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Schließfächer werden Mangelware

17.08.2016, 15:33  |  1903   |   |   

Schließfächer sind eine bedrohte Spezies, denn mit dem Aus hunderter Filialen in Deutschland verschwinden auch deren Tresorräume. Dabei übersteigt gerade in den deutschen Großstädten die Nachfrage das Angebot.

In einer aktuellen Pressemitteilung des Bundesverband deutscher Banken, heißt es: „Die Mini-Tresore sind schon für ab ca. 30 Euro im Jahr zu mieten. Vorausgesetzt, es gibt noch freie Fächer, denn die Nachfrage ist in den letzten Jahren ähnlich kontinuierlich gestiegen, wie die Zahl der Wohnungseinbrüche.“

Die Stadtsparkasse Düsseldorf berichtet laut FAZ, dass die schon bisher große Nachfrage alleine in den vergangenen zwei Jahren um rund 30 Prozent gestiegen sei. Eine hohe Auslastung hat auch die Berliner Sparkasse mit ihren 40.000 Fächern. Hier sind 90 Prozent aller Fächer vermietet. Ein Aktenordner-großes Schließfach kostet hier im Jahr 59 Euro. Bei der Stadtsparkasse München mit ihren 26.500 Schließfächern sind 94 Prozent der Fächer vermietet. Ein Fach kostet hier im Jahr mindestens 50 Euro. Dagegen hat die Hamburger Sparkasse mit ihren 200.000 Fächern noch freie Kapazitäten.

Filialschließungen im großen Stil

Dass Schließfächer in Deutschland rar werden liegt vor allem an der Ausdünnung des Filialnetzes vieler Banken in den letzten Jahren. Und die Schließungswelle ist lange noch nicht abgeschlossen. Die Deutsche Bank will alleine ein Viertel oder 188 ihrer Filialen in Deutschland dicht machen. Aber auch andere Banken und Sparkassen reduzieren die Zahl ihrer Zweigstellen drastisch. Die Sparkasse Köln-Bonn etwa hat laut Medienberichten angekündigt, bis 2017 ein Fünftel ihrer Zweigstellen zu schließen.

In einer Umfrage des Genossenschaftsverbands unter den 281 ihm angeschlossenen Volks- und Raiffeisenbanken gab mehr als die Hälfte an, in den nächsten fünf Jahren Filialen schließen zu wollen. Die Commerzbank hatte schon in den vergangenen Jahren ihr Filialnetz deutlich gestrafft und plant weitere Schließungen.

Oliver Mihm, Gründer und CEO der auf den Finanzmarkt spezialisierte Managementberatung Investors Marketing Management prognostiziert, dass bis 2020 bundesweit sogar weitere 40 Prozent der gut 34 000 Bankfilialen wegfallen dürften. Dann könnten Schließfächer noch begehrter und teurer werden. Es lohnt sich also, Alternativen in Betracht zu ziehen, wie den (einbruchgesicherten) Tresor in den eigenen vieren Wänden oder Schließfächer bei Edelmetallhändlern in der Schweiz oder andernorts. Wem die Entfernung nichts ausmacht, der kann seine Wertsachen auch bei bankenunabhängigen Schließfachanbietern in England oder den USA  unterbringen. Kleine Deposit-Boxen gibt es zum Beispiel in London ab 95 Britischen Pfund im Jahr.

(KR) 



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Konstantin Riffler hat mehr als 10 Jahre an Erfahrung als Redakteur und Journalist in Deutschland, Großbritannien und Asien. Seine Spezialgebiete sind Fondsmanagement, Investmentthemen, IPOs, M&A und Digitalwirtschaft. Als Redakteur und Content-Manager bei €uro Advisor Services GmbH ist er zuständig für die Top-Themen auf www.fundresearch.de.

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Kommentare

Sehr schlecht recherchiert!

Für bankenunabhängige Schließfächer muss man weder in die Schweiz, noch in die USA. Darf ich Ihnen bei der Recherche etwas behilflich sein? Bitte sehr:

https://www.mynewsdesk.com/de/eppli/pressreleases/einfuehrung-des-strafzins-konto-oder-schliessfach-1518962

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