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Bullish für Gold und Bargeld Gold: "keine Absicherung gegen geldpolitisches Chaos, sondern eine Investition darauf"

02.06.2016, 12:50  |  4906   |   |   

Jim Grant, der Gründer das berühmten Börsenbriefs „Grant’s Interest Rate Observer“, hat in den vergangenen Jahren die US-Notenbank für das gigantische Gelddrucken scharf kritisiert und ist ein großer Gold-Fan. Der Finanzprofi zeigt einmal mehr auf, wie sich Anleger gegen die bevorstehende Krise schützen können.

„Es ist nichts Neues, dass Jim Grant bullisch für Gold ist. Das Ausmaß würde ich allerdings als „sehr“ bezeichnen. Ich würde Gold nicht so sehr als Absicherung gegen geldpolitisches Chaos, sondern eine Investition darauf charakterisieren. Die Leute sagen, es ist eine Absicherung gegen den Weltuntergang, meistens kommt es aber nicht zum Weltuntergang. Wir befinden uns aber inmitten von geldpolitischem Unsinn und ich sehe keine wirkliche Chance, dass es künftig weniger davon geben wird, sondern vielmehr eine große Chance, dass es noch mehr davon geben wird“, sagte Jim Grant. Der Finanzprofi hat die Fed wiederholt scharf dafür kritisiert, dass sie seit Jahren eine Nullzinspolitik betreibt, weil die Manipulation der Zinsen zu Blasen am Aktien- und Immobilienmarkt und vielen anderen Verwerfungen führe.

Goldverkäufe von Notenbanken sind ein Krisensignal

Grant kann überhaupt nicht nachvollziehen, warum Kanada zuletzt seine gesamten Goldreserven verkauft hat. „Westliche Notenbanken… betrachten meiner Meinung nach Gold als Kuriosität… Gold hat aber seine Fans im Osten und Gold wird vom Westen in den Osten verschoben.“ Der Experte spielt damit vor allem auf die massiven Goldkäufe Chinas an. Das Land hat nicht nur seine Goldreserven kräftig aufgestockt, sondern ermutigt auch seine Bürger möglichst viel von dem physischen Metall zu kaufen. „Wenn die westlichen Notenbanken (Gold) verkaufen, so wie es die englische Notenbank in den späten 1990er-Jahren getan hat und wie es das kleine Venezuela im ersten Quartal (2016) getan hat und wahrscheinlich immer noch tut, sind das typischerweise Zeiten von Notlagen.“ Viele Leute würden immer noch glauben, die Herrscher über das Papiergeld und digitale Währungen wüssten, wie es weitergehen solle. „Ich versuche zu verstehen, was sie (die Notenbanker) sagen, aber es ergibt keinen Sinn. Für mich erscheint das Gegenteil so offensichtlich, dass ich manchmal schon glaube, ich bilde mir etwas ein.“

Bargeld für Krisenzeiten halten

Grant hat zudem eine Idee, wie sich Anleger gegen die kommende Krise schützen können – außer mit Gold selbstverständlich: Bargeld. „Cash ist immer eine schöne Sache, obwohl es keine Zinsen abwirft. Es ist aber eine Option, es gibt einem die Möglichkeit Sachen zu kaufen.“ Mit Bargeld könne man sein Vermögen erhalten, während man gleichzeitig darauf wartet, im Krisenfall günstig Dinge zu kaufen, wenn niemand diese Dinge – sprich Aktien – haben wolle, die derzeit so begehrt seien.

Grant erinnerte an Ende 2008 und Anfang 2009 als es nach dem Crash am Aktienmarkt eine hervorragende Chance gegeben hatte, Aktien zu sehr niedrigen Kursen zu kaufen, und damit von der Rally der Folgejahre zu profitieren. „So etwas passiert nicht alle zehn Jahre, aber es passiert und es ist besonders wahrscheinlich, dass es passiert, wenn Notenbanken die Preise der Vermögenswerte nach oben manipuliert haben.“ Günstig einzukaufen bedeute, dass man einen Risikopuffer habe für jene Fehler beim Investieren, die man unweigerlich mache.

Dass der S&P500 heute stärker überbewertet ist als je zuvor, sollte angesichts der Gelddruckorgie der vergangenen Jahre niemanden überraschend. Zur Bewertung des S&P500 greift man beispielsweise auf einen Kennzahl zurück, die auch die Investmentlegende Warren Buffet als die wichtigste Bewertungskennziffer ansieht: Den Börsenwert des S&P500 im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt der USA. Aktuell liegt diese Kennziffer bei 1,2 – der Börsenwert des S&P500 beläuft sich also auf das 1,2Fache der Wirtschaftsleistung der USA. Die Bewertung ist damit doppelt so hoch wie im langfristigen Schnitt. „Dem S&P500 bei Ständen von mehr als 2.100 Punkten nachzulaufen, ähnelt daher dem Einsammeln von Pfennigen vor einer fahrendenden Dampfwalze“, schrieben die Analysten der Credit Suisse zuletzt.

Wertpapier: S&P 500, Gold


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