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Neues von der Pharma-Skandalnudel Huiiii, das war's dann auch schon wieder mit der Rally: Neue Ermittlungen bei Valeant

11.08.2016, 14:40  |  1963   |   |   

Der kanadische Pharmakonzern Valeant steht erneut im Fadenkreuz der Ermittlungen. Diesmal geht es nicht um die preistreiberischen Geschäftspraktiken, sondern um Versicherungsbetrug. Die jüngsten Kursgewinne sind damit wieder flöten gegangen.

Die Anleger müssen sich vor Schreck die Augen gerieben haben, als die Valeant-Aktie am Dienstag eine Mini-Rally hinlegte. So etwas positives war man als Investor schon lange nicht mehr gewohnt - wartete das kanadische Pharmaunternehmen doch seit vielen Monaten nur noch mit schlechten Nachrichten auf. Im Laufe eines halben Jahres war das Papier praktisch wertlos geworden, obwohl angesehene Experten lange Zeit an eine baldige Outperformance mit einem Ziel um die 330 US-Dollar geglaubt hatten.

Heute kann man beim Sprung auf knapp 26 Euro freilich die Korken knallen lassen, der Champagner wird ja sonst auch irgendwann schlecht. Doch selbst dieses seichte Glück währte nicht lange, denn es hagelt frische Negativ-Schlagzeilen aus dem Hause Valeant. So wurden laut Informationen des "Wall Street Journals" weitere Ermittlungen gegen den Konzern eingeleitet. 

Demnach untersuche die US-Staatsanwaltschaft zur Zeit, ob die Firma ihre Verbindungen zur Online-Versandapotheke Philidor verheimlicht habe, wodurch sie Versicherungsbetrug begangen hätte. So seien die Versicherer davon ausgegangen, dass Philidor gegenüber Valeant neutral agiert hätte und die beiden nicht in einem gegenseitigen Abhängigkeitsverhältnis standen. Philidor vermittelte unter anderem Versicherungen für Patienten, die die teureren Valeant-Medikamente kauften. Um die Prämien zurückerstattet zu bekommen sei Valeant den Versicherungen gegenüber äußerst aggressiv aufgetreten. 

Tatsächlich trat die Beziehung der beiden Unternehmen erst im Oktober letzten Jahres zutage, als Ungereimtheiten über die Buchführungspraktiken Valeants in den Fokus der Öffentlichkeit gerieten. Dass die Kanadier Philidor benutzt hatten, um ihre eigenen Bilanzen künstlich aufzublähen, kam dabei recht schnell ans Tageslicht. Weitere Imageschäden erlitt der Pharmahändler durch seine aggressive Preisgestaltung, von der man sich in den Führungsetagen eine Verdreifachung der Umsätze erhoffte. Der US-Kongress und weitere Behörden wie die Börsenaufsicht SEC ermitteln in diesem Fall. 

Und so sind die jüngsten Kursgewinne von rund 30 Prozent im Nu wieder aufgezehrt. Unter Achterbahnjunkies wird solche eine Bewegung übrigens als "Airtimehill" bezeichnet. Beim Überfahren des Hügel-Scheitelpunkts erleben die Passagiere einen kurzzeitigen Moment der Schwerelosigkeit. 

Valeant Pharmaceuticals - 5-Tages-Chart

 



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