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Anhaltende Sprachlosigkeit EX-Notenbankchef Greenspan nennt Brexit einen „entsetzlichen Fehler"

28.06.2016, 12:38  |  6301   |   |   

Das Negativ-Feedback zum Austritt Großbritanniens aus der EU reißt nicht ab, der Schock sitzt nach wie vor tief. Nun hat sich auch der ehemalige US-Notenbankchef Alan Greenspan zum Brexit geäußert. Er nennt die Entscheidung "einen entsetzlichen Fehler".

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur "Bloomberg" hat der frühere Vorsitzende der US-Notenbank Federal Reserve, Alan Greenspan, sein Unverständnis über den Ausgang des britischen Referendums zum Ausdruck gebracht. Seiner Meinung nach ist der Austritt Großbritanniens aus der EU "ein entsetzlicher Fehler, der so nicht hätte passieren dürfen.

Nach Ansicht des 90-jährigen bestand aus wirtschaftlicher Sicht absolut kein Grund für die Briten, aus dem Eurosystem auszutreten. Denn mit dem frei schwankenden Pfund habe sich das Land eigentlich in einem recht guten wirtschaftlichen Zustand befunden.

Demgegenüber liege das wahre Problem Europas laut Greenspan nach wie vor im Euro selbst. "Ich habe ihn grundsätzlich für eine eher instablie Währung gehalten, die so nicht in der bestehenden Struktur existieren kann", erklärte der Ökonom. 

Harsche Kritik übte er in diesem Zusammenhang auch am griechischen Krisenstaat, dessen Austritt er für weitaus sinnvoller gehalten hätte. "Der Euro wurde vor allem wegen der fortgeführten EU-Mitgliedschaft Griechenlands auseinandergerissen. Das Land hätte niemals Teil der EU werden dürfen und muss nun so schnell wie möglich raus, wenn das Eurosystem weiterhin bestehen soll." 

Die Union als solche hält dennoch für eine gute Idee. "Von dieser Art Freihandelszone brauchen wir eigentlich noch viel mehr. Ich fand die Entscheidung der Briten, Teil der EU aber nicht der Eurozone zu sein immer sehr vernünftig."

Dass die Vernunft jedoch nicht immer die Oberhand über angstinduzierte Emotionen gewinnt, hat die letzte Woche - nicht zum ersten Mal - eindrücklich gezeigt. 

Wertpapier: EUR/USD, EUR/GBP, GBP/USD


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Kommentare

Eben, dies sind Ihre Angelegenheiten.

Die Frage ist, ob Greespan wirklich so denkt. Der FTSE 100 hat soeben Vor-Brexit Niveaus erreicht. Der Dax und Eurostoxx notieren noch mind. 5 % darunter. Gut, das Pfund ist noch weit unter dem Donnerstagkurs und man könnte jetzt bezüglich Exportvorteil etc. philosphieren .... Aber was hat den GB eigentlich noch für eine industrielle Basis, die in der Lage wäre, den eventuellen Dienstleistungsknick in London durch günstige Währungenverhältnisse aufzufangen ... ?
Man kann da schon auf die Idee kommen, dass der große Bruder jetzt unterstüzend eingreift und die Briten zumindest kurz-mittelfristig gar keine negativen Auswirkungen spüren werden, im Gegenteil. Dies würde natürlich bei anderen Staaten Austrittsträume entfachen, unterstützt durch : wir Briten haben es ja euch schon immer gesagt.
Ende EU, Ami happy und kann sich im wirtschaftlichen Verdrängungswettbewerb ganz auf Asien konzentrieren....

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