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Fondsmanager Talente sind gesucht

13.05.2016, 13:31  |  1071   |   |   

Geht es nach dem Vermögensverwalter AllianceBernstein, müssen sich Asset- Manager bei ihren Kunden wieder Vertrauen erarbeiten. Nachdem sich die Branche in den vergangenen Jahren mächtig aufgebläht habe, sei es nun an der Zeit disziplinierter zu wirtschaften.

Der Trend ist nicht neu: bereits seit Jahren fließen Fonds-Investitionen oftmals in die preiswerteren und passiv-gemanagten ETFs. Ein Grund dafür ist das Unvermögen von vieler Portfoliomanager, ihre Benchmark zu schlagen. 

Vergangenes Jahr hat die ETF-Sparte weltweit knapp 200 Milliarden US-Dollar an Zuflüssen generiert, wohingegen aktiv gemanagte Aktienfonds einen Abfluss von Geldern in Höhe von 124 Milliarden US-Dollar verkraften mussten. Sogar Anleihefonds erliegen langsam aber sicher dem starken ETF-Sog. 

Peter Kraus, Chief Executive und Asset-Manager bei AllianceBernstein (AuM: 479 Milliarden US-Dollar) ist der Meinung, dass die Industrie an dieser Entwicklung nicht ganz unbeteiligt sei. Sie schaffe es nicht den Markt zu schlagen und habe zudem ein Größenproblem. Ab einem bestimmten Punkt weiche der Ehrgeiz die Benchmark zu schlagen der Anstrengung nicht underzuperformen. „Unser Rat an die Industrie lautet deshalb: Diszipliniert euch. Wir schneiden uns ins eigene Fleisch, wenn wir zu groß werden“, so Kraus in der Financial Times. 

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, hat der New Yorker Investmentmanager Kapazitätsobergrenzen für seine Fonds eingeführt, um so sicherzugehen, dass die Größe eines Fonds nicht zulasten der Performance geht. „Zum Schluss kauft man nämlich immer mehr Aktien, mit immer weniger Überzeugung.“ Die Zahl der Fonds in den USA hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren auf über 20.000 (inkl. Tranchen) verdoppelt; hier habe die Zahl talentierter Fondsmanager, zumindest gefühlt, nicht mithalten können. 

Kraus sieht die anwachsende ETF-Branche skeptisch, da in seinen Augen die Investoren auf das nächste Unglück zusteuerten, aus lauter Angst vor Underperformance. Zwar sei viel zu viel Geld für aktive Investments auf dem Markt; doch schlagartig von einem Extrem in das andere umzuschwenken sei nicht die Lösung. „Wenn den Leuten die Risiken bei ETFs bewusst wären, würden sie bedachter vorgehen“, so der Investmentmanager. 

(SH)



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Teresa Laukötter hat den M. Sc. in Volkswirtschaft der Universität Maastricht. Als Redakteurin und Content-Managerin bei €uro Advisor Services GmbH ist sie zuständig für die Top-Themen auf www.fundresearch.de.

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