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Marktkommentar: Igor de Maack (DNCA): wöchentlicher Kommentar zu den Märkten (29. April 2016)
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Marktkommentar Igor de Maack (DNCA): wöchentlicher Kommentar zu den Märkten (29. April 2016)

Nachrichtenquelle: Asset Standard
12.05.2016, 12:07  |  551   |   |   

Allen Vorhersagen zum Trotz ist die europäische Wirtschaft endlich aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht. Dies belegen Tag für Tag die Quartalszahlen der verschiedensten Branchen (Hotelgewerbe, Konsumgüter, Bauwesen, Industrie, IT-Dienstleistungen). Selbst die Arbeitslosigkeit in Frankreich ist im März gesunken, wenngleich sich noch nicht sagen lässt, ob es sich hierbei um einen nachhaltigen Trend handelt oder nicht vielmehr Mitnahmeeffekte eine Rolle gespielt haben. Eine Revidierung der Gewinnprognosen nach oben ist bislang jedoch ausgeblieben. Am ehesten lässt sich sagen, dass sich die Abwärtskorrektur der Gewinnerwartungen stabilisiert. Infolgedessen hat die jüngste Hausse an den Aktienmärkten die Bewertungen auf weniger erschwingliche Höhen getrieben (KGV 2016 des DJ Stoxx 600 = 16, KGV 2016 des S&P 500 = 17,6). Es bedarf also eines Wiederanstiegs der Gewinne für den Zeitraum 2016-2017, um auf eine klar positive Börsenperformance (Dividenden mitgerechnet) hoffen zu können.

Besonders unübersichtlich und schwer zu analysieren stellt sich die Situation in den Vereinigten Staaten dar. Zu einer Rezession ist es zwar nicht gekommen, doch die Lage der Unternehmen wirft Fragen auf. Mit dem dank niedriger Zinsen verfügbaren Geld wurden vor allem Dividenden, Aktienrückkäufe sowie Fusionen und Übernahmen finanziert, um der Abnahme der Rentabilität Einhalt zu gebieten. Standard & Poor's zufolge haben die US-Firmen rund 376 Mrd. US-Dollar für Akquisitionen ausgegebenen, einen Betrag, der um 40 % über dieser Zahl für 2007 liegt. Die Verschuldung von America Inc. ist wieder auf dem Niveau von 2007 angekommen und verzeichnet dabei eine Zunahme um 30 % im Vergleich zum Vorjahr, während im selben Zeitraum der operative Cashflow gesunken ist. Verlaufen in der grafischen Darstellung diese beiden Kurven in entgegengesetzte Richtung - in etwa wie ein Akkordeon, das auseinandergezogen wird -, so erhöht sich das Risiko einer wirtschaftlichen und/oder finanziellen Korrektur. Was sich bei den amerikanischen Unternehmen abspielt, lässt stutzig werden, und so ist das Zögern der Fed, die die geldpolitischen Zügel nicht allzu rasch und allzu stark anziehen möchte, gut nachvollziehbar. Nichtsdestotrotz kann kein Wirtschaftssystem auf Dauer bei einer wachsenden Verschuldung Bestand haben, wenn zugleich die Rückzahlungsfähigkeit der verschuldeten Wirtschaftssubjekte abnimmt. Seit einigen Wochen haben sich die pessimistischsten Szenarien in Luft aufgelöst. Dennoch gilt es, die brennenden Themen (Verschuldungsgrad der amerikanischen Unternehmen, politisches Risiko in Europa, schwächelndes Wachstum in China) genau im Auge zu behalten - sie könnten sich als Fallstricke für die europäischen Aktienmärkte erweisen, die derzeit von einer wirtschaftlichen Dynamik Auftrieb erfahren, die nicht ganz so schlimm ist wie befürchtet.

Kurz: Es ist so schwierig wie eh und je, Voraussagen für Wirtschaft oder Börse zu treffen. Der US-Ökonom John Kenneth Galbraith sagte es einmal mit Humor: "Der einzige Zweck wirtschaftlicher Prognosen besteht darin, die Astrologie ein wenig seriöser erscheinen zu lassen." Ein Standpunkt, der unserem großen Weissager Nostradamus sicherlich gefallen hätte.

Igor de Maack, am 29. April 2016

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