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Kolumne: Eliezer Ben Zimra (Edmond de Rothschild): Was ist die richtige Anleihestrategie für das neue Marktumfeld?
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Kolumne Eliezer Ben Zimra (Edmond de Rothschild): Was ist die richtige Anleihestrategie für das neue Marktumfeld?

Nachrichtenquelle: Asset Standard
22.06.2016, 11:14  |  932   |   |   

Wieso Anleihen aus Europa derzeit aussichtsreich sind und wie selektives Vorgehen noch immer attraktive Renditen einbringen kann, erläutert Eliezer Ben Zimra, Fondsmanager des Edmond de Rothschild Bond Allocation.

Die aktuelle Niedrigzinsphase hat erhebliche Konsequenzen für festverzinsliche Anlagen. Auf der Suche nach Rendite wenden sich Investoren neuen Marktsegmenten zu und verändern das Risikoprofil ihrer Portfolios. Wegen der Vielfältigkeit des Anleihe-Universums gibt es dennoch eine Reihe von Anlagechancen. Doch die Volatilität hat in letzter Zeit stark zugenommen. Die entscheidende Frage ist, welche Anleihestrategie man wählen sollte.

EUROPA ÜBERZEUGT ALS ANLAGEREGION

Wenn man sich die großen geographischen Räume im Hinblick auf Kapitalanlagen ansieht, ragt Europa heraus. Hier wirken sehr starke, unterstützende Faktoren: Abwertung des Euros, gegenwärtig niedrige Zinssätze und billiges Öl tragen zur Steigerung der Gewinnmargen und der Ergebnisse europäischer Unternehmen bei. Auch die Frühindikatoren zeigen, dass die Erholung allmählich einsetzt.

Die Europäische Zentralbank (EZB) will mit ihrer Geldpolitik das Wachstum ankurbeln sowie die Inflation anheizen und wird noch einige Zeit an ihrer Politik des billigen Geldes festhalten. Dies ist wiederum ein wichtiger unterstützender Faktor für die Rentenmärkte der Eurozone. Dass die EZB bei ihren Anleihekäufen und Refinanzierungsgeschäften mit Banken jetzt auch Unternehmensanleihen berücksichtigt, soll eine effektive Übertragung ihrer akkommodierenden Geldpolitik gewährleisten und zu einer Lockerung der Kreditvergabe-Konditionen beitragen. Außerdem bemüht sich die EZB, die Bedenken von Anlegern über die zukünftige Ertragskraft der Banken zu zerstreuen, indem sie ein neues langfristiges Finanzierungsprogramm ("LTRO") eingeführt und negative Zinssätze begrenzt hat. Die Senkung des Zinssatzes für die Einlagefazilität lag in der Tat am unteren Ende der Markterwartungen.

STAATSANLEIHEN BIETEN IMMER NOCH ANLAGECHANCEN

Übereinstimmend mit unserer starken Überzeugung von Europa als Anlageregion sind wir bei Staatsanleihen aus der Eurozone zuversichtlich. Auf diese Papiere zielen die Anleihekäufe der EZB ab, weshalb ihre Renditen allmählich in den negativen Bereich abgleiten.

Mittlerweile gibt es in der Eurozone Staatsanleihen im Gesamtbetrag von ca. 1,5 Billionen Euro, die negative Renditen einbringen. Die EU-Kernländer, die die besten Kreditratings besitzen, sind besonders von dem allmählichen Übergang zu negativen Renditen betroffen. Kurz laufende Anleihen waren als erste an der Reihe, aber auch Papiere mit längeren Laufzeiten werden allmählich von diesem Trend erfasst. Bei deutschen Bundesanleihen muss man beispielsweise schon in den Laufzeitenbereich jenseits von neun Jahren gehen, um positive Renditen zu erzielen.

Das bedeutet, dass man Renditechancen zurzeit eher bei Staatsanleihen aus den Peripherieländern findet. Diese Papiere bieten attraktive Renditen und außerdem können die Peripherieländer mit besser werdenden Fundamentaldaten und einem dynamischen Wirtschaftswachstum punkten. Allerdings sollte man nach wie vor sehr selektiv vorgehen. In Portugal und Griechenland haben die politischen Risiken abgenommen, während die Lage in Spanien noch immer unsicher bleibt.

EUROPÄISCHEN HOCHZINSANLEIHEN - SELEKTIVE VORGEHENSWEISE WIRD DURCH ATTRAKTIVE RENDITEN BELOHNT

Das Hochzinssegment profitiert von der lockeren Geldpolitik der EZB, vom verhaltenen Wirtschaftswachstum und von starken Unternehmen, deren Fundamentaldaten sich stetig verbessern.

Historisch niedrige Referenzzinssätze haben die Fremdkapitalkosten für Unternehmen gesenkt und wegen des aktuellen Trends zur Desintermediation nimmt auch die Wahrscheinlichkeit zu, dass sie sich direkt über die Märkte finanzieren. Europäische Hochzinsanleihen sind für Emittenten und Anleger gleichermaßen ein Muss.

Zudem liegen die Ausfallquoten immer noch unter ihrem historischen Mittelwert. Das Hochzinssegment reagiert weniger stark auf Zinsänderungen als andere Rentenmarktsegmente und bietet gegenwärtig besonders attraktive Renditen. Vorsicht und eine selektive Vorgehensweise sind allerdings wichtiger denn je. Der Markt ist sehr heterogen, sodass für die Beurteilung von Bonitätsrisiken gründliche Analysen erforderlich sind.



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