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Milliardenschwere Defizite Wneschekonombank: Putins wichtigste Staatsbank kämpft ums nackte Überleben

15.06.2016, 17:40  |  2808   |   |   

In der anhaltenden Wirtschaftskrise Russlands steht die Zukunft der einst wichtigsten Staatsbank auf wackeligen Beinen. Zu einem Drittel nur noch aus Schulden bestehend versucht die Wneschekonombank derzeit alles, um sich über Wasser zu halten. 

Mit dem Ölpreisverfall und den westlichen Sanktionen ist die russische Wirtschaft aktuell auf sich selbst gestellt, von außen fließt kaum noch Geld ins Land. Entsprechend schwieriger wird es für die staatseigenen Kreditinstitute, sich ausreichend liquide Mittel zu beschaffen, die Angst vor einem Pleitegang schwebt wie ein Damoklesschwert über den Banken. 

Von der allgemeinen Schrumpfkur besonders betroffen ist die einst florierende Wneschekonombank (VEB) - die Staatsbank mit der Putin zu besseren Zeiten große Herzensprojekte, wie die Olympischen Winterspiele in Sotschi oder die geheime Unterstützung der prorussischen Separatisten im Ukraine-Konflikt finanziert hatte. Heute klafft in der Haushaltskasse der VEB ein gigantisches Loch von fast 1,5 Billionen Rubel, das sind über 20 Milliarden Euro. Allein in diesem Jahr bräuchte die Bank laut Nachrichtenagentur "BloombergFördermittel in Höhe von 560 Milliarden Rubel zur Begleichung ihrer Schulden und Verbindlichkeiten.

Sparen, wo es geht

Die sechs Milliarden Dollar, die Staatspräsident Wladimir Putin der Bank jüngst aus einem Staatsfonds zukommen ließ, waren da nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Daher unterzieht sich die VEB nun selbst einem rigiden Sparprogramm. Unter einem neuen Management soll die Belegschaft nach Informationen von "Bloomberg" um 20 Prozent reduziert werden, auch Privatjets und Limousinen sind ab sofort gestrichen. Bei den Vermögenswerten findet zusätzlich ein reger Ausverkauf statt - eine 3,6-prozentige Gazprom-Beteiligung wurde bereits abgestoßen, auch der 8,4-prozentige Anteil an der Moscow Stock Exchange soll möglichst bald verkauft werden. 

Dabei sind jedoch nicht alle Posten so einfach zu liquidieren. Im Jahr 2009 steckte die VEB insgesamt 8 Milliarden US-Dollar (zunächst unter Geheimhaltung) in ukrainische Metallbetriebe, von denen einige in der Krim-Krise beschädigt wurden. Insidern zufolge seien diese Verluste noch nicht abgeschrieben, ganz zu schweigen davon, dass man womöglich potentielle Käufer dafür gefunden hätte. 

In seiner Verzweiflung versuchte das neue Management bereits, die russische Zentralbank um ein paar Milliardenhilfen zu bitten. Diese war von der Idee jedoch gar nicht begeistert und erteilte der VEB unlängst eine Abfuhr. Zu groß sei das Risiko einer Inflation, wenn extra für eine Bankenrettung frisches Geld gedruckt würde. 

Von ganz oben nach ganz unten

Vor nicht einmal einer Dekade hatte das Kreditinstitut noch wenig Probleme, an Geld zu kommen. Im Zuge des Ölbooms machte Putin die einst von Wladimir Iljitsch Lenin gegründete Bank zu einem Stützpfeiler seiner Kreml-Wirtschaft, es wurden Milliarden an Dollar in das Haus gepumpt. Von der Regierung getragen und mit umfangreichen Krediten der europäischen und US-Märkte ausgestattet, erwuchs die VEB zu einer der wichtigsten Staatsbanken mit einem Vermögen von über vier Billionen Rubel. 

Heute kämpft sie ums nackte Überleben. "Die VEB wird sich mittelfristig mit den Problemen befassen müssen, die in der Vergangenheit verursacht wurden", erklärte Vladimir Tikhomirov, Chefökonom der BCS Financial Group, gegenüber "Bloomberg". "das kann nur eins bedeuten - sie wird einschrumpfen."



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Kommentare

Der,gute alte Wladimir!Der Inbegriff aller Schurken&Bösen.Er(Russland),ist entweder Pleite,schickt üble Hooligans,unterjocht Osteuropa,zerbombt(neben vielen anderen,ausser Luxemburg/Liechtenstein/Gibraltar)Syrien&was weiss ich sonst noch.Ich bin ausgewiesener Kabarettfan/Mitglied im Aschaffenburger Hofgartenkabarett,und von daher schon mal nicht nur:Bild dir deine Meinung gebildet.Die Eroberung bzw.Weiterbildung Russlands zieht sich doch schon beinahe 250 Jahre hin.Diverse "überlegene €uropäer"haben schon versucht den "Untermenschen entweder Kultur nahezubringen,oder sie zu eliminieren.250 Jahre,kann das nicht genug sein?=

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