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FundForum International Branche im Wandel

10.06.2016, 08:57  |  597   |   |   

20 Jahre lang trafen sich rund 1.300 Top-Entscheider beim FundForum International in Monaco – in diesem Jahr ist die Branche nach Berlin umgezogen. FundResearch war bei der ersten Veranstaltung an der Spree dabei.

Die Welt wird immer komplexer – diese Entwicklung macht auch vor der Finanzbranche nicht halt. Regulierung, Digitalisierung oder Cyber-Security: Für die rund 1.300 Teilnehmer des diesjährigen FundForums International in Berlin bot sich reichlich Stoff zum Diskutieren und Nachdenken. Mohamed El-Erian, Vorsitzender von Präsident Obamas Global Development Council und ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Pacific Investment Management Company (PIMCO), begrüßte in seinem Vortrag schon den Beginn einer neuen Weltordnung: Die klassische Normalverteilung habe keine Gültigkeit mehr. Randrisiken seien wesentlich wahrscheinlicher als angenommen: „Denken Sie das Undenkbare“, so sein Ratschlag. Sich gegen das Undenkbare zu wappnen, das versuchen auch Nachrichten- und Geheimdienste. Professor Sir David Omand, ehemaliger Chef des britischen Nachrichten- und Sicherheitsdienstes GCHQ, machte in seinem Vortrag deutlich, wie gefährlich das World Wide Web – auch für die Finanzbranche - sein kann: „Kriminelle müssen nicht mal mehr einen Fuß vor die Tür setzen oder spezielle Fähigkeiten erlernen: jeder hat überall Zugriff auf das Internet. Das bietet auch Kriminellen ungeahnte Möglichkeiten.“ Noch nicht gelöste Fragen des Datenschutzes müssten dringend gelöst werden. Auch El-Erian ist überzeugt, das Thema Digitalisierung werde die Branche umkrempeln: „Die Hotel-Kette Hilton hat 100 Jahre gebraucht um 700.000 Zimmer bereitzustellen, Airbnb hat in sechs Jahren eine Millionen Schlafplätze geschaffen. Robo-Advisors sind noch nichts im Vergleich zu dem, was die Branche noch erwartet.“

Donald Trump und der Brexit – zwei weitere Themen, die auch die Finanzwelt durcheinander wirbeln könnten. Protest-Bewegungen seien deshalb so erfolgreich, weil die Menschen sich von Regierungen allein gelassen fühlen, so John Hulsman vom U.S. Council on Foreign Relations. „Die Bevölkerung ist nicht über die Finanzkrise hinweg gekommen“, so seine Vermutung. 

Die Regulierungswut der Behörden zum Anlass nahmen unter anderem Experten von BNP Paribas, UBS Asset Management und der EFAMA. Einhellige Meinung: Regulierungen seien zu inkonsistent. Nach der Finanzkrise habe man schnell reguliert, müsse aber nun die getroffenen Vereinbarungen schon wieder überarbeiten. Ein gewisses Restrisiko werde jedoch trotz aller Regulierung immer bleiben. Das müsse man akzeptieren, findet Alexander Schindler von der EFAMA. Guy Sears , Interim CEO bei The Investment Association, nimmt auch den Konsumenten in die Pflicht: „Man sollte klären, bis zu welchem Grad der Konsumente Verantwortung für seine Entscheidung übernehmen muss. Viele Anleger sind zu kurzsichtig.“ 

Was Assetmanager von anderen Disziplinen lernen können, beantwortete Trudie Taylor, Beraterin bei Taylor Ferrington. Viele Entwicklungen, die in Katastrophen enden, würden zu lange ignoriert. Tschernobyl und Lehman Brothers – beide hätten sich angekündigt. Ein kultureller Wandel müsse also her. Und der sei abhängig von Führungsqualitäten. „Führungspersonen brauchen Visionen, hinter denen sie voll stehen“, so die Expertin. „Die Frage ist, wie viel man dafür zu investieren bereit ist.“ 

(TL) 



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Teresa Laukötter hat den M. Sc. in Volkswirtschaft der Universität Maastricht. Als Redakteurin und Content-Managerin bei €uro Advisor Services GmbH ist sie zuständig für die Top-Themen auf www.fundresearch.de.

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