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Ihr kommt hier nicht rein! Wohin mit den Briten? Die Norweger wollen sie schon mal nicht in der EFTA

11.08.2016, 12:37  |  2039   |   |   

Trotz Brexit möchte Großbritannien auch weiterhin Zugang zum europäischen Binnenmarkt haben. Eine Mitgliedschaft in der Europäischen Freihandelszone (EFTA) wäre eine Option. Das größte EFTA-Land, Norwegen, ist davon allerdings nicht begeistert.

Sie wollen nicht Teil der EU sein, doch auf den Binnenmarkt wollen sie auch nicht verzichten. Für die Briten beginnt nun die Suche nach einer neuen europäischen Identität, die mit möglichst vielen Rechten und wenig Pflichten verbunden ist. Mit Blick auf das Beispiel Grönland lässt sich jetzt schon erahnen, dass die Verhandlungen lange dauern werden. Und noch weit, bevor sich das Königreich überhaupt auf einen Termin für die Auslösung des gefürchteten Artikel 50 einigen konnte, machen die Norweger ostentativ dicht. 

"Es ist nicht sicher, ob es eine gute Idee ist, ein so großes Land in die Organisation eintreten zu lassen", sagte die norwegische Europaministerin Elizabeth Vik Aspaker der Osloer Tageszeitung Aftenposten. "Es würde das Gleichgewicht verändern, was nicht unbedingt in Norwegens Interesse ist."

Ironie des Schicksals: Die Freihandelszone war einst ein britisches Projekt. In den sechziger Jahren wollte Großbritannien einen Gegenpol zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) bilden, um all denjenigen Ländern einen passenden Ersatz zu bieten, die dort nicht rein durften oder wollten. 

Heute setzt sich die EFTA noch aus vier Ländern zusammen: Island, Liechtenstein, die Schweiz - und eben Norwegen. Als größtes Mitglied kann das nordische Königreich dem britischen Plan, Teil der Freihandelsassoziation zu werden, nur allzu leicht einen Strich durch die Rechnung machen. Dabei wäre dieser exklusive Club, bei dem zwar weiterhin auf Zölle und Handelsschranken - aber gleichsam auch auf die gemeinsame europäische Außen-, Agrar- und Integrationspolitik verzichtet wird - eine der bevorzugten Wunsch-Rosinen der Insel.

Neben ihren grundsätzlichen Bedenken befürchtet die norwegische Regierung aber auch eine schier unlösbare Sisyphusaufgabe, wenn es darum geht, die zahlreichen Wirtschaftsabkommen neu verhandeln zu müssen, sollte Großbritannien doch eintreten. Vor dem politischen Eiertanz hatte Norwegens Premierministerin, Erna Solberg, schon im Vorfeld des Referendums gewarnt und in Richtung der Briten gesagt: "Tretet nicht aus der EU aus. Ihr werdet es hassen." (Quelle: "Business Insider")



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