DAX+2,22 % EUR/USD+0,31 % Gold+0,52 % Öl (Brent)-0,99 %

Neuer Valeant-Geschäftsführer Scherbenhaufen nach Bilanzskandal - Ist Valeant bald wieder Hedgefonds Liebling?

28.04.2016, 15:16  |  3922   |   |   

Es ist jemand gefunden, der den Scherbenhaufen von Valeant aufkehren soll: Joseph Papa, ehemaliger Chef des Arzneimittelherstellers Perrigo wird demnächst den Posten des Valeant-Geschäftsführers Michael Pearson übernehmen. Auch der Rest des Vorstands wird umgekrempelt.

Die Tage des Geschäftsführers Michael Pearson waren seit Ende März gezählt. Bis man einen geeigneten Ersatz gefunden habe, sollte er nur noch den Platz des Vorstandsvorsitzenden von Valeant noch warm halten. 

Nun muss er aber endgültig weichen, denn ein Nachfolger ist gefunden. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, wird der ehemalige CEO des Arzneimittelherstellers Perrigo, Joseph Papa, den Chefposten des in die Kritik geratenen Pharmakonzerns neu bekleiden. Ein "Veteran der Medikamenten-Industrie", wie ihn das Magazin ehrwürdig bezeichnet. Schon kommenden Montag soll er seine Arbeit aufnehmen.

Dem Vernehmen nach werden zusätzlich fünf weitere Vorstandsposten ausgetauscht, nachdem bereits im März dieses Jahres vier neue Direktoren in die Führungsspitze eingezogen sind (darunter Hedgefonds-Manager Bill Ackman, der mit seinem Investment in die Skandalfirma rund 2,5 Milliarden Dollar verloren haben soll). 

Die Nachkömmlinge, deren Namen bislang noch unter Verschluss gehalten werden, seien allesamt in der traditionellen Pharmabranche tätig. Valeant erhofft sich dadurch neue Glaubwürdigkeit - ein Gut, was der Konzern und die gesamte Industrie auch bitter nötig haben. 

Im Herbst letzten Jahres kamen die Skandale um unverhältnismäßig hohe und moralisch äußerst fragwürdige Preissteigerungen verschiedener Medikamente ans Licht (wallstreet:online berichtete). Dazu wird Valeant der Bilanzfälschung in besonders kreativer Weise beschuldigt (Lesen Sie mehr dazu: „Spiderman-Crash! Wie der Superheld die Aktie eines Pharmaunternehmens abstürzen lässt“ und "Im Selbstzerstörungsmodus: Hedgefonds verbrennen mit Valeant Milliarden Dollar"). 

Für Joseph Papa ist die Mission nun eindeutig: Er wurde einberufen, das Image zu polieren. Zum Ehrgeiz verhelfen soll ihm dabei eine stark leistungsorientierte Vergütung. Neben einem Fixgehalt von 1,5 Millionen Dollar erhält er im Laufe der nächsten Jahre auch ein Paket mit 1,3 Millionen Firmenaktien. Vorausgesetzt, er schafft es, den Kurs wieder auf Vordermann zu bringen. Sollte der Wert aber tatsächlich wieder das Vorjahresniveau von rund 270 Dollar erreichen - tja, dann erhält Papa ein Firmenanteil im Wert von 500 Millionen Dollar. 



Verpassen Sie keine Nachrichten von Redaktion w:o
Abonnieren Sie jetzt Ihren Lieblingsautor
Ich habe die Allgemeinen Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung gelesen und stimmt diesen zu.
Autor abonnieren
Wir respektieren Ihre Privatsphäre, es werden keine Daten an Dritte weitergegeben!
Verpassen Sie nichts mehr aus der wallstreet:online Redaktion!
Newsletter kostenlos abonnieren

Schreibe Deinen Kommentar

 

Disclaimer

Weitere Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel