Newsletter

Jetzt noch besser informiert!

Abonnieren auch Sie unseren kostenlosen Nachrichten-Newsletter und verpassen Sie nichts mehr aus der wallstreet:online Redaktion!

  • Das Wichtigste für Sie zusammengefasst
  • Ausgewählte Artikel unserer Gastautoren
  • Eilmeldungen zu wichtigen Marktgeschehnissen

Wir respektieren Ihre Privatsphäre, es werden keine Daten an Dritte weitergegeben!

Jetzt abonnieren
Später
Push-Kurse an | Registrieren | Login
DAX+0,52 % EUR/USD-0,50 % Gold-0,88 % Öl (Brent)-2,60 %
Marktkommentar: Bantleon Investment Insight - Juni 2016
Foto: www.assetstandard.de

Marktkommentar Bantleon Investment Insight - Juni 2016

Nachrichtenquelle: Asset Standard
17.06.2016, 13:27  |  550   |   |   

Wenn sich eine Mehrheit der Briten tatsächlich für einen Austritt aussprechen sollte, wäre dies natürlich eine krachende Ohrfeige für die EU und eine Steilvorlage für EU(R)-kritische Strömungen in anderen Mitgliedsstaaten. Die langfristigen Folgen sind mithin höchst ungewiss. Sicher ist hingegen, dass alle Seiten akribisch darauf achten werden, keinen Flächenbrand zuzulassen - weder in der Realwirtschaft noch an den Finanzmärkten. Insbesondere die Zentralbanken können es nicht dulden, dass all die geldpolitischen Kraftakte der vergangenen Jahre vergebens waren. Aus britischer Sicht kommt hinzu, dass der Finanzsektor das Herzstück der heimischen Wirtschaft ist. Vor diesem Hintergrund gehen wir selbst im schlimmsten Fall nicht von einem Weltuntergang aus.

Die vergangenen Wochen haben im Übrigen gezeigt, dass der für die mittelfristigen Finanzmarktperspektiven elementare Makroausblick trotz aller Unwägbarkeiten nach wie vor günstig ist. Die vorausschauenden Frühindikatoren haben sich weltweit verbessert und kündigen eine Beschleunigung des Wachstumstempos an.

Konjunktur

In China liessen die Mai-Importe der Industrie deutlich eine dynamische Entwicklung erkennen. Sie legten zum zweiten Mal innerhalb der vergangenen drei Monate zu.

Anziehende Binnendynamik in China schlägt auf die Importe durch

Auch wenn diese notorisch schwankungsanfälligen Daten mit Vorsicht zu geniessen sind, zeigt der übergeordnet nach oben drehende Trend, dass der Rohstoffhunger im Reich der Mitte in den vergangenen Monaten grösser geworden ist. Die Wiederbelebung der Bauwirtschaft, die eine wichtige Triebkraft für die aktuelle konjunkturelle Erholung ist, beginnt damit über die Landesgrenzen hinaus auszustrahlen.

In den USA ist seit der Veröffentlichung des Mai-Arbeitsmarktberichts eine schnelle Zinserhöhung durch die Fed definitiv vom Tisch. Der weit unter den Erwartungen liegende Stellenzuwachs von lediglich 38.000 und die Abwärtskorrekturen der beiden Vormonate um zusammen 59.000 schürten ernste Zweifel, ob die Arbeitsmarkterholung tatsächlich so robust ist, wie bislang angenommen.

Wir halten zwar an unserem positiven Konjunkturausblick fest und sehen in den schwachen Arbeitsmarktdaten nur ein vorübergehendes Phänomen. Allerdings ist die Hürde für die nächste Zinserhöhung durch die enttäuschenden Zahlen merklich grösser worden. Nur wenn die bis dahin veröffentlichten Daten einhellig und deutlich positiv überraschen, sodass die jüngsten Zweifel an der Tragfähigkeit der Arbeitsmarkterholung wieder schnell zerstreut werden, wäre ein Zinsschritt in gut sechs Wochen eine realistische Option.

Allen Unkenrufen über die anhaltende Investitionsschwäche in der Eurozone zum Trotz entpuppten sich hier ausgerechnet die Investitionen als ein wichtiger Wachstumstreiber der vergangenen zwei Quartale. Im Vorjahresvergleich liegt das Plus dieser Nachfragekomponente immerhin bei knapp 3,0%, womit die Expansionsraten der Konsum- (+1,7%) und Staatsnachfrage (+1,5%) klar in den Schatten gestellt wurden.

Finanzmärkte

Keiner will sie haben und doch sind deutsche Bundesanleihen gefragt wie nie zuvor. Im Tagesrhythmus sanken zuletzt die Renditen, sämtliche Fälligkeiten rentieren unterhalb der Nulllinie.

Treibende Kraft hinter dieser Entwicklung sind in erster Linie die Anleihenkäufe der EZB - und die dabei geltenden »Regeln«. Weil Anleihen mit einer Rendite unterhalb des Einlagensatzes (-0,40%) nicht gekauft werden dürfen, kommen überhaupt nur noch Laufzeiten von 6 Jahren und länger infrage. Damit schrumpft das für EZB-Käufe zur Verfügung stehende Universum deutscher Bundesanleihen auf weniger als die Hälfte der umlaufenden Emissionen zusammen. Zusätzlich sorgt auch das Finanzministerium mit seiner rigiden Sparpolitik dafür, dass sich das Nettoangebot an Bundesanleihen verringert. Allein der Verknappungseffekt reisst die Renditen immer weiter in die Tiefe. Wir bleiben deshalb dabei, dass die Renditen 10-jähriger Bundesanleihen über kurz oder lang in Richtung 0,20% bis -0,40% wandern dürften.

In den anderen EUR-Ländern spielt dieser Faktor eine weniger prominente Rolle, dafür profitieren die Anleihen aber von der Ausweichreaktion der Bundesanleihenverkäufer. So sank die Rendite 10-jähriger italienischer Staatsanleihen in der vergangenen Woche auf das neue zyklische Tief von 1,38% - die historische Rekordmarke vom März 2015 befindet sich mit 1,12% indes noch ein ganzes Stück darunter.

Anders verhielt es sich bei Unternehmensanleihen, die nun ebenfalls offiziell auf der Einkaufsliste der EZB zu finden sind. Noch ist unklar, welches Volumen die EZB pro Monat anpeilt, wahrscheinlich dürfte es sich um eine Grössenordnung von 5 Mrd. bis 10 Mrd. EUR handeln. Die Märkte haben sich darauf aber bereits seit Bekanntwerden der Erweiterung des QE-Programms eingerichtet, die Renditen sind in diesem Segment flächendeckend auf neue historische Tiefststände gesunken.

Die gute Entwicklung von Unternehmensanleihen (auch im Non-Investment-Grade-Bereich) sowie die Annäherung der US-Börsen an ihre Allzeithöchststände zeigen, dass die Finanzmärkte keineswegs unter einem »Risk off«-Stern stehen. Trotzdem gerieten die EUR-Aktienmärkte unter die Räder. Wie Ende April/Anfang Mai wurden DAX und Eurostoxx50 durchgereicht, ohne sich dabei auch nur einmal nennenswert aufzubäumen. Einen fundamentalen Auslöser für den Ausverkauf gab es im Übrigen nicht: Die veröffentlichten Konjunkturdaten sind mehrheitlich positiv ausgefallen, der Euro legte an der 1,14er-Marke eine Kehrtwende ein und der Ölpreis (WTI) hatte oberhalb von 51 USD gerade erst ein neues Jahreshoch erklommen. Ganz zu schweigen vom Signal der Fed-Präsidentin Yellen, mit der nächsten Zinserhöhung abwarten zu wollen.

Bleibt als Erklärung die Brexit-Furcht, die sich erstaunlicherweise sehr viel stärker an den europäischen Festlandbörsen zu manifestieren scheint als in UK - die Verluste des FTSE100 blieben deutlich hinter den EUR-Pendants zurück. Mit dem Näherrücken des 23. Juni dürfte die Nervosität an den Märkten kaum abnehmen.

Fazit

Die konjunkturelle Stimmung der Investoren hat sich gemäss der jüngsten SENTIX-Erhebung deutlich verbessert - und zwar weltweit. In dieselbe Richtung deutet der (nicht auf Umfragen basierende) aggregierte Frühindikator der OECD, der seine Aufwärtstendenz fortgesetzt hat. Im Einklang mit unseren Makroprognosen deutet dies darauf hin, dass der globale Konjunkturzyklus langsam Fahrt aufnimmt. Wir befürchten weder ein Taumeln der US-Konjunktur (schon gar nicht wegen der chronisch volatilen Arbeitsmarktdaten) noch eine harte Landung der chinesischen Wirtschaft (zumindest nicht dieses Jahr). Entsprechend günstig sind die Vorgaben für die Entwicklung der Unternehmensgewinne und damit die fundamentalen Aktienmarktperspektiven.

Nach wie vor stützt das positive Makrobild die Aktienmärkte

Mit Blick auf die kommenden Wochen treten diese Argumente aber in den Hintergrund - zu einseitig ist der Fokus der Anleger auf die Abstimmung am 23. Juni ausgerichtet. In diesem extremen Spannungsfeld zwischen guten Makroperspektiven einerseits und politischen Unwägbarkeiten andererseits haben wir die Risiken in unseren Portfolios reduziert und fahren vorerst auf Sicht.

Der Spar-Tarif für Ihr comdirect Depot!

Sparen Sie sich teure Ausgabeaufschläge und Gebühren: Eröffnen Sie Ihr Depot über FondsDiscount.de und Sie profitieren von dem günstigen Tarifmodell. Sie haben bereits ein Depot bei der comdirect? Kein Problem. Ein einfacher Vermittlerwechsel genügt und der Spar-Tarif wird automatisch hinterlegt.



Verpassen Sie keine Nachrichten von Asset Standard

AssetStandard ist das führende Portal für Vermögensverwaltende Produkte in Deutschland. Auf www.assetstandard.com werden alle Daten, Dokumente und Informationen zu diesem wachsenden Marktsegment gebündelt. Einheitliche Standards ermöglichen einzigartige Vergleiche zu den Anlageprodukten. Das Portal beinhaltet umfassende Recherche-, Analyse- und Informationsmöglichkeiten bis hin zum Asset Manager eines einzelnen Produkts.

Abonnieren Sie jetzt Ihren Lieblingsautor
Ich habe die Allgemeinen Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung gelesen und stimmt diesen zu.
Autor abonnieren
Wir respektieren Ihre Privatsphäre, es werden keine Daten an Dritte weitergegeben!
Verpassen Sie nichts mehr aus der wallstreet:online Redaktion!
Newsletter kostenlos abonnieren

Schreibe Deinen Kommentar

 

Disclaimer

Marktkommentar Bantleon Investment Insight - Juni 2016

Wenn sich eine Mehrheit der Briten tatsächlich für einen Austritt aussprechen sollte, wäre dies natürlich eine krachende Ohrfeige für die EU und eine Steilvorlage für EU(R)-kritische Strömungen in anderen Mitgliedsstaaten. Die langfristigen Folgen sind mithin höchst ungewiss. Sicher ist hingegen, dass alle Seiten akribisch darauf achten werden, keinen Flächenbrand zuzulassen - weder in der Realwirtschaft noch an den Finanzmärkten. Insbesondere die Zentralbanken können es nicht dulden, dass all die geldpolitischen Kraftakte der vergangenen Jahre vergebens waren. Aus britischer Sicht kommt hinzu, dass der Finanzsektor das Herzstück der heimischen Wirtschaft ist. Vor diesem Hintergrund gehen wir selbst im schlimmsten Fall nicht von einem Weltuntergang aus.

Die Daten werden nur zum Versenden der Nachricht benutzt und nicht gespeichert.

Abbrechen

Jetzt Fonds ohne Ausgabeaufschlag handeln und dauerhaft Depotgebühren bei comdirect sparen!

  • über 13.000 Investmentfonds ohne Ausgabeaufschlag
  • kostenlose Depotführung
  • über 450 Fonds für Sparpläne ohne Ausgabeaufschlag
  • Sonderkonditionen für Transaktionen


Sie haben bereits ein Depot bei comdirect?

Kein Problem. Ein einfacher kostenloser Vermittlerwechsel genügt und Sie können auch von den günstigen Konditionen profitieren.

Weitere Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel