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Fiat brüskiert Regierung Abfuhr von FiatChrysler - Vorladung in Abgasaffäre? Ist mir doch egal!

20.05.2016, 09:19  |  2179   |   |   

Der italo-amerikanische Automobilhersteller FiatChrysler (FCA) hat eine Einladung der Untersuchungskommission zur Aufklärung der Abgasaffäre ausgeschlagen und damit die Bundesregierung brüskiert. Nach Informationen der Tageszeitung „Die Welt“ sollten Vertreter des Autokonzerns am Donnerstagnachmittag im Bundesverkehrsministerium vorsprechen, doch anstatt der Delegation ging ein anwaltliches Schreiben ein. 

"Kein Anlass für eine Vorladung"

Dort führen Vertreter von FCA sinngemäß aus, keinen Anlass für eine Vorladung zu sehen. Bei offenen Fragen, so der Tenor des Briefes, solle man Kontakt mit den Anwälten des Automobilherstellers aufnehmen. Eine rechtliche Handhabe, Manager des Konzerns einzubestellen, der seinen Sitz nicht in Deutschland hat, hat die Bundesregierung nicht. 

Regierungsvertreter reagierten überrascht und verärgert. Sprecher des Bundesverkehrsministeriums wollten zu den Vorgängen keinen Kommentar abgeben. Nun sollen Schritte geprüft werden, wie auf die Abfuhr von FiatChrysler reagiert werden kann. 

Die Bundesregierung geht nun davon aus, dass auch andere ausländische Autobauer, die zum Rückruf ihrer Fahrzeuge aufgefordert wurden, auf stur schalten. Sie könnten die Bundesregierung jeweils an die Anwälte im Heimatland oder die jeweilige Regierung verweisen. „Es sieht so aus, als würden sich die Automobilhersteller in den Schutz ihrer Heimatländer zurückziehen“, hieß es in Berliner Regierungskreisen verärgert. 

KBA: Abgasreinigung schaltet komplett ab

Bei Tests von Modellen des FCA-Konzerns durch das KBA hatten Prüfer festgestellt, dass die Systeme zur Abgasreinigung bei den betreffenden Autos nach gewisser Zeit komplett abschalten. „Bezüglich des Unternehmens FCA liegt für ein weiteres Fahrzeug ein Messergebnis vor, dass weitergehende Untersuchungen erfordert. Das KBA ist beauftragt, spezifische Messungen durchzuführen und einen Bericht vorzulegen“, heißt es seitens der Untersuchungskommission. 

Wie aus internen Protokollen hervorgeht, war das Problem beim Test eines Fiat Ducato 3 L aufgetreten. Dabei wurde festgestellt, dass das Fahrzeug nach 22 Minuten Fahrdauer damit begann, die Abgasreinigung zu drosseln. Den Ingenieuren selbst wäre das jedoch nicht aufgefallen, der Hinweis zur Abschalteinrichtung kam vom Autozulieferer Bosch. 

Die Tests des KBA insgesamt sind noch nicht abgeschlossen. Die Ergebnisse sollen den italienischen Behörden mitgeteilt werden. „Warum die das nicht selbst machen, ist uns ein Rätsel“, sagte ein Regierungsvertreter in Berlin. 



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