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VW - Schadenersatzklage Erstes Bundesland verklagt Volkswagen auf Schadenersatz - Bayern legt vor

02.08.2016, 12:30  |  1506   |   |   

Nun droht Volkswagen auch noch eine Schadenersatzklage auf Länderebene in Deutschland. Wie der bayerische Finanzminister Markus Söder (CSU) verlauten ließ, will Bayern den Autobauer aufgrund des Diesel-Skandals und dessen Folgen verklagen. Begründet wird dieser Schritt mit den Aktienkurs-Verlusten, die dem bayerischen Pensionsfonds aufgrund des Kursverfalls der Volkswagenaktie entstanden sind.

"Bayern muss Volkswagen verklagen", sagte Söder der Deutschen Presse Agentur. "Der Pensionsfonds wird noch im September beim Landgericht Braunschweig Klage auf Schadenersatz einreichen." Söder sagte weiter: "Wir sind da auch rechtlich in der Verpflichtung für unsere Beschäftigten. Es geht um Rechtsansprüche, die nun von uns geltend zu machen sind." Bayern hielt in Form eines milliardenschweren Pensionsfonds für die Landesbediensteten im September 2015 rund 58 000 Vorzugsaktien. "Durch den Verstoß gegen Mitteilungspflichten seitens VW musste auch der bayerische Pensionsfonds einen Kursdifferenzschaden hinnehmen. Das Geld wollen wir von VW zurückhaben. Konkret geht es um maximal 700 000 Euro."

Deutsche Sammelkagen in Vorbereitung

Anfang des Jahres hatte bereits der US-Staranwald Michael Hausfeld angekündigt,  neben Milliarden-Sammelklagen in den USA, auch für betroffene deutsche VW-Besitzer bis zu 2,5 Milliarden Euro zu erstreiten. „Wir sind in der Lage, Klagen und Verfahren notfalls zehn Jahre lang durchzuziehen,“ sagte der US-Anwalt zu Jahresbeginn dem „manager magazin“. Lesen Sie mehr: "Puh, das kann teuer werden! Staranwalt fordert Milliarden für deutsche Dieselgate-Geschädigte". Eine Drohung schickte Hausfeld wenig später hinterher: Die Folgen des Abgasskandals könnten Volkswagen in die Pleite. Er sehe Volkswagen in seiner Existenz bedroht, sagte Hausfeld der „Welt am Sonntag“. „Die Wahrscheinlichkeit eines Bankrotts hängt davon ab, wie vernünftig sich der Konzern verhält.“ Das übliche Säbelrasseln unter Anwälten? (Mehr dazu hier.)

Volkswagen VZ. - Jahreschart

Die VW-Aktie musste im Zuge das Abgasskandals herbe Verluste von bis zu 40 Prozent einstecken (siehe Jahreschart) und konnte sich aus den Tiefen nicht befreien. Immer neue Nachrichten über Klagen, Rückrufe und Verkaufsverbote drücken auf den VW-Kurs. Aktuell schwanken die VW-Vorzüge um drei Prozent im Minus.

Hintergrund - VW-Dieselskandal:

Im September hatte der VW-Konzern eingestanden, bei Abgas-Tests auf dem Prüfstand mithilfe einer Software die Ergebnisse für Dieselwagen manipuliert zu haben. Die Software erkennt, wenn ein Auto gerade auf dem Prüfstand getestet wird und schaltet den Motor dann in einen Modus um, in dem er deutlich weniger Stickoxide ausstößt.

Danach verging nahezu kein Tag ohne neue Nachrichten zum VW-Abgas-Skandal: Rücktritte, Betrugsermittlungen, eine Gewinnwarnung, teure Rückrufaktionen, Entschuldigungen, Transparenzoffensiven, das Zittern der Bundesliga vor einem Rückzug des Großsponsors Volkswagen. Dann brachte ein Whistleblower neue VW-Enthüllungen ans Licht. Zum Dieselgate gesellte sich das Benzingate. Und die Prüfinstitute standen nun selbst auf dem Prüfstand.

Weltweit geht es um etwa 11 Millionen Autos der Konzernmarken VW-Pkw, VW-Nutzfahrzeuge, Audi, Seat und Skoda. Allein in Deutschland müssen 2,4 Millionen Diesel in die Werkstatt zurückbeordert werden. EU-weit sind rund 8,5 Millionen Fahrzeuge betroffen. Neben Ausgaben für Rückrufe drohen noch größere Kosten, etwa für Klagen und möglichen Schadenersatz.

In der Folge des VW-Abgasskandals fuhr der Volkswagenkonzern auch zum ersten Mal seit 20 Jahren einen Quartalsverlust ein. Die Zahlen waren sogar noch schlechter als befürchtet. Das Dieselgate hatte dem Konzern zum Oktober nach Bekanntwerden des Skandals einen Verlust von 3,5 Milliarden Euro vor Zinsen und Steuern (Ebit) eingebrockt. Auch unter dem Strich präsentierte sich das Ergebnis mit minus 1,7 Milliarden Euro tiefrot (mehr dazu hier). Doch das Ende der Fahnenstange war damit noch nicht erreicht.



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