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Vom Brexit zum Bregret Junge Briten trauern um Brexit-Entscheid - Doch: Selber Schuld! Warum geht ihr nicht wählen?

27.06.2016, 11:30  |  4284   |   |   

Die jungen Briten schimpfen: Wir wurden um unsere Zukunft betrogen. Die älteren Briten des Vereinigten Königreiches hätten die Weichen für die Kinder und Enkelkinder gelegt und werden die Folgen der Brexit-Entscheidung nicht wirklich tragen müssen. Doch so einfach ist die Sache nicht. Ja, die Alten haben mir großer Mehrheit für den Brexit gestimmt. Doch die Jungen haben es selbst vergeigt. Viele von ihnen gingen schlichtweg nicht wählen.

Das ist so in einer Demokratie: Jede abgegebene Stimme hat einen Wert. Eine nicht abgegebene Stimme sogar auch, denn sie wirkt sich auch in ihrer Abwesenheit auf das Wahlergebnis aus. Jüngstes Beispiel: Das EU-Referendum in Großbritannien. Die Wahlbeteiligung lag bei durchschnittlich 72,2 Prozent. Ganz gut, blickt man auf die Rückläufigkeit dieses Gradmessers der demokratischen Beteiligung. 51,9 Prozent der Briten stimmten am Ende für den Austritt ihres Landes aus der Europäischen Union. Knapp, aber demokratisch legitimiert.

Knapp, aber abwendbar aus Sicht der trauernden jungen Briten. Man muss nur einen Blick auf die Wahlbeteiligung nach Alter werfen. Befragungen im Vorfeld des EU-Referendums zeigten bereits eine große Zustimmung junger Briten für einen Verbleib in der Europäischen Union. Die älteren Briten äußerten sich mehrheitlich für einen Brexit. Und was machten diese? Sie gingen an die Wahlurne und stimmten ab. Und die Jungen? Sie verließen sich wohl auf die jeweils anderen. Die werden es schon richten. Wir wissen heute: Sie taten es nicht bzw. ihnen gleich. Sie behielten in großer Mehrheit ihre Stimme für sich.

Pro-EU-Stimmen und Wahlbeteiligung nach Alter in Prozent:

18 - 24 Jahre: 73 Prozent Verbleib in der EU - Wahlbeteiligung: 36 Prozent
25 - 34 Jahre: 62 Prozent Verbleib in der EU - Wahlbeteiligung: 58 Prozent
35 - 44 Jahre: 52 Prozent Verbleib in der EU - Wahlbeteiligung: 72 Prozent
45 - 54 Jahre: 44 Prozent Verbleib in der EU - Wahlbeteiligung; 75 Prozent
55 - 64 Jahre: 43 Prozent Verbleib in der EU - Wahlbeteiligung: 81 Prozent
65+ Jahre: 40 Prozent Verbleib in der EU - Wahlbeteiligung: 83 Prozent

Selber schuld, könnte man sagen. Danach meckern bringt nichts. Oder vielleicht doch, wenn die Jungen begreifen, dass jede Stimme zählt, dass auch ihre Stimme zählt. Bleiben sie den Wahlurnen fern, bestimmen halt andere über ihr Schicksal. Und das gilt nicht allein in Großbritannien!

 



Quellen: BBC / Lord Ashcroft Polls für Stimmen pro EU, SkyData für Wahlbeteiligung aufgeschlüsselt nach Alter.



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Kommentare

Eigentlich sagen die Zahlen, daß nur jeder fünfte Brite zwischen 18 und 24 pro EU gestimmt hat. Nicht einmal zehn Prozent der Jungen haben dagegen gestimmt. Bei den Älteren gab es mehr dafür als auch mehr dagegen Stimmen.

Daher verstehe ich nicht, wieso die Medien suggerieren, daß die Jugend enttäuscht über den Ausgang des Referendums sei.
Die "Jungen Wähler" sind i.A. noch zu sehr mit sich selbst und Ihrer Karriere, Studium, Lehre, Familienplanung, etc. beschäftigt.
Wenige beschäftigen sich in dieser Lebensphase intensiv mit Politik und den Hintergründen (so war es, als ich in dem Alter war).
Anders die Älteren! Die haben sich beruflich u. familiär gesettelt und wissen meist besser Bescheid, was sich in der Welt so tut und wie die Völker von ihren Politikern verarscht werden. Von wegen Demokratie...
Insofern sind die Älteren die "besseren" Wähler...

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