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Durchschnittsvermögen verdoppelt Deutsche vermögender als gedacht - Nun alles gut? Nein!

07.07.2016, 17:28  |  1304   |   |   

Wie vermögend sind die Deutschen? Die Antwort fällt unterschiedlich aus - ja nachdem, ob die Rentenanwartschaften zur Berechnung hinzugezogen werden oder die unmittelbare aktuelle Vermögenslage zugrunde gelegt wird.

Die Deutschen sind womöglich wohlhabender als gedacht. Ihr Durchschnittsvermögen ist doppelt so groß, wenn die Rentenansprüche in die Vermögenskalkulation eingerechnet werden. Das berichtet die “Frankfurter Allgemeine Woche“ unter Berufung auf eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Berlin (DIW), die unter Beteiligung von Wissenschaftlern der FU Berlin und der New York University entstanden ist. Bislang hatten sich Vermögensstatistiken zumeist auf Sach-, Geld-, und Anlagevermögen beschränkt. Mit Daten des Sozio-oekonomischen Panels (2012/2013) konnten die Forscher nun ermitteln, welche Ansprüche die Deutschen im Alter aus gesetzlicher Rente, Betriebsrente und Beamtenpension haben werden.

Rentenanwartschaften gleichmäßiger verteilt

Durch die Anwartschaften steigt das Durchschnittsvermögen der Deutschen demnach von 85.348 Euro auf 176.789 Euro. Das mittlere Vermögen (Netto-Medianvermögen) versechsfacht sich gar von 18.000 Euro auf 107.392 Euro, errechnete ein Forscherteam um Markus Grabka (DIW) und Timm Bönke (FU Berlin). Weil die Rentenanwartschaften gleichmäßiger verteilt sind als die Nettovermögen, sinkt das Maß für die Vermögensungleichheit (Gini-Koeffizient) um ein Viertel von 0,79 auf 0,59.

Die Forscher betonen, dass es sinnvoll sei, Anwartschaften in die Vermögensbetrachtung einzubeziehen, diese aber nicht mit anderen Vermögenswerten gleichgesetzt werden können – unter anderem, weil sie nicht gehandelt oder als Sicherheit genutzt werden können. "Wir sind uns einig, dass Rentenanwartschaften keine klassischen Vermögen sind, sie werden in der Studie auch nicht als solche betrachtet. Sie können aber als Ersatz  für eigenen Vermögensaufbau angesehen werden“, sagte DIW-Präsident Marcel Fratzscher der "„Frankfurter Allgemeine Woche". 

Ungleichheit aber auch hier sehr hoch

Die Ergebnisse dürfte die Debatte um Vermögen und Ungleichheit weiter befeuern. Eine Studie der EZB hatte vor drei Jahren ans Licht gebracht, dass die Deutschen über das geringste Median-Vermögen im gesamten Euroraum verfügen. Die Vermögensungleichheit ist in Deutschland im internationalen Vergleich relativ groß, was DIW-Präsident Fratzscher in seinem Buch „Verteilungskampf“ anprangert (mehr dazu hier). Durch die neue Studie sieht sich Fratzscher aber trotz der errechneten geringeren Ungleichheit nicht widerlegt. „Die Studie ändert an diesem Bild nichts, aber sie trägt dazu bei, den Diskurs zu vertiefen“, sagte er.

Vielfach werde angenommen, die Rentenanwartschaften hätten in Deutschland stärkere Umverteilungswirkungen als in anderen Ländern. Um das zu überprüfen, müsse man sich die Wirkungen anschauen. „Das leistet die Studie und zeigt, dass die Anwartschaften zwar weniger ungleich verteilt sind als Geld- und Sachvermögen, die Ungleichheit aber auch hier sehr hoch ist.“, sagt Fratzscher. Die neue Untersuchung bestätige einmal mehr, dass die Ungleichheit in Deutschland „besorgniserregend hoch ist.“
 



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Kommentare

Wenn ihm die Ungleichverteilung der Staatskohle zu seinen Gunsten zu hoch ist,
sollte der Fratz seine fette Beamten-Kohle eben spenden.
:eek:


"Die Forscher betonen, dass es sinnvoll sei, Anwartschaften in die Vermögensbetrachtung einzubeziehen, diese aber nicht mit anderen Vermögenswerten gleichgesetzt werden können – unter anderem, weil sie nicht gehandelt oder als Sicherheit genutzt werden können.

Beamtenstatus und -pensionen werden sehr wohl angerechnet z.B.
bei Versicherungen (Auto, Risiko-LV) und nicht zuletzt Kreditverträgen.
Vor >10 Jahren mußte ich für einen Immobilienkredit trotz >>400% Deckung (Wertpapierdepot+Konto+Immobilie) ca. 2% mehr Zins zahlen (5,5% statt 3,5%) als eine eigenkapitalschwache, alleinerziehende, aber beamtete, mir gleichaltrige Grundschullehrerin.

Liebe Beamte, hört auf zu lügen!

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