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Zulieferstreit Boykott und Produktionsstopp - Hätte die Eskalation bei VW verhindert werden können?

22.08.2016, 12:44  |  716   |   |   

Hätte der drohende Produktionsstopp bei VW wegen des Zuliefer-Boykotts vermieden werden können? Die Zeigefinger sind jeweils auf den anderen gerichtet. Während Volkswagen verlauten ließ, an weiteren Verhandlungen in dieser Woche interessiert zu sein, um eine Eskalation vor Gericht zu verhindern, hatte dem Vernehmen nach die Zulieferfirma Prevent noch am Freitagabend Gespräche am Wochenende angeboten. Der Autobauer wolle sich jedoch weder erpressen noch unter Zeitdruck setzen lassen, sagte ein VW-Sprecher gegenüber der „Bild am Sonntag“. Die Augen sind nun auf die geplanten Gespräche am heutigen Montagmittag gerichtet.

Hintergrund - Zahlungsstopp und Zuliefer-Boykott

Anlass des Konflikts ist die Kündigung eines Vertrages mit dem sächsischen Zulieferer Car Trim. VW hatte den Vertrag mit der Tochterfirma des Autoausrüsters Prevent am 28. Juni 2016 wegen angeblicher Qualitätsmängel ohne Vorwarnung per Telefax gekündigt. Die Kündigungsfrist betrug zwei Tage. Bei dem Auftrag mit einem Volumen von insgesamt 500 Millionen Euro geht es laut „Bild am Sonntag“ um hochwertige Lederbezüge für den VW Touareg und den Porsche Cayenne. Geplanter Produktionsstart war 2017. Nach VW-Angaben handelte es sich hingegen lediglich um einen kleineren Entwicklungsauftrag für Sitzgestänge von Autositzen. Der Zulieferer fordert wegen der „frist- und grundlosen Kündigung von Aufträgen“ 50 Millionen Euro für entstandene Kosten. VW verweigert die Zahlung, da Prevent nicht nachgewiesen habe, wofür diese Kosten angefallen seien.

VW hat auch die Juli-Rechnung von Prevent an VW China über rund 385000 Euro nicht bezahlt, weil diese angeblich um 76,35 Euro zu hoch sei. Nach Informationen der „Bild am Sonntag“ hat VW zahlreiche Zulieferfirmen für nächste Woche zu Gesprächen nach Wolfsburg eingeladen. Worum es bei den Gesprächen gehen soll, ist nicht nicht bekannt. Dem Bericht zufolge hat auch der Autohersteller Daimler einen Rechtsstreit mit Prevent. Ein Konzernsprecher sagte BamS: „Wie haben eine Lieferbeziehung in sehr geringem Umfang mit der Prevent-Gruppe. Es ist ein Rechtsstreit anhängig.“ Dabei soll es sich wie VW unter anderem um Sitzbezüge gehen. Daimler habe die Stückzahlen reduziert und sei deshalb von dem Zulieferer auf Schadenersatz verklagt worden. Der Fall liegt seit 2013 beim Landgericht Stuttgart.

Themen: Kündigung, Euro, VW


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