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Aktien Auch nach dem Stresstest: Banken? Nein danke!

Gastautor: Frank Fischer
01.08.2016, 07:27  |  6683   |   |   

Die Quartalsberichterstattung ist in vollem Gange. Der DAX hält sich wacker und der Handel ist relativ ruhig. Man könnte meinen, die Urlaubszeit habe die Handelssäle in einen kollektiven Sommerschlaf versetzt. Doch: Ist das die Ruhe vor dem Sturm? Vielleicht nicht gerade Sturm. Zwar bekommen wir in den nächsten Tagen weitere Quartalszahlen von Unternehmen, die bestimmt nicht alle  gut ausfallen werden. Überraschungen nach oben und unten werden die Anleger auf jeden Fall auf Trab halten. Aber zumindest ein Horrorszenario ist erst einmal vom Tisch: Der europäische Bankenstresstest der EBA ist besser ausgefallen, als von vielen befürchtet.

Eine 4 minus für Deutsche Bank und Commerzbank

Insgesamt mussten 51 Großbanken aus 14 EU-Ländern und Norwegen zeigen, dass sie eine drei Jahre anhaltende Rezession, einen Absturz der Börsenkurse, des Euros und der Immobilienpreise ohne größere Blessuren überstehen können. Das ist zu großen Teilen gelungen. Zwar haben – wie erwartet – die italienische Banca Monte dei Paschi di Siena, sowie die irische AIB und die die britische Royal Bank of Scotland zum Teil massive Schwächen bei ihrer Kapitalausstattung offenbart. Auch bei der italienische Unicredit lag die Eigenkapitaldecke bei gerade einmal 7,1 Prozent. Dabei gilt die 7-Prozent-Grenze an hartem Eigenkapital als Kapital-Minimum für eine voll funktionsfähige Bank. Aber auch die Deutsche Bank und die Commerzbank sind gerade mal so an einer Blamage vorbeigeschrammt. Ihre Quoten lagen bei 7,8 bzw. 7,41 Prozent. In der Schule hätte es dabei eine 4 mit einem dicken Minus (4--) gegeben. Auf der anderen Seite muss aber auch feststellen, dass es im Vergleich zum letzten Stresstest keine Durchfaller geben konnte. Vorsorglich hatte die EBA keine Grenzwerte festgesetzt, bei deren Unterschreitung eine Bank durchgefallen wäre. Um in der Schulsprache zu bleiben: Man konnte also nicht sitzenbleiben.

Rettung in letzter Sekunde

Und noch ein Problem konnte (vorläufig) aus der Welt geschafft werden: Für die Banca Monte dei Paschi di Siena konnte eine Rettung gefunden werden, nach der sie bis zum Jahresende ihre faulen Kredite loswerden kann. Auch eine dringend benötigte Kapitalerhöhung über bis zu fünf Milliarden Euro scheint unter Dach und Fach. Ein Konsortium von Banken, denen auch die Deutsche Bank und Goldman Sachs angehören sollen, sichert die Aktienemission ab. Gegen alle bisherigen Regeln hat die EZB in diesem Fall zugestimmt, sonst hätte der ältesten Bank der Welt wohl die Abwicklung gedroht. Also: Alles noch mal gut gegangen. Wir sehen das etwas skeptischer: es ist vorläufig gut gegangen!

Globale Konjunktur bleibt entscheidend

Mal von den Banken abgesehen – wie geht es weiter an der Börse? Schließlich haben wir in unserem Mandat PRIMA – Globale Werte keine Bankentitel und wollen sie derzeit auch nicht haben. Wir setzen in diesem vermögensverwaltenden Fonds neben Kasse und Anleihen eher auf Werte wie GfK, Metro, Alphabet und Verisign. Dabei fokussiert sich der Fonds künftig mehr auf höher kapitalisierte Werte, die für mehr Stabilität sorgen werden.

Davon abgesehen: Unternehmen - egal wo auf der Welt - befinden sich nicht im luftleeren Raum. Somit ist und bleibt die globale Konjunktur immer die Lokomotive, wie man an den Verwerfungen im vergangenen Sommer gesehen hat, als die chinesische Wirtschaft ins Stocken geriet. In Europa folgt aktuell eine Schreckensmeldung der anderen: Zunächst der Brexit, dann die brenzlige Lage in der Türkei, Staaten wir Spanien und Portugal halten (mal wieder) die Schuldengrenze nicht ein. Na ja, und dann dir Bankenkrise vor allem in Italien, die auch nach dem Stresstest wahrlich nicht ausgestanden ist.

Aber: die Sentiment-Daten und die Konjunkturindikatoren sind derzeit nicht  schlecht.  Eine weitere Sommerrallye ist also durchaus möglich. Gefahr droht da – siehe oben - eher durch politische Risiken. Per Saldo sind wir - Stand heute – aber verhalten optimistisch. Wobei eines klar ist: „Der Fuß bleibt neben der Bremse!“

 

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Frank Fischer, Chief Investment Officer der Shareholder Value Management AG und in dieser Funktion verantwortlich für den „Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen“, schreibt regelmäßig über die internationalen Aktienmärkte. Als überzeugter Value-Investor hat Fischer langjährige Expertise in allen Fragen rund um Fonds, Börse, aber auch das Stiftungswesen. In seinen regelmäßigen Marktkommentaren legt er besonderes Augenmerk auf Behavioral Finance, sowie Investments in Small- und Midcap-Werte.

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