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Altersruhe und Vorsorge Rentenlücke und Altersarmut - Ein Welle an sozialem Sprengstoff rollt auf uns zu

29.07.2016, 16:28  |  10388   |  15   |   

Viele Arbeitnehmer haben eine Vorstellung von ihre Rentenzeit - und Träume. Mit dem Segelboot über die Flüsse und Seen schippern, ein kleines Häuschen im Süden Europas, die Welt bereisen oder auch den Enkeln das eine oder andere Extra zu finanzieren. Sommer, Sonne, Strand und Meer. Das alles könnte so schön sein nach einem langen Erwerbsleben. Könnte, wohl gemerkt. Denn dunkle Wolken ziehen am Himmel auf und es donnert: Die Rentenlücke droht.

Während die jetzigen Rentner - von den Pensionären mal zu schweigen - sich zumeist noch einen ruhigen Lebensabend gönnen können, steht sehr vielen künftigen Rentnern dann das Wasser bis zum Hals. Damit sind noch nicht einmal jene Arbeitnehmer gemeint, die - als Daueraufstocker - von einem Minijob zur Minirente wechseln.

Nein, mit dem Wegfall der Betriebsrenten und der anhaltenden Niedrigzinsphase mitsamt der Verflüchtigung der Sparguthaben (man wollte es im Alter ja gemütlich haben) und der Krise bei den Versicherern (man wollte ja zusätzlich vorsorgen) droht das Schicksal vielen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Nicht zuletzt, weil das Renteniveau weiter sinkt und sinkt und sinkt, wird Altersarmut zum Massenphänomen. Und da war doch noch die private Vorsorge mit der Riesterrente... Tja, die hat sich mittlerweile als Flop erwiesen. 

Rentenlücke und Altersarmut - Und nun?

Rund 80 Prozent des letzten Nettogehalts benötigen wir laut Sozialverband VdK in etwa, um unseren gewohnten Lebensstil beibehalten zu können. Und nun mal alle den letzten Rentenbescheid checken. Das wird bei den meisten recht mau aussehen. Was also tun?

1. Verschieben Sie einfach den Beginn Ihrer Altersauszeit und gehen weiter arbeiten - vorausgesetzt, Sie sind fit und haben Spaß an der Sache. Damit können Sie Ihre Rente gut aufpolstern und zusätzlich noch weitere Rentenentgeldpunkte ansammeln. Wie die „Welt“ berichtet, kommt für jeden Kalendermonat, der über die Regelaltersgrenze malocht wird, 0,5 Prozent als Zuschlag hinzu. Mach bei einem Jahr ein Rentenplus von 6 Prozent und bei zwei Jahren haben sich schon 12 Prozent angesammelt. Und so weiter.

2. Fulltime wollen Sie nicht, aber ein Nebenverdienst könnte drin sein? Nur zu! Wenn Sie die Regelaltersgrenze erreicht haben, können Sie so viel dazu verdienen, wie Sie wollen - ob im Minijob oder sozialversicherungspflichtig. Wie gesagt, wenn Sie Ihr rechtmäßiges Rentenalter erreicht haben. Für uns könnte das gut und gern dann bei 70 Jahren liegen… oder gar mehr. (siehe auch: Rente - Welche Rente? Vollkommen überschätzt - Wir arbeiten bis in den Tod)

3. Wenn Sie Ihr Regelrentenalter noch nicht erreicht haben, gelten Sie als so genannter Frührentner. Da sieht die Sache schon ganz anders aus und es gibt auch Fallstricke, auf die die „Welt“ verweist: Sie dürfen maximal 450 Euro hinzuverdienen. Zwei Mal im Jahr dürfen es auch 900 Euro monatlich sein (für Urlaub und Weihnachten). Verdienen Sie mehr, wird Ihre Rente gekürzt. Und das pauschal um mindestens ein Drittel - Grenze nach oben offen. Also Vorsicht! Das gilt auch für Bezieher einer Erwerbsminderungsrente.

4. Und dann gibt es noch, wie erwähnt, die stetig wachsende Gruppe der Aufstocker - zuerst per Minijob und dann per Rente. Ein Leben als Daueraufstocker sozusagen. Für diejenigen, die nur eine Minirente beziehen, bleibt zudem der jährliche Weg zum Amt. Dort können sie Grundsicherung beantragen und ihre Renten nach den Hartz-IV-Regelsätzen aufstocken. Und ja, die Leistung muss jedes Jahr neu beantragt werden.

Wenn wir uns jetzt mal vor Augen halten, für wie viele unserer Mitmenschen ihr jetziges Gehalt nicht zum Leben reicht, da vielleicht ihre Arbeitgeber lieber den Steuerzahler für die Lohnaufstockung in die Pflicht nehmen, kommt eine ziemlich düstere Welle auf uns zu. (Lesen Sie auch: Nun ist es raus: Das war’s mit der Rente! Jedem Zweiten droht Altersarmut).

 



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Kommentare

Demokratie,..prima Sache,da wollen wir alle hin !
...aber sobald der eine stirbt,sieht die Realität so aus,dass man der Witwe ganz viele bohrende Fragen stellt,was sie denn sonst so verdiene,..und dann ists vorbei,mit den 60%,das muss man leider auch zugeben,war früher nicht so,wird heute leider so gemacht,obwohl die Menschen einfach viel weniger an Rente bekommen,als früher!
Man muss anfangen,ehrlich zu sein,was ein Mensch an Beiträgen bezahlt,muss am Ende reichen,um seinen Lebensabend zu finanzieren,ständig Lasten,auf irgendwelche Kinder zu verschieben,ist eine Milchmädchenrechnung,deswegen sind wir da angelangt,wo wir eben sind,und das trotz der Welt höchsten Beiträge,früher,wurde der Staat noch ernsthaft gefordert,da gab es Kriegs-Renten,Witwen-Renten,Versehrten Renten,Rente,neben Pensionen usw,....alles weggefallen!
Das Resultat,...ein Wasserkopf an Polit-Besserwissern,die alle gefüttert werden wollen,wenn sie nicht nach 5 Jahren "Jawoll,ich habs verdient " rufen und vor den Passagieren im Rettungsboot sitzen,...dann kann es passieren,dass man sie auchnoch schief ansieht,..warum?
....na,weil die nächsten aus der Verwandschaft gerne auf den warm gepubsten Sessel nachrücken wollen,um das Land auszusaugen,so gehört sich das heute !
Altersarmut?
Generationenvertrag; papier ohne Wirkung!
Sorry; doch die in die Altersarmut abrutschen interessieren mich nicht!
Sich mal erheben und rühren ist für viele kein Ding! Erst wenn es so weit ist, fängt man das denken an.
Hatte diese Thema einmal bei einer Wahlkundgebung angeschnitten, wurde fast ausgebuht.
Danach dachte ich mir, für wenn eigentlich?
Meine Frau, die 3 Kinder erzogen hat und heute 3 Enkel hat bekommt 535 € Rente, unsere kinderlosen Nachbarn( Kinder kosten Geld und sind nervig) bekommen zusammen 2500 €.
Wenn einer stirbt, bekommt der lebende Partner noch 60% von der Rente des verstobenen.
Das nenne ich Demokratie!!!!!!!!!
Einige Dumme schuften und zahlen für die, die nichts dazu beitragen.
Zu meiner Person; war selbständig, bekomme 1325 € Rente, gut 5000 € aus der Firma und ca.6000€ Miete. Soll ich mich da aufregen?
Nein; wie gesagt, sprechen Sie die Politiker an, ist ja bald Wahl!
Viel Spass noch beim Kommentare schreiben ohen Efekt.
Zitat von bluechip56Der Generationenvertrag kann nicht mehr funktionieren weil nach 2020 zwei Arbeiter einen Rentner finanzieren müssen.


Können Sie mir mal sagen wo dieser "Generationenvertrag" abgedruckt ist?
Ich habe noch keinen solchen Vertrag gelesen oder gar gesehen, geschweige denn unterschrieben.

Hier handelt es sich wohl eher um Geschwafel von Politikern, denen der Sachverstand fehlt.
Mit sowas streut man dem Volk gerne Sand in die Augen - und die Medien (Wirtschaftsjournalisten!) spielten brav mit.
Zitat von bluechip56Was zahlt dann der Selbstständige?, wie bei der KV, voller Satz 18,7% plus dann 15% KV, dann liegt er schon mal bei 34,2% plus Schnitt in der Steuer ca. 30%, das sind dann schon mal knapp 65%.


Da der Selbständige im Prinzip sein eigener Arbeitgeber ist, zahlt er dann eben auch den AN und AG Anteil an den Rentenbeiträgen (nur darum geht es in diesem Thread).
Er könnte es ja auch anders machen. Er gründet eine GmbH und stellt sich selbst als Direktor an. Dann zahlt er als AN nur noch den halben Beitrag, den Rest zahlt seine Firma.
Sowas haben übrigens viele Freiberufler inzwischen schon gemacht, sogar Ärzte oder Gastwirte.
Was zahlt dann der Selbstständige?, wie bei der KV, voller Satz 18,7% plus dann 15% KV, dann liegt er schon mal bei 34,2% plus Schnitt in der Steuer ca. 30%, das sind dann schon mal knapp 65%.

Der Selbstständige muß dazu noch eine Gewerbesteuer und IHK Gebühr abdrücken, sodass er dann auf 70-75% an Abgaben kommt.

Mit den restlichen 25% bestreitet er dann sein Leben., bzw. davon spart er noch 5% weil die Rente ja zu niedrig ist.;)
Der Selbstständige kann nur den halben Satz bezahlen und erhält einen Zuschuss vom Staat oder wenn nicht, eben eine niedrigere Rente

Die Rente für den Normalbürger hätte ja gereicht, wenn man nicht in den ganzen Jahren nach der Wende lauter Nullrunden gefahren hätte. Gleichzeitig wurde die Rentenquote ständig gekürzt bis sie jetzt ab 2020 auf 43% sinkt.

Der Generationenvertrag kann nicht mehr funktionieren weil nach 2020 zwei Arbeiter einen Rentner finanzieren müssen.
Ergo muß der Staat die Rente auf mehreren Säulen stellen ( Bsp. Holland / Schweden)
Die Rentenbezugsdauer hat sich in den letzten 70 Jahren von ca.12 Jahre auf ca. 20 Jahren erhöht

Finanziert wird das Ganze in dem man bei Beamten und Berufspolitikern die Pensionsquote auf ca. 50% senkt ( Minus 20%), das kann stufenweise erfolgen bis alle dann 50% erreichen.
Es muß bei dieser Gruppe das Gleiche eingefordert werden wie bei der übrigen Bevölkerung, nämlich selbst vorzusorgen.

Weitere Finanzierung aus dem Sozialetat.
Was aber nicht funktionieren kann, wenn man jedes Jahr 1 Mio. Leute ins Land holt, die zu 2/3 eben von diesen Kassen alimentiert werden müssen.
Um das zu begrenzen brauchen wir ein Einwanderungsgesetz ( Kanada/Australien)

Steuereinnahmen sind ja genug vorhanden. Nur, fließen die oft in irgendwelche Kanäle der Haftungen von EU Schulden.

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