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Rente - Minizins Problem Pensionszusage: Doppelter Schaden durch Niedrigzinsen

01.08.2016, 17:13  |  3122   |   |   

Die Rente ist nicht sicher, das hat sich mittlerweile rumgesprochen. Gut, wenn sich die Arbeitnehmer auf eine zusätzliche betriebliche Pensionszusage berufen können. Doch in den Zeiten der Niedrigzinspolitik geraten viele Firmen mit ihren Zusagen in Bedrängnis. Sie müssen mehr Geld zurücklegen, um ihr Versprechen einhalten zu können. Und: zugleich durch die Steuerbelastung auf fiktive Gewinne mehr Steuern zahlen.

Das Problem mit den Niedrigzinsen

Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) gibt es zwei wesentliche Probleme: Erstens lasten frühere Pensionszusagen auf den Bilanzen der Unternehmen. Aufgrund der Minizinsen müssen die Firmen, um ihren Zusagen weiter nachkommen zu können, mehr Geld für die Zukunft einplanen. Laut IW-Studie haben sich die Rückstellungen zwischen 2008 und 2014 von knapp 22.000 auf 37.000 Euro pro Kopf erhöht. Dabei gilt folgende Rechnung: Sinkt der Zinssatz um einen Prozentpunkt, legen die Pensionsrückstellungen zwischen 14 und 17 Prozent zu.

Zweitens interessiert den deutschen Staat die Mehrbelastung nicht. Bislang geht das Steuerrecht von deutlich höheren Zinsen auf die Geldanlagen aus. Demzufolge müssen die Firmen Steuern auf fiktive Gewinne zahlen. Laut einer IW-Studie summiert sich diese Steuerbelastung auf insgesamt 20 bis 25 Milliarden Euro. Zwar können sie sich das Geld später vom Fiskus zurückholen, doch fehlt es aktuell in der Kasse. Diese Situation sei brandgefährlich, sagt IW-Steuerexperte Tobias Hentze: „Den Unternehmen fehlt es an Liquidität, weil sie zu viel Geld ans Finanzamt abführen müssen. Also schieben sie Investitionen auf oder verzichten ganz auf sie.“ Im Endergebnis könnten sogar Arbeitsplätze auf der Kippe stehen oder Firmen zahlungsunfähig werden.

Für den Steuerexperten Hentze ergeben sich zwei Handlungsoptionen: Zum einen sollte der handelsrechtliche Zinssatz, der für die Höhe der Pensionsrückstellungen maßgeblich ist, über eine längere Zeitspanne berechnet werden. Und zum anderen sollte der aktuell geltende steuerrechtliche Zinssatz reduziert und damit an die Realität angepasst werden.
 



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Kommentare

Jaja,..es könnten also sogar Arbeitsplätze auf der Kippe stehen,wenn wir unbeirrt mit dem verdammten Euro weiterstümpern,denn dies,ist seine Fratze!
Unser Wirtschaftssystem verkraftet nämlich das Niedrigzins-Szenario nicht auf Dauer!

Die Zinsen werden sich alsbald wieder nach oben entwickeln müssen,aber dann droht eben die Erkenntniss und die Einsicht,...das sollte nicht so schwer sein,unsere Väter haben vor über 40 Jahren dieselben Erkenntnisse gemacht,damals musste Deutschland auf einen Teil,seiner Forderungen verzichten und dann war das Projekt Gemeinschaftswährung vom Tisch und alle haben gesagt,jetzt haben wir unsere Freiheit und Unabhängigkeit wieder!
Diesmal war es nicht knapp vorbei,trotz des übertriebenen Stimulus,kommt die Wirtschaft nicht aus dem Knick,wir machen es nur immer schlimmer,denn irgendwann müssen wir zurück,zur Vernunft,das dürfte nach dem Moment der Einsicht eine ganz übele Rezession werden!
...vergessen wir nicht,eigentlich,währe bei 0 Schluss gewesen,das derzeitige Zinsniveau erschüttert zusehens das Vertrauen in unsere Politiker,Zeit,dass etwas passiert,denn ewig,können wir das nicht fortsetzen!
Deswegen,sind die Firmen auch keinesfalls schuld,sie mussten nicht mit dem Amoklauf der Politiker rechnen,jedes Kind weis,dass dieser weg nicht gangbar ist und auch Fr.Dr. Merkel,...hat ihr kleines Rentenproblem immer noch nicht gelöst,obwohl ihre Polit-Kumpels sich nun mit ner extra-Kelle Wohlstand selbstbedient haben,über 7 Mrd Euro zusätzlich,für ihr Integrations-Abenteuer drauf gegangen sind,mal sehen,was da passiert,wenn sie es wieder nicht packt,zu zahlen!
Ich bin gegen überhastete Korrekturen,jetzt haben wir solange still gehalten,es gibt solche Phasen,sie sind "endlich",ich denke,zuerst wird die Politik nun erhebliche Probleme bekommen,dann wird der Kurs korrigiert,Renten-systeme,sind eher konservativ und längerfristig orientiert,da sollte man nicht und vor allem jetzt nicht überreagieren,gönnen wir der Sache noch ein paar Monate,was solls,nach den Wahlen in den USA,ist eh Schluss !

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