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Rohstoffe - Gold Goldpreis - Wir werden in den nächsten 18 Monaten neue Rekordhochs sehen

06.07.2016, 11:37  |  10762   |   |   

Obwohl der Brexit für viele Investoren völlig überraschend kam, haben sich zuletzt der DAX und viele andere Aktienmärkte deutlich erholt. Juerg Kiener, Vorstandschef bei der Investmentfirma Swiss Asia Capital Singapore, erklärt, warum es zum Brexit gekommen ist und warnt vor einer gewaltigen Blase am Anleihenmarkt. Hingegen herrsche „das perfekte Umfeld für deutlich höhere Goldpreise.“

„Brexit war eine Abstimmung gegen das Establishment, gegen die Politik der Regierungen und Notenbanken und gegen den Glauben, dass es eine (Konjunktur)Erholung nach 2008 geben wird. Dieser Vertrauensverlust führt dazu, dass die Leute nach anderen Möglichkeiten zum Investieren suchen, vor allem in einem Umfeld, indem die Regierungen den gesamten Anleihenmarkt beherrschen, was negativ ist. Zumindest gibt es bei Gold keine Strafzinsen, kein neues Angebot… und eine fallende Produktion“, sagte Juerg Kiener, Vorstandschef bei der Investmentfirma Swiss Asia Capital Singapore. Der Finanzprofi hat mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Vermögensverwaltung, gerade großer Vermögen.

Enorme Risiken bei Staatsanleihen

Kiener ist der Überzeugung, dass es eine gigantische Blase am Anleihenmarkt gibt. Der Staat - sprich die Notenbanken – könnte zwar einen Teil der Anleihen einziehen, oder die Pensionsfonds dazu zwingen, noch mehr von den Anleihen zu kaufen. „Man kann das Band durchaus noch ein bisschen mehr strapazieren. Aber der innere Wert dieser Anleihen, die derzeit zu 100 Prozent in den Büchern stehen, liegt eher bei 50 Prozent oder sogar noch darunter. Man trägt eine Menge Risiken, wann immer etwas schief gehen kann. Und es geht immer etwas schief, wir haben immer wieder mal eine Krise“, sagte Kiener. Seit dem Start dieses Jahrhunderts hat es nicht nur zwei Crashs am Aktienmarkt gegeben, sondern war auch die Immobilienblase in den USA geplatzt – und ist in den vergangenen Jahren umso mehr aufgepumpt worden -  und  es gab eine massive Staatsschuldenkrise in der Euro-Zone.

Strafzinsen beflügeln den Goldpreis

Im Gegensatz zu den Staatsanleihen sei das Umfeld für Gold besser denn je. Je weiter die Notenbanken die Strafzinsen nach unten drücken, umso attraktiver wird Gold, weil man damit Strafzinsen umgehen kann. „Man hat (bei Gold) eine positive Rendite im Vergleich zum Anleihenmarkt, wo es Strafzinsen gibt. Keine Kosten zu haben (für Gold) ist besser, als Kosten zu haben (sprich Strafzinsen bei Anleihen). Der wichtigste Faktor aber ist, dass man Gold nicht drucken kann. Es gibt eine sinkende Produktion, sinkende Lagervorräte und einen Nachfragezyklus, der Fahrt aufnimmt.“ In dem Umfeld steige die Wahrscheinlichkeit, dass die Lagervorräte an der Derivatebörse Comex deutlich sinken würden, was den Goldpreis kräftig beflügeln würde. „Es gibt eine Ungleichheit zwischen Angebot und Nachfrage, wodurch die Derivatebörsen ausgequetscht werden. Das ist das perfekte Umfeld für höhere Goldpreise.“ Lesen Sie hierzu auch: "Gold is Back - Bullenmarkt voraus! Dem Edelmetall Gold steht eine Renaissance bevor - 11 Fakten, warum der Goldpreis auf 2300 US-Dollar klettert".

Irrsinnige Notenbanker treiben den Goldpreis

„Während der nächsten 18 Monate wird der Goldpreis auf neue Rekordhochs steigen“, so Kiener. Er wollte sich allerdings nicht auf eine Zahl festlegen, „weil ich nicht weiß, wie irrsinnig die Notenbanker sein werden. Sie überraschen mich ständig mit irgendwelchen Sachen. Gerade am letzten Freitag hat die EZB angekündigt, dass es Kreditlinien (sprich ein neues Rettungspaket) von 150 Mrd. Euro für die italienischen Banken geben wird. Wenn man sich die Aktienkurse der meisten Banken anschaut, schauen sie verheerend aus, weil sie zu viele Schulden haben“, so der Finanzprofi. Zur Erinnerung: So hat die Deutsche Bank bei einem Eigenkapital von nur 61,59 Mrd. Euro eine Bilanzsumme von 1,74 Billionen Euro. Damit belaufen sich die Schulden auf das 27,3fache des Eigenkapitals.



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