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Marktkommentar: Dr. Daniel Hartmann (Bantleon): Die italienische Bankenkrise - viel Lärm um wenig
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Marktkommentar Dr. Daniel Hartmann (Bantleon): Die italienische Bankenkrise - viel Lärm um wenig

Nachrichtenquelle: Asset Standard
04.05.2016, 17:50  |  662   |   |   

Seit Jahresanfang befinden sich italienische Banken unter Dauerbeschuss und die Regierung eilt von einer Notoperation zur anderen. Ursache ist der hohe Bestand an »faulen« Krediten, der sich als Folge der Wirtschaftskrise in den vergangenen zehn Jahren in den Bankbilanzen aufgetürmt hat.

Anders als vielfach vermutet, hat das schlechte Kreditportfolio der Banken die Konjunkturerholung aber bislang kaum behindert. Die meisten Unternehmen sehen sich ausreichend mit Liquidität versorgt. Dies deckt sich mit den Angaben der Banken, die nach eigenen Angaben ihre Vergaberichtlinien in den vergangenen Quartalen stark gelockert haben.

Dass das Expansionstempo der Darlehensvergabe dennoch gering ist, stellt kein italienisches Phänomen dar, sondern ist in der ganzen Eurozone zu beobachten. Der Bankkredit hat generell als Finanzierungsquelle an Bedeutung verloren.

Auch wenn somit keine Kreditklemme in Italien vorliegt, führt an der Sanierung der Bankbilanzen kein Weg vorbei. Um dem Problem Herr zu werden, hat die Regierung bereits einige Initiativen gestartet. Das jüngste Beispiel ist der Rettungsfonds »Atlante«. Mithin tastet sich die Regierung allmählich an eine umfassende Lösung heran. Der zusätzliche Wertberichtigungsbedarf in den Bankportfolios dürfte bei rund 40 Mrd. EUR liegen (= 2,5% des italienischen BIP) - kein Pappenstiel, aber auch keine astronomische Summe.

Alles in allem ist die Kuh zwar noch nicht vom Eis, lebensbedrohlich erscheint die Krise aber nicht. Darüber hinaus sollte der Blick nicht nur auf die Banken, sondern auch auf den politischen Reformprozess gerichtet sein: Für den Herbst ist ein Referendum zur weitgehenden »Entmachtung« des Senats geplant. Sollte es vom Volk angenommen werden, wäre dies ein politischer Meilenstein für Italien. Am Jahresende könnte das Land daher in deutlich besserem Licht erscheinen als gegenwärtig.

Lesen Sie hierzu die angehängte Analyse von Dr. Daniel Hartmann:

http://fondskonzept.ag/fg/bantleon/news/Die_italienische_Bankenkrise_-_viel_Laerm_um_wenig.pdf

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