Newsletter

Jetzt noch besser informiert!

Abonnieren auch Sie unseren kostenlosen Nachrichten-Newsletter und verpassen Sie nichts mehr aus der wallstreet:online Redaktion!

  • Das Wichtigste für Sie zusammengefasst
  • Ausgewählte Artikel unserer Gastautoren
  • Eilmeldungen zu wichtigen Marktgeschehnissen

Wir respektieren Ihre Privatsphäre, es werden keine Daten an Dritte weitergegeben!

Jetzt abonnieren
Später
DAX+1,48 % EUR/USD-0,01 % Gold-0,39 % Öl (Brent)+4,84 %
Rohstoffe - Gold: Schwacher Dollar sorgt für Auftrieb beim Goldpreis
Foto: Luftbildfotograf - Fotolia

Rohstoffe - Gold Schwacher Dollar sorgt für Auftrieb beim Goldpreis

16.06.2016, 09:30  |  2747   |   |   

Das Edelmetall konnte in seiner Funktion als Krisenschutz von der Bergab-Tendenz der internationalen Aktienmärkte profitieren. Mesut Pazarci von der PIM GOLD und Scheideanstalt GmbH sowie Julius Leineweber, Geschäftsführer der dazugehörigen Vertriebsgesellschaft PGD GmbH, erläutern im Interview, wie die Entwicklung des US-Dollars und des Ölmarktes den Goldpreis beeinflussen.


Herr Leineweber, ein Faktor bei der Entwicklung des Goldpreises ist der Ölmarkt. Konnte das Edelmetall vom aktuellen Ölpreissturz profitieren?

Julius Leineweber: Gold beweist in seiner Funktion als Krisenschutz nach wie vor Stärke. Die Gewinnmitnahmen können zwar nur als marginal bezeichnet werden und nach der stärksten Quartalsperformance seit fast 30 Jahren zeichnet sich auf dem erhöhten Preisniveau nun eine Bodenbildung ab. Aus charttechnischer Sicht wächst aber die Spannung. Dies liegt unter anderem an der markanten Unterstützungszone, die sich in den vergangenen Wochen im Bereich von 1.220 Dollar herauskristallisiert hat und die erheblichen Verkaufsdruck aufkommen lassen könnte.


Wie sieht es mit der Bodenbildung auf dem Ölmarkt aus? Ist die bereits eingetreten?

Julius Leineweber: Nein, wir haben vielmehr eine leichte Erholung gesehen. Tatsächlich ist sehr viel Öl auf dem Markt und wir nehmen bei der PGD GmbH eine sich zunehmend abkühlende Weltwirtschaft wahr. Deswegen sehe ich aktuell keine nachhaltig steigenden Ölpreise – es sei denn, wir bekommen einen militärischen Konflikt zwischen Iran und Saudi-Arabien. Dieser ist mittelfristig nicht völlig auszuschließen.


Herr Pazarci, vor allem Europa, aber auch der Rest der Welt scheint derzeit Kopf zu stehen. Wo liegen die größten Risiken für die Märkte?

Mesut Pazarci: Griechenland hat mit heftigen Generalstreiks zu kämpfen, die Brexit-Debatte heizt Großbritannien auf und Spanien ist quasi nicht regierbar. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass der ganze eurasische Kontinent vor Problemen steht. In Europa sind aufgrund des Flüchtlingsstroms neue Grenzen entstanden. In Bezug auf die Ölpreisentwicklung stehen auch Russland und der arabische Raum vor Schwierigkeiten. Die Türkei befindet sich kurz vor einem Bürgerkrieg, ganz zu schweigen von den Tumulten im Nahen Osten. Das größte Risiko geht jedoch von China aus, wo mittlerweile ganze Städte verlassen sind. Die Schuldenspanne dortiger Unternehmen liegt bei 160 Prozent der Landeswirtschaftsleistung. Durch immer neue Kredite versuchen diese Firmen, ihre Verluste auszugleichen. Über die Dauer eines Vierteljahrhunderts wurde diese gigantische Wirtschaftsblase aufgebaut – nun droht sie zu platzen, wenn eines Tages der Geldzufluss stoppt.


Einen wahren Boom hat der US-Dollar hinter sich. Dieser scheint nun zu einem Ende zu kommen.

Mesut Pazarci: Dies sehen wir auch bei PIM GOLD ähnlich. Bei einer Gegenüberstellung kann definitiv Gold als Konstante bezeichnet werden, denn der Dollar büßt an Kaufkraft ein, wenn der Goldpreis in Dollar zunimmt. Will man die weitere Entwicklung des Goldkurses prognostizieren, so muss man in erster Linie eine Analyse für die Aussichten des US-Dollar erstellen. Immer wieder wird von einem geheimen Abkommen von USA, China, Japan und EU gemunkelt, das für ein Sinken des Dollarkurses sorgen würde. Diese vier größten Wirtschaftsnationen favorisieren eine schwächere Währung. Da es auf mathematischer Ebene nicht umsetzbar ist, alle Währungen zur gleichen Zeit abzuwerten, muss dies sozusagen im Wechsel geschehen.


Und wie schätzen Sie die durchschnittliche Bewertung der Aktienmärkte ein?

Julius Leineweber: Nach wie vor bekommen wir wenig Zinsen auf Zinsanlagen – das geht von null bis in den Minusbereich. Das Gros der guten Unternehmen ist zwar momentan eher fair bewertet, das heißt aber nicht, dass diese Aktien nicht auch unter Druck kommen könnten, wenn der Gesamtmarkt Federn lassen muss. Deswegen muss man den derzeitigen globalen Risiken immer ins Auge blicken und Absicherungsstrategien verfolgen. Die Investition in Edelmetall der PGD GmbH ist hier eine mehr als sinnvolle Option.


Generell hat Gold bereits jetzt in Anbetracht des gefallenen Dollars zulegen können. Herr Pazarci, wollen Investoren das Risiko meiden und bevorzugen deshalb das Edelmetall als sicheren Hafen?

Mesut Pazarci: Als eine der zuverlässigsten Möglichkeiten der Geldanlage gehört Gold meiner Meinung nach unbedingt in jedes Portfolio. Obwohl es selbstverständlich immer wieder Auf- und Ab-Phasen unterliegt, wird es seinen Wert nie verlieren. Anleger können mit Edelmetall von PIM GOLD über lange Zeiträume hinweg Kaufkraft erhalten und damit beispielsweise ein Aktiendepot absichern. Der Goldpreis ist im Zeitraum von acht Wochen um 30 Prozent in die Höhe geschossen – mit weiterem Spielraum nach oben. Der große Vorteil: Mit Gold kann überall auf der Welt bezahlt werden und als Sachwert ist es vor der Inflation sicher.


Apropos bezahlen: Der 500-Euro-Schein wird nun abgeschafft. Welche Zukunft prognostizieren Sie der hierzulande nach wie vor beliebten Barzahlung?

Julius Leineweber: Ich bin ein großer Freund des Bargeldes, denn es ist das einzig legale Zahlungsmittel, das wir haben. Dennoch gehe ich davon aus, dass wir es verlieren werden. Im elektronischen Zahlungsverkehr hat vor allem die Industrie einen besseren Überblick über Kundendaten. Auch die Politik würde mehr Kontrolle über die Bürger gewinnen, da sich Schwarzarbeit leichter vermeiden und Strafmaßnahmen einfacher durchsetzen ließen. Für die Banken, die ihre Gebühren für den elektronischen Zahlungsverkehr sogar nach oben schrauben könnten, stellt Bargeld zudem einen hohen Kostenfaktor dar. Den größten Nachteil hätten im Falle einer Bargeldabschaffung die Bürger, die ihr Erspartes bei einer Bankenpleite nicht mehr abheben könnten.


Mit über 16 Prozent erzielte der Goldpreis von Januar bis März den höchsten Quartalsgewinn seit fast 30 Jahren. Im April schaltete das Edelmetall nun einen Gang zurück. Kann bereits von einer markanten Korrektur gesprochen werden?

Julius Leineweber: Nein, das denke ich nicht. In einer Ende März publizierten Studie des World Gold Council wurde darauf hingewiesen, dass die Nettokäufe der Notenbanken in der zweiten Jahreshälfte 2015 mit 336 Tonnen einen neuen Rekord aufgestellt haben. Die Analysten des Verbands der Goldminenindustrie und auch unsere Experten von PIM GOLD und der PGD GmbH gehen außerdem davon aus, dass die Notenbanken in diesem Jahr und darüber hinaus neue Rekordkäufe tätigen werden.

Mesut Pazarci: Für das laufende Jahr wird ein durchschnittlicher Goldpreis in Höhe von 1.159 Dollar erwartet und auch für die kommenden Jahre bewegt sich der Erwartungswert für 2017 (1.212 Dollar), 2018 (1.256 Dollar) und 2019 (1.326 Dollar) eindeutig nach oben.


Was ist denn nun lohnenswerter? Investments in Gold oder doch in Leitindizes wie den DAX?

Pazarci: Mathematische Kennzahlen legen momentan den Fokus auf Gold. Die Volatilität zeigt beispielsweise die Kursschwankungsintensität eines Anlagemodells an. Gerade Anleger, die eher risikoavers veranlagt sind, sollten nun zugreifen. Das Edelmetall spricht für sich selbst, wenn man die historische 250-Tage-Volatilität von Gold der des DAX gegenüberstellt. Obwohl das Risiko des Dax auf 30 Schultern verteilt und dadurch reduziert wurde, fällt sie mit 15,7 Prozent wesentlich niedriger als bei dem Blue-Chip-Barometer (25,3 Prozent) aus.


Wie beurteilen Sie den Einfluss der Inder und Chinesen auf die weitere Goldmarktentwicklung? Seit Jahren gelten sie als ausschlaggebende Nationen in Bezug auf den weltweiten „Goldhunger“.

Julius Leineweber: In diesem Jahr spielten Anleger aus Asien auf dem Goldmarkt eine weniger große Rolle, weshalb diese Frage schwer zu beantworten ist. Eher waren ETF-Investoren und Terminspekulanten für die Bergauf-Tendenz des Goldpreises verantwortlich. Traditionell ist die dortige Schmuckindustrie aber tatsächlich der größte Goldnachfrager. Im ersten Quartal lag die Nachfrage in Indien um 39 Prozent unter der des Vorjahres. In China war sie zwölf Prozent niedriger. Das World Gold Council geht davon aus, dass die Nachfrage gerade in Indien wegen einer guten Monsunsaison im zweiten Halbjahr anziehen wird. Wenn der erhoffte Regen kommt, steigen die Einkommen und damit auch die Nachfrage nach Gold. Der Bedarf aus China sollte bis Ende 2016 auf 1000 Tonnen anziehen. Damit summiert sich das asiatische Aufholpotenzial auf 1500 Tonnen. Die kommenden Entwicklungen auf dem Goldmarkt werden jedenfalls interessant werden: Mit den Produzentenpreisen ging es zwar um 4,3 Prozent p.a. bergab, bei den Konsumentenpreisen für März wurde hingegen eine Teuerungsrate in Höhe von 2,3 Prozent p.a. genannt. Wie unsere Erfahrungen bei der PGD GmbH in der Vergangenheit des Öfteren gezeigt haben, kann sich dies jedoch auch schnell wieder ändern.



Verpassen Sie keine Nachrichten von Redaktion w:o
Abonnieren Sie jetzt Ihren Lieblingsautor
Ich habe die Allgemeinen Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung gelesen und stimmt diesen zu.
Autor abonnieren
Wir respektieren Ihre Privatsphäre, es werden keine Daten an Dritte weitergegeben!
Verpassen Sie nichts mehr aus der wallstreet:online Redaktion!
Newsletter kostenlos abonnieren

Schreibe Deinen Kommentar

 

Disclaimer

Rohstoffe - Gold Schwacher Dollar sorgt für Auftrieb beim Goldpreis

Mit über 16 Prozent erzielte der Goldpreis von Januar bis März den höchsten Quartalsgewinn seit fast 30 Jahren. Im April schaltete das Edelmetall nun einen Gang zurück. Ist der Goldhunger schon gestillt? Was lohnt mehr - DAX oder Gold?

Die Daten werden nur zum Versenden der Nachricht benutzt und nicht gespeichert.

Abbrechen

Europas größte ETP-Plattform

Erfahren Sie alles zum Thema Investieren in ETPs. Informieren Sie sich auf etfsecurities.com

Zum Leitfaden

Weitere Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel