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Gibt es sie wirklich? Schwarze Schwäne: Mythos, Fakten & Implikationen

Gastautor: Erik Podzuweit
26.05.2016, 15:32  |  2706   |   |   

Schwarze Schwäne in aller Munde. Ob Finanzmärkte, Staatsschulden oder Terrorismus, wohin man schaut: Turbulenzen und Ereignisse, deren Eintreten bis vor Kurzem kaum vorstellbar erschien. Sind Schwarze Schwäne – sprich: extreme Negativereignisse – keine Irrgäste mehr, sondern bei uns mittlerweile heimisch geworden? Oder ist es nur eine Frage der Wahrnehmung?

Der Philosoph Karl Popper nutzte den Schwarzen Schwan als Beispiel für die Fehlbarkeit von Universalhypothesen, denn bis zur Entdeckung Australiens und des dort lebenden schwarzen Trauerschwans war die Hypothese „alle Schwäne sind weiß“ nicht widerlegbar. Der Ökonom Nasim Taleb übertrug diese Metapher auf extreme Kurseinbrüche in Finanzmärkten. 

Nachdem das Entweichen der heißen Luft aus der Dotcom-Blase und die dadurch verursachte Aktienmarktkrise im März 2003 vorüber war und alle Schwarzen Schwäne verflogen waren, kehrte an den Märkten scheinbar wieder Normalität ein. Mit dem Einsetzen der Subprime-Krise 2007 änderte sich das allerdings wieder schlagartig, als das Vertrauen der Banken untereinander zu schwinden begann, Interbankenzinssätze nach oben sprangen und der Zusammenbruch der britischen Bank Northern Rock das erste Opfer lieferte. Bear Stearns und Lehman Brother in den USA folgten, was zu massiven Turbulenzen an den weltweiten Finanzmärkten führte. Die Normalität war weg und die Schwarzen Schwäne wieder da. 

Was ist Normalität?

Wurde 2007 also das Ende der Normalität eingeläutet? Was ist überhaupt „Normalität“? Statistische Verteilungen sind es, die die Wahrscheinlichkeit von Ereignissen, also auch die von Schwarzen Schwänen, beschreiben. Nehmen wir „Normalität“ etwas wörtlicher und verstehen darunter, dass sich Finanzmärkte an die vorherrschende Auffassung der Finanzwelt halten und einer statistischen Normalverteilung folgen, dann ist dies, wie statistische Analysen zeigen, für die ruhigen Vorkrisenjahre tatsächlich gegeben. Im Falle der Normalverteilung scharen sich Kursschwankungen sehr eng und symmetrisch um den Mittelwert der Gaußschen Glockenkurve. Dadurch werden bereits moderate Schwankungen schnell als Extremereignisse klassifiziert. 


Ein Blick auf die Tabelle verdeutlicht: Hier geht es nicht um Haarspaltereien irgendwelcher „Modellspinner“, sondern um eklatante Diskrepanzen zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Unter der Normalverteilungsannahme sollte beim Dow-Jones ein Tagesverlust von fünf oder mehr Prozent im Schnitt etwa alle 1.000 Jahre vorkommen. Ein undenkbar seltenes Ereignis. Tatsächlich aber tritt ein Verlust in diesen Größenordnungen im Schnitt rund alle 18 Monate ein. Und ein Tagesverlust von über 10 Prozent käme rechnerisch nur alle 20 Trilliarden Jahre vor. In der Realität erleben wir einen derartigen Absturz rund drei Mal in unserem Leben.

Die Häufigkeit extremer Kursverluste

Die Normalverteilung unterschätzt also die Wahrscheinlichkeit verlustreicher Marktbewegungen und somit das Verlustrisiko des Anlegers in eklatanter Weise. Die ruhige Vorkrisenperiode 2003 bis 2007 ist somit die Ausnahme und nicht die Regel. Volatilere Marktbewegungen, insbesondere Kursverluste, wie wir sie in der jüngsten Finanzkrise erlebt haben, sind das „Normale“. In der Statistik spricht man von „schweren Rändern“ oder „Fat-Tails“ – was besagen soll, dass die Wahrscheinlichkeit großer Schwankungen wesentlich höher ist als es die Normalverteilungsannahme unterstellt. 


Ist der Schwan weiß oder schwarz? Alles eine Frage der Erwartungshaltung.

Schwarze Schwäne in Form unerwartet hoher Kursausschläge sind immer dann überraschend, wenn unseren Erwartungen ein Modell mit normalverteilten Kursbewegungen zugrunde liegt. Es sind also nicht die fünf Verlustprozent, die den Schwan schwärzen. Es ist viel mehr die falsche Einschätzung, mit der wir diesen Verlust erwarten. 

Bei den seit Beginn der Krise verstärkt auftretenden heftigen Kursverlusten mag manchem Dunkles schwanen und einige dazu veranlassen, wie Gabor Steingart vom Handelsblatt es seinerzeit formulierte, das „Ende der Normalität“ zu proklamieren. In Wirklichkeit handelt es sich aber um die Rückkehr regulärer Gesetzmäßigkeiten. „Otto-Normalanleger“ ist halt jedes Mal wieder überrascht – dank seiner „Normalverteilungsbrille“, deren Sichtfelder derart verdunkelt sind, dass auch der weißeste Schwan dunkel erscheint. Erst mit einer ungetrübten Sicht auf Risiken und Chancen können Anlageentscheidungen risikogerecht und zielführend getroffen werden. 

Was bedeutet das für die Vermögensverwaltung?

All dies ist mit den etablierten Standardansätzen nicht machbar, denn erst in den letzten Jahren hat die Wissenschaft entscheidende Fortschritte auf dem Gebiet der Risikoforschung erzielt. Die Umsetzung risikokontrollierter Investmentprozesse, die die Risikovorgaben des Anlegers auch in kritischen Marktphasen einhalten, erfordert daher einen Finanzdienstleister, der die maßgeblichen wissenschaftlichen Erkenntnisse erfolgreich in die Praxis übertragen hat. 

Scalable Capital ist ein digitaler Vermögensverwalter, der eine Anlagetechnologie nach genau diesen Prinzipien entwickelt hat und modernste Erkenntnisse der Risikoforschung berücksichtigt. Hat sich ein Kunde für eine von über 20 Risikokategorien entschieden, die jeweils für ein konkret bezifferten Verlustrisiko (gemessen mit Value-at-Risk) steht, wird ein entsprechendes, global diversifiziertes und kosteneffizientes ETF-Portfolio erstellt und im Anschluss mit Hilfe von simulationsgestützten Risikoanalysen überwacht. Wird eine Abweichung von der Risikovorgabe des Anlegers signalisiert, erfolgt automatisch eine entsprechende Umschichtung in risikoärmere oder risikoreichere Anlagen. Anstatt des üblichen Rebalancings auf starre Ursprungsgewichte, erfolgt also eine dynamische Gewichtung, die darauf abzielt, das individuell festgelegte Risikoprofil in allen Marktphasen einzuhalten. 

Diese Form des dynamischen Risikomanagements lässt das Risiko des Anlegers nicht mehr einfach mit dem Risiko im Markt schwanken, sondern orientiert sich direkt an den Vorgaben des Kunden. Dies schont die Nerven der Anleger, schützt sie vor emotionalen Fehlentscheidungen und unterstützt sie entscheidend beim systematischen Vermögensaufbau.

 

Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.scalable.capital

Die Vermögensanlage in Kapitalmärkte ist mit Risiken verbunden. Der Wert Ihrer Vermögensanlage kann fallen oder steigen. Es kann zum Verlust des eingesetzten Vermögens kommen. Weder vergangene Wertentwicklungen noch Prognosen haben eine verlässliche Aussagekraft über zukünftige Wertentwicklungen. Bitte beachten Sie hierzu die Hinweise auf unserer Website: https://de.scalable.capital/risiko

 



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Erik Podzuweit ist Gründer & Co-CEO des digitalen Vermögensverwalters Scalable Capital. Global diversifizierte ETF-Portfolios werden mit einer eigens entwickelten Risikomanagement-Technologie überwacht und gesteuert. Mehr Infos unter: Scalable Capital.

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