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Luxus ehtisch sauber Echtes Leder ohne Schlachtung: Bio-StartUp erhält 53 Millionen Dollar von Investoren

13.07.2016, 15:30  |  1495   |   |   

Die Luxusbranche ist nicht unbedingt bekannt für ihre moralisch und ethisch korrekten Produktionsbedingungen. Verschiedene StartUps haben es sich seit einiger Zeit zur Aufgabe gemacht, dies zu verändern. Ihre Innovationen locken stetig mehr Investoren an.

In zahlreichen Schwellen- und Entwicklungsländern gibt es keine oder nur sehr unzureichende Tierschutzbestimmungen. Heimlich oder offiziell gedrehte Reportagen über dortige Lederproduktionen sind kaum zu ertragen. Doch so brutal und grausam das Filmmaterial auch immer sein mag - steht die Chanel-Tasche erst einmal auf dem hell erleuchteten Ladentisch, sind alle Gedanken daran meist schnell vergessen. Luxus ist und bleibt ein unverzichtbarer Teil des menschlichen Konsumverhaltens, der bei den einen mehr, bei den anderen weniger ausgeprägt ist. 

Nicht umsonst steigt die Nachfrage nach Lederwaren seit vielen Jahren kontinuierlich an. Laut einer Studie des internationalen Marktforschungsunternehmens Research and Markets soll der weltweite Umsatz in der Lederindustrie bis 2018 auf 91,2 Milliarden US-Dollar anschwellen. Der Bundesverband des Deutschen Lederwareneinzelhandels teilte zusätzlich mit, dass allein in Deutschland im letzten Jahr Taschen, Koffer, Schulranzen und Kleinlederwaren im Wert von 2,5 Milliarden Euro über den Ladentisch gingen. 

Synthetisch echt

Die Vorstellung, dass dieser massige Bedarf nach Qualität und Modestatement in der Zukunft auch ehtisch korrekt, ohne Tierquälerei und ohne schlechtes Gewissen gedeckt werden könnte, gefällt. Natürlich gab es bislang schon immer die Alternative des billigeren Kunstleders, doch wird das Naturprodukt ja eben aufgrund seiner vielfältigen Eigenschaften schon seit jeher bevorzugt verwendet.

Hier kommen die Gründer von Modern Meadow ins Spiel. Seit fünf Jahren arbeitet das New Yorker StartUp daran, mit seiner innovativen Methode der Lederherstellung den Markt zu revolutionieren. Die Amerikaner nennen sich selbst "Biofabrikanten", denn sie stellen ein organisches Leder ohne Tierschlachtungen und ohne den Einsatz giftiger Chemikalien her. Auch die Abfallprodukte würden nach eigenen Angaben um 80 Prozent geringer ausfallen, als bei der konventionellen Produktion.

Das Prinzip sei ähnlich, wie bei der synthetischen Diamantenherstellung, über die wallstreet:online im November letzten Jahres berichtete. Aus einzelnen, natürlichen Kollagen-Proteinen, welche der echten Tierhaut entstammen, wird das organische Leder quasi in der Petrischale hochgezüchtet. Der Wachstumsprozess könne dabei so gesteuert werden, dass das Leder am Ende die Beschaffenheit aufweist, die sich der Kunde wünscht.

Ein teurer Traum

Massenkompatibel ist diese Art der Herstellung zwar noch lange nicht. Auch die Frage, ob die Konsumenten am Ende wirklich von dem Substitut überzeugt werden können, bleibt offen. Dennoch scheinen einige Investoren das Potential hinter der Idee erkannt zu haben.

In ihrer jüngsten Series-B-Finanzierungsrunde nahm Modern Meadow laut einer Pressemitteilung stolze 40 Millionen Dollar ein, insgesamt erhielten sie damit Investorengelder in Höhe von 53,5 Millionen Dollar. Unter den Geldgebern befinden sich die Risikokapitalgesellschaft Horizons Ventures sowie die Investmentfirma Iconiq Capital.

Nun heißt es für das StartUp, wettbewerbsfähig zu werden. Auch der Diamanten-Biofabrikant Diamond Foundry muss sich mit seinem oben erwähnten Produktionsverfahren in den nächsten Jahren behaupten. Kurz nach dessen Start erhielt das junge Unternehmen über 100 Millionen Dollar Wagniskapital.

Prominentester Investor war dabei kein Geringerer als Leonardo DiCaprio, Hauptdarsteller des Films "Blood Diamond". Die Hoffnung auf eine Welt, in der sich Luxus und Verantwortung nicht gegenseitig ausschließen, scheint überall groß. Die Hoffnung auf dabei herausspringende Gewinne sowieso.

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