Wetterkapriolen - für Betroffene ein ernstes Problem...

Für die Betroffenen vor Ort stellt die schlechte Wetterlage ein ernstes Problem dar. Die brasilianische Regierung musste die Einfuhrzölle für Agrarprodukte sechs Monate lang aussetzen, weil das Land zunehmend auf Importe angewiesen sein könnte. In Argentinien wurde die Sojaernteprognose von der Buenos Aires Grain Exchange, eine der zwei größten Getreidebörsen, um 6,7 Prozent heruntergeschraubt, nachdem es in Teilen des Landes sechs Mal so viel geregnet hat, wie sonst im April üblich.

Mit ihrem schwächeren US-Dollar dürfen sich US-amerikanische Bauern noch über die damit einhergehende größere Exportnachfrage freuen. Zumindest, so lange sie nicht vor ähnlich schlechten Wetterbedingungen stehen. Mit dem Wechsel der Klimaphänomene El Nino und La Nina könnte es noch vor Juli zu sehr heißen Temperaturen und ausgedehnten Trockenphasen in der US-Landwirtschaft kommen. Daneben haben heftige Regenfälle den Baumwollanbau teilweise jetzt schon schon lahmgelegt. 

... für Spekulanten die Einladung zum Zocken

Für die Spekulanten wäre dies nur ein weiterer verheißungsvoller Anreiz zum Zocken. "Jetzt, wo der Anbau hier losgeht, ist es natürlich auch für uns von Interesse, wie sich die Saison entwickelt. Die Risikoprämien werden in dem Markt, der so lange brach lag, auch erhöht", erklärte Chris Narayanan, Chef der Agrarforschungsabteilung der Société Générale in New York gegenüber "Bloomberg". Und ergänzt: "Wenn das Wetter in Brasilien schlechter wird und wir zusätzlich ein heißes, trockenes Klima in den USA erleben, könnte es eine weitere Rally geben." 



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