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Unister-Insolvenz: Unister soll bis Ende September unter den Hammer - Mitarbeiter in Sorge
Foto: Jan Woitas - dpa

Unister-Insolvenz Unister soll bis Ende September unter den Hammer - Mitarbeiter in Sorge

28.07.2016, 15:46  |  1558   |   |   

Der Verkaufsprozess des Unister-Konzern hat begonnen, teilte Unister-Insolvenzverwalter Lucas Flöther mit. „Unser Ziel ist es, den Verkaufsprozess bis Ende September abzuschließen“, sagte er der „WirtschaftsWoche". In den vergangenen Tagen sei es gelungen, das operative Geschäft von Unister-Portalen wie fluege.de und ab-in-den-urlaub zu stabilisieren. „Die Rückgänge sind verkraftbar, die Kunden bleiben uns treu“, sagte Flöther weiter.

Dem Bericht zufolge gehören zu den Unister-Interessenten mit der 7Travel, die Reisetochter des Münchner Medienkonzerns Pro7Sat1. Bereits vor einem Jahr hatte das Unternehmen, das auch die Reiseportale wie weg.de und Reisen.com beheimatet, mit Unister über eine Übernahme von Teilen des Konzerns verhandelt. Die Gespräche sollen damals an überzogenen Preisvorstellungen gescheitert sein, heißt es laut „WirtschaftsWoche“ in der Branche. Auch der Ticket-Verkäufer CTS Eventim und der Finanzdienstleister JDC Group gelten als mögliche Kandidaten für Unister-Teile.

Hintergrund:

Die Holding hatte wenige Tage nach dem Tod des Firmengründers Thomas Wagner, Insolvenz beantragt. In der Folge mussten sechs weitere Tochterfirmen den Weg zum Insolvenzverwalter antreten. Durch die Insolvenz beim Leipziger Internetunternehmen Unister sind bereits fast 90 Prozent der insgesamt gut 1000 Beschäftigten betroffen. Die Gehälter der Mitarbeiter sind durch das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit vorerst gesichert.

Wagner war am 14. Juli bei einem Flugzeugabsturz in Slowenien ums Leben gekommen, nachdem er zuvor in Venedig Gespräche mit einem vermeintlichem Geldgeber geführt hatte und dabei womöglich über den Tisch gezogen wurde. Darauf verweist der Fund von Unmengen an Falschgeld an der Absturzstelle. Zudem hatte Wagner noch in Venedig Anzeige erstattet. Viele offene Fragen bleiben vorerst.

In Deutschland wurde Wagner und drei weiteren Managern ein unter anderem unerlaubte Versicherungsgeschäfte und Steuerhinterziehung vorgeworfen. Unister wies die Vorwürfe stets zurück. Zum Prozess kam es bisher nicht, weil das Landgericht Leipzig derzeit eine weitere Anklage prüft, eine erste Anklage war nur teilweise zugelassen worden.



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