Newsletter

Jetzt noch besser informiert!

Abonnieren auch Sie unseren kostenlosen Nachrichten-Newsletter und verpassen Sie nichts mehr aus der wallstreet:online Redaktion!

  • Das Wichtigste für Sie zusammengefasst
  • Ausgewählte Artikel unserer Gastautoren
  • Eilmeldungen zu wichtigen Marktgeschehnissen

Wir respektieren Ihre Privatsphäre, es werden keine Daten an Dritte weitergegeben!

Jetzt abonnieren
Später
Push-Kurse an | Registrieren | Login
DAX+0,61 % EUR/USD-0,08 % Gold-0,19 % Öl (Brent)+0,45 %

Aktien Europa Telekomsektor: immer noch unser Top-Favorit

Gastautor: Markus Hampel
23.05.2016, 07:17  |  4182   |   |   

Trotz niedriger Bewertungen hatten wir uns über viele Jahre hinweg aus dem europäischen Telekomsektor herausgehalten. Seit 2007 verzeichnete die Branche einen deutlichen Rückgang der Aktivität, was an einem negativen Wettbewerbs- und Regulierungsumfeld lag. Seit Mitte 2013 hat sich die Situation aber geändert, als nämlich Anzeichen einer Stabilisierung zu beobachten waren. Seit dieser Zeit haben wir allmählich wieder Telekomtitel in das Portfolio des METROPOLE Sélection aufgenommen. Und auch heute noch ist der Telekomsektor unser Top-Favorit.

Seit 2013 haben die Telekomaktien im Zuge einer Neubewertung eine kräftige Outperformance erzielt, die bis vor kurzem anhielt. Das Scheitern mehrerer Übernahmeprojekte hat in den letzten Monaten jedoch Sorgen unter den Anlegern geschürt, dass der Wettbewerbsdruck nach zwei ruhigen Jahren wieder deutlich steigen und die positive Trendwende des Sektors gefährden könnte. Diese Befürchtungen basieren allerdings auf der unserer Meinung nach falschen Annahme, dass die verbesserten Aussichten unter den europäischen Telekombetreibern allein auf die Konsolidierung des Sektors zurückzuführen waren. Der wahre Grund für die verbesserte Ergebnissituation ist unserer Auffassung nach jedoch ein anderer.

In den letzten drei Jahren war eine Konsolidierungswelle im europäischen Telekomsektor zu beobachten, die die Wettbewerbsstruktur zahlreicher Märkte wie Österreich, Irland oder Deutschland verändert hat. In diesen Ländern ist die Zahl der Betreiber mit eigenem Netz von vier auf drei gesunken. Seit mehreren Monaten geraten jedoch immer mehr Übernahmeprojekte ins Stocken, was Befürchtungen schürt, dass der seit über zwei Jahren andauernde Zyklus von besseren Gewinnen vorbei ist. Im September 2015 gaben zunächst Telenor und Telia, die Nummern zwei und drei im dänischen Markt, bekannt, dass sie ihre Fusionspläne aufgrund der hohen Anforderungen der neuen europäischen Regulierungsbehörde aufgegeben haben. Wäre der Zusammenschluss zustande gekommen, hätten Telenor/Telia (als neue Nummer eins) und TDC (als neue Nummer zwei) zusammen einen Marktanteil von 80 Prozent gehabt.

Fusionen scheitern

Auch die Fusionsabsichten der englischen Mobilfunkanbietern O2 UK (Telefonica) und Three (Hutchison) stoßen bei den Behörden auf Ablehnung. So haben der britische Regulierer (Ofcom) und die Europäische Kommission von beiden Unternehmen derart große Zugeständnisse gefordert, dass der Zusammenschluss immer unwahrscheinlicher wurde. Derweil brachen in Frankreich Bouygues und Orange ihre Übernahmegespräche erfolglos ab. Fusionen führen allgemein zu einer geringeren Wettbewerbsintensität, sind jedoch im Falle der Telekomanbieter nicht die einzige Ursache für Gewinnsteigerungen. Ähnlich wie in den USA war die Verbesserung der Ergebnisse bei Europas Telekomunternehmen vor allem auf die Investitionen in Hochleistungsnetze zurückzuführen, und zwar sowohl im Festnetz (Glasfaserkabel) als auch im Mobilfunkbereich (LTE). Dieser neue Investitionszyklus, der in Europa 2013 begann, hat bei den großen Betreibern zu einem Anstieg der Investitionsquote von durchschnittlich 2-3 Punkten auf 15-16 Prozent geführt.

Die Einführung dieser neuen Technologien findet in einem investitionsfreundlichen Regulierungsumfeld statt. Nachdem die Regulierungsbehörden in der Vergangenheit den Preis als einziges Bewertungskriterium für die Wettbewerbsintensität verwendet haben, richten sie mittlerweile ihren Fokus auf die Gewährleistung günstiger Rahmenbedingungen für Investitionen. Das Ziel besteht gleichermaßen darin, auf den starken Zuwachs des Datenverkehrs zu reagieren und einen intensiveren technologischen Wettbewerb der Netze zu fördern.

Die Auswirkungen dieses neuen Investitionszyklus auf die Erträge der Betreiber sind seit Ende 2013 zu erkennen und erklären den Großteil der verbesserten Ergebnisse. Im europäischen Mobilfunkmarkt beispielsweise besteht ein klarer Zusammenhang zwischen dem Anstieg der Durchdringungsrate von Hochleistungsnetzen und den Umsätzen der wichtigsten Betreiber. Die Errichtung von LTE-Netzen zieht Kunden an, die auf Hochleistungsnetze setzen, was wiederum eine unmittelbare Auswirkung auf deren Datenkonsum hat.

Diese positiven Wechselwirkungen sind besonders in den Ländern zu beobachten, in denen die Durchdringung von Hochleistungsnetzen am größten ist. In den nordischen Ländern beispielsweise erreicht die Penetrationsrate bereits bei 50 Prozent, weil dort die LTE-Technologie früher eingeführt wurde als in den anderen Ländern. Die Umsatzsteigerung bei den nordischen Betreibern zeigt sich beispielsweise bei Elisa: Das Unternehmen verzeichnet seit mehreren Quartalen Zuwächse von 5-10 Prozent und profitiert dabei von der wachsenden Datennachfrage.

Italien hinkt noch hinterher

Andere Länder wie Italien sind weniger weit fortgeschritten. Im Festnetzbereich haben die geringe Wettbewerbsintensität am Markt (Abwesenheit von Kabelbetreibern) und die dominante Stellung von Telecom Italia die Investitionen im Breitbandbereich gebremst. Die Breitband-Durchdringung in Italien liegt bei 60 Prozent und ist damit im europäischen Vergleich die geringste (europäischer Durchschnitt: 83 Prozent). Aus den gleichen Gründen ist das Land beim Bau von Hochleistungsnetzen gegenüber den restlichen Ländern Europas deutlich im Rückstand. Aus dieser Perspektive ist die jüngste Ankündigung von Enel, ein Glasfasernetz in Italien aufzubauen, nicht unbedingt negativ zu bewerten. Zwar stellt sie zunächst die Wettbewerbsposition von Telecom Italia in Frage und bewegt den Konzern dazu, seine Investitionen zu beschleunigen. Diese Anstrengungen werden jedoch durch die größere Durchdringung von Breitband- und Hochleistungsnetzen belohnt, was sich positiv auf die Gewinne auswirken dürfte.

Die jüngste Aufgabe von Fusionsprojekten sollte aber nicht als das Ende des positiven Gewinnzyklus bei europäischen Telekombetreibern angesehen werden. Die positiven Auswirkungen des Investitionszyklus in Hochleistungsnetze werden erst noch kommen. Das Neubewertungspotenzial ist bei weitem nicht ausgeschöpft und bestärkt uns in unserer Entscheidung, die Aktien von Telekombetreiber nach wie vor stark zu gewichten.

 

Der Spar-Tarif für Ihr comdirect Depot!

Sparen Sie sich teure Ausgabeaufschläge und Gebühren: Eröffnen Sie Ihr Depot über FondsDiscount.de und Sie profitieren von dem günstigen Tarifmodell. Sie haben bereits ein Depot bei der comdirect? Kein Problem. Ein einfacher Vermittlerwechsel genügt und der Spar-Tarif wird automatisch hinterlegt.



Verpassen Sie keine Nachrichten von Markus Hampel

Markus Hampel, Deutschlandchef der französischen Fondsgesellschaft METROPOLE Gestion, schreibt regelmäßig über die europäischen Aktienmärkte und über Wandelanleihen. Hampel hat langjährige Expertise in allen Fragen rund um Fonds und Börse. In seinen regelmäßigen Marktkommentaren legt er besonderes Augenmerk auf Investments in Value-Werten.

Abonnieren Sie jetzt Ihren Lieblingsautor
Ich habe die Allgemeinen Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung gelesen und stimmt diesen zu.
Autor abonnieren
Wir respektieren Ihre Privatsphäre, es werden keine Daten an Dritte weitergegeben!
Verpassen Sie nichts mehr aus der wallstreet:online Redaktion!
Newsletter kostenlos abonnieren

Schreibe Deinen Kommentar

 

Disclaimer

Aktien Europa Telekomsektor: immer noch unser Top-Favorit

Trotz niedriger Bewertungen hatten wir uns über viele Jahre hinweg aus dem europäischen Telekomsektor herausgehalten. Seit 2007 verzeichnete die Branche einen deutlichen Rückgang der Aktivität, was an einem negativen Wettbewerbs- und …

Die Daten werden nur zum Versenden der Nachricht benutzt und nicht gespeichert.

Abbrechen

Jetzt Fonds ohne Ausgabeaufschlag handeln und dauerhaft Depotgebühren bei comdirect sparen!

  • über 13.000 Investmentfonds ohne Ausgabeaufschlag
  • kostenlose Depotführung
  • über 450 Fonds für Sparpläne ohne Ausgabeaufschlag
  • Sonderkonditionen für Transaktionen


Sie haben bereits ein Depot bei comdirect?

Kein Problem. Ein einfacher kostenloser Vermittlerwechsel genügt und Sie können auch von den günstigen Konditionen profitieren.