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Interview Negativzinsen: Wie sich Anleger jetzt verhalten sollten

06.06.2016, 09:00  |  3984   |   

Wie ein Damoklesschwert hängt die Sorge um Negativzinsen über den Köpfen der Anleger. Speziell für weniger risikofreudige Anleger schwinden immer mehr die Anlageoptionen. Michael Stephan, Geschäftsführer von iFunded, erklärt im Interview auf wallstreet:online, wie in der aktuellen Niedrigzinsphase trotz konservativer Anlagestrategie Renditen von bis zu 7% erzielt werden können.

Herr Stephan, die Renditen für festverzinsliche Wertpapiere sind im Keller. Welche Alternativen haben Anleger aktuell?

Michael Stephan: In der aktuellen Niedrigzinsphase wird die Immobilienanlage immer beliebter. Hier lassen sich Renditen von 3% bis 7% bei vergleichsweise geringem Risiko erwirtschaften.
 

Für den Kauf einer Kapitalanlagewohnung sind größere Summen nötig…

Stephan: Das ist richtig. Außerdem muss sich der Anleger um die Verwaltung kümmern. Direktinvestments in Immobilien sind eher für Anleger geeignet, die sehr große Summen investieren. Sein gesamtes Vermögen in eine Wohnung zu stecken, ist keine gute Idee.
 

Aber wie können auch Kleinanleger in Immobilien investieren?

Stephan: Das war in der Vergangenheit tatsächlich nicht so einfach. Lange Zeit waren offene Immobilienfonds sehr beliebt, die sich über hohe Mittelzuflüsse freuen durften. Sie konnten bis zur großen Krise bei den offenen Fonds auch gute Renditen darstellen. 2015 war die durchschnittliche Rendite jedoch nur noch bei 1,4%. Oft müssen Anleger einen Ausgabeaufschlag von 5% zahlen, der auch erst einmal wieder verdient werden muss.
 

Also doch eher geschlossene Immobilienfonds?

Stephan: Bei geschlossenen Immobilienfonds ist die Mindestanlagesumme relativ hoch, meist bei 5.000 bis 10.000 Euro. Viel abschreckender sind jedoch die Gebührenstrukturen. Von dem eingezahlten Geld gehen nur 89% bis 92% in die Immobilie und 8% bis 11% sind Gebühren.
 

Was ist dann die Alternative zu Immobilienfonds?

Stephan: Immobilien-Crowdfunding. Bei dieser Anlageform können Anleger über eine Internetplattform in ein Immobilienprojekt ihrer Wahl investieren. Sie geben dabei dem Immobilienentwickler ein Nachrangdarlehen zu einem festen Zinssatz und einer festen Laufzeit, in der Regel von maximal zwei Jahren. Die Mindestanlagesumme ist im dreistelligen Bereich und es fallen für den Anleger keine Gebühren an.

Sie haben von Renditen zwischen 3% und 7% gesprochen. Wovon hängt die Höhe letztlich ab?

Stephan: Letztlich vom Risiko. Bei Neubauprojekten ist das Risiko am höchsten und entsprechend auch die Rendite höher. Bestandsimmobilien haben vergleichsweise weniger Risiko.

Haben Sie ein Beispiel für ein konkretes Projekt?

Stephan: Über unsere Plattform iFunded.de können Anleger aktuell in das Projekt CENTRAL BERLIN investieren. Hier beträgt die jährliche Rendite 5% und die Laufzeit 18 Monate. Es ist eine geschichtsträchtige Wohnimmobilie, die mit den Anlegergeldern saniert wird. Sie befindet sich im Herzen Berlins, nur drei Minuten vom Alexanderplatz entfernt. Anleger können sich schon ab 250 Euro beteiligen und erhalten halbjährliche Zinszahlungen.
 

Wie würden Sie denn das Risiko von CENTRAL BERLIN beschreiben?

Stephan: Wir haben bei iFunded ein eigenes Bewertungsschema, mit dem wir jedes Projekt in die Risikoklassen A bis E einteilen, wobei A das geringste und E das höchste Risiko beschreibt. CENTRAL BERLIN ist in der Risikoklasse B.

Foto: Central Berlin

 



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Michael Bulgrin verfügt über mehr als 10 Jahre Erfahrung in der Finanzkommunikation. Der Diplom-Kaufmann ist CIIA-Analyst der Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA), dem Berufsverband der Investment Professionals in Deutschland.

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