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Europäische Blue Chips springen an – Technische Analyse Spezial vom 25. Juli 2016
Foto: www.commerzbank.de

Europäische Blue Chips springen an – Technische Analyse Spezial vom 25. Juli 2016

Gastautor: Achim Matzke
25.07.2016, 09:15  |  619   |   |   

Technische Käufe bei Nestlé, HSBC und Royal Dutch Shell
Der S&P 500 hat die seit achtzehn Monaten bestehende Seitwärtspendelbewegung nach oben verlassen. Damit nimmt der US-Aktienmarkt den seit März 2009 laufenden technischen Hausse-Zyklus mit neuen All-Time-Highs wieder auf. Einerseits zeigt die technische Erfahrung, dass neue Rekorde an der Weltleitbörse in New York – wenn auch mit etwas Zeitverzögerung – im Regelfall Rückenwind für die wichtigen europäischen Aktienmärkte bedeuteten. Andererseits geht es mit Blick auf die wichtigen kontinentaleuropäischen Aktienindizes in den nächsten Wochen/Monaten zuerst darum, die seit dem zweiten Quartal 2015 vorliegenden Baisse-Trends zumindest zur Seite zu verlassen. Trotzdem fällt bei einer Analyse der zehn größten europäischen Blue-Chips aus dem Stoxx 600 auf, dass sich einige technisch defensive Werte im Sog der Wall Street wieder nach oben in Bewegung setzen. Hierbei handelt es sich um Titel, die jeweils die attraktive Kombination aus guter technischer Lage und guter Dividendenrendite aufweisen und zusätzlich noch global tätig sind. Für technische Neuengagements sind damit der schweizerische Nahrungsmittelkonzern Nestlé, die britische Großbank HSBC Holdings und der niederländisch-britische Öl & Gas-Riese Royal Dutch Shell zu nennen.

Nestlé: Let the Bulls run
Nestlé, dessen Produktpalette u.a. die Bereiche Tafelwasser, Milch, Kaffee und Kaffeesahne sowie Süßwaren, Schokolade und Tiernahrung umfasst, ist aktuell nach Free-Float-Marktkapitalisierung die größte Aktie in Europa. Dieser Titel ist ein klassischer technischer Marathonläufer (steht für Werte, die sich in sehr langfristigen Aufwärtsbewegungen befinden). Damit ergibt sich für Neuengagements zurzeit ein interessanter Vergleich. Einerseits liefern Investments z.B. in 30-jährige Schweizer Bonds leicht negative Renditen. Zuletzt trat dies auch im Laufzeitenbereich von 40 bis 50 Jahren auf. Bei diesen Investments gibt es über die ultralange Laufzeit damit praktisch keine Chance auf einen Wertzuwachs, dafür hat man aber ein hohes Risiko von zwischenzeitlichen Kursverlusten. Andererseits bietet ein technisch motiviertes Neuengagement in Nestlé die Kombination aus guter mittel- und langfristiger technischer Lage und attraktiven Brutto-Dividenden. Die Langfrist-Hausse in Nestlé seit August 1990 (Start bei ca. 5,6 CHF; Kursniveau bereinigt z.B. um den Aktiensplit im Juni 2008 von 10 zu 1) kann in zwei technische Phasen eingeteilt werden. Zuerst die von einer Gesamtmarkthausse begleitete Aufwärtsbewegung von August 1990 bis Mai 2002 (damaliges Kurshoch bei ca. 39,7 CHF), die ein sehr hohes Aufwärtsmomentum aufwies. Seit dem Gesamtmarktbaisse-Tief im März 2003 liegt die zweite, bis heute intakte Phase vor. Hierbei handelt es sich (Start um 23,3 CHF) um eine mittlerweile 13-jährige Hausse mit einer etwas geringeren Hausse-Dynamik. Hierbei war Nestlé, die regelmäßig ihre Dividenden angehoben hat und aktuell eine Brutto-Dividenden-Jahresrendite von ca. 3,0% aufweist, bis zum April 2015 auf ca. 77,0 CHF (neue Resistance-Zone) gestiegen. Die Kursschwäche an den europäischen Aktienmärkten seit April 2015 hat Nestlé mit einer Seitwärtspendelbewegung (technische Form eines Aufwärtsdreiecks unterhalb von 77,0 CHF) überstanden. Da dieses Aufwärtsdreieck einen mittelfristig trendbestätigenden Charakter nach oben aufweist, überrascht es nicht, dass Nestlé jetzt mit einem neuen Investment-Kaufsignal angesprungen ist. Da sich für die intakte Hausse in Nestlé als nächstes technisches Etappenziel der Bereich von 83,0 CHF bis 85,0 CHF andeutet, bleibt die Aktie ein defensiver technischer (Zu-)Kauf.

HSBC Holdings: Beschleunigter Baisse-Trend beendet
Die weltweit tätige Großbank HSBC Holdings ist zurzeit nach Free-Float-Marktkapitalisierung die größte britische Aktie im Stoxx 600. Zunächst befindet sich der Titel seit Januar 2001 und Kursen um 953 GBp in einer sehr langfristigen moderaten Abwärtsbewegung. Innerhalb dieser sehr langfristigen, übergeordneten Bewegung hatte sich nach dem Kursaufschwung von 2012 im Jahr 2013 unterhalb der Resistance-Zone um 773 GBp eine Top-Formation (technischer Diamant) ergeben. Seit den Verkaufssignalen zum Jahreswechsel 2013/2014 befindet sich die Aktie damit in einer Baisse, wobei der zentrale Baisse-Trend aktuell bei ca. 620 GBp liegt. Im April 2015 (Start bei 658 GBp) kam es bei HSBC Holdings zu einer Baisse-Beschleunigung, die die Aktie zum Jahresanfang 2016 auf Kurse um 414 GBp (Support-Zone) gedrückt hatte. In den Folgemonaten bildete sich zwischen dieser Support-Zone und der Resistance-Zone um 475 GBp eine Trading-Bodenformation heraus. In den letzten Handelstagen hat HSBC Holdings diese Bodenformation und den beschleunigten Baisse-Trend der letzten 15 Monate mit einem Investment-Kaufsignal nach oben verlassen, wobei der zusätzliche Sprung über die 200-Tage-Linie diese technische Verbesserung noch unterstützt. Die Aktie arbeitet damit – nach Jahren der Baisse – an der Etablierung eines mittelfristigen Recoveries, wobei das nächste mittelfristige technische Etappenziel bei ca. 550 GBp liegen sollte. Als Konsequenz ist HSBC Holdings, die aktuell mit ihren Quartalsdividenden auf eine Brutto-Dividenden-Jahresrendite von über 6,0% kommt, ein defensiver technischer (Zu-)Kauf.

Royal Dutch Shell A: Attraktive Kombination
Die A-Aktien des Öl & Gas-Multis Royal Dutch Shell, bei denen die Dividenden in Euro-Cent ausgezahlt werden, sind ein klassisch defensives technisches Investment mit dem Charakter eines langfristigen Bond-Ersatzes. Seit 1945 gibt es regelmäßig Dividenden und diese wurden und werden in den letzten Jahren quartalsweise gezahlt. Deshalb überrascht es nicht, dass die Aktien von Royal Dutch Shell z.B. bei niederländischen und britischen Pensionskassen besonders beliebt sind. Seit dem Jahr 2002 befindet sich die Aktie in einer langfristigen Seitwärtspendelbewegung, wobei sich einerseits eine gestaffelte Resistance-Zone von €31,0 bis €32,0 und andererseits die gestaffelte Support-Zone von €15,5 bis €17,0 ergeben haben. In den vergangen 14 Jahren gab es normale Hausse- und Baisse-Bewegungen, die die Aktie jeweils von der einen zur anderen Begrenzung dieser übergeordneten Seitwärtspendelbewegung geführt haben. Im Juli 2014 startete die Aktie bei Kursen um €31,1 – belastet von dem einsetzenden Verfall der Rohölnotierungen und der Umsetzung der Großakquisition des britischen Stoxx-50-Wertes BG Group – eine Baisse, die sich zum Jahreswechsel 2015/2016 beschleunigte. Im Januar 2016 endete diese knapp zweijährige Baisse in einer technischen „Insel“. Seitdem ist der Kurs von Royal Dutch Shell umgeschlagen und die Aktie etablierte wieder einen mittelfristigen Recovery-Trend, wobei zuletzt auch der nachhaltige Sprung über die 200-Tage-Linie gelungen ist. Als mittelfristiges technisches Etappenziel deutet sich der Bereich von €26,0 bis €26,5 an. Royal Dutch Shell, die bereits in früheren Jahrzehnten in Schwächephasen der Rohölnotierung ihre Dividenden nicht gesenkt haben, weisen zurzeit eine Brutto-Dividenden-Jahresrendite von über 6,5% auf. Zusammengefasst sind damit auf dem aktuellen Kursniveau von ca. 24,9 € auch Royal Dutch Shell A-Aktien ein defensiver technischer (Zu-)Kauf.

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Achim Matzke leitet den Bereich Technische Analyse & Index Research bei der Commerzbank. Nach dem Mathematik- und BWL-Studium startete er 1990 seine berufliche Karriere bei der Commerzbank. Er ist mit seinem Team maßgeblich für die Technische Analyse sowie die Erstellung von Prognosen und Strategien mit dem Schwerpunkt auf deutsche und europäische Aktien und Aktienindizes verantwortlich. 2014 wurde Achim Matzke von Thomson Reuters Extel Surveys erneut zum besten Analysten des Jahres für deutsche Aktien gewählt.

Achim Matzke ist in Printmedien (z.B. FAZ, Handelsblatt) ebenso als kompetenter Kolumnist tätig wie im TV als Interviewpartner bei ARD, CNBC und natürlich regelmäßig bei ideasTV.

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