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EZB - Geldpolitik EZB als Risiko für den Finanzsektor - Notenbank als destabilisierendes Teil des Problems

24.08.2016, 16:39  |  2186   |   |   

Heftiger Gegenwind für die Europäische Zentralbank (EZB) und ihren Kurs der anhaltenden und ausgedehnten expansiven Geldpolitik. Nachdem der Deutsche-Bank-Chef John Cryan seine Geschütze gegen die EZB auffuhr, greift nun auch der Wirtschaftsweise Volker Wieland die Notenbank frontal an. Die EZB entwickle sich mehr und mehr zu einem Teil des Problems, was letztlich zu einer Destabilisierung des Finanzsektors führt, kritisierte Wieland in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (F.A.Z.).

In der Finanzkrise und der europäischen Schuldenkrise hätten die Notenbanken zu Recht mit Zinssenkungen und Lockerungsmaßnahmen reagiert. „Inzwischen beharren die Fed und EZB jedoch viel zu lange auf der Niedrigzinspolitik und die EZB weitet ihre Anleihekäufe weiter massiv aus. Damit werden sie mehr und mehr Teil des Problems“, sagte Wieland, der an der Goethe-Universität Frankfurt über Geldpolitik forscht. „Es bauen sich Risiken für den Finanzsektor auf, insbesondere im Bankensektor geht die Profitabilität zurück, risikoreiche Anlagen nehmen zu, und längerfristig ist mit gefährlichen Zinsänderungsrisiken zu rechnen“, warnte Wieland, der Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ist. „Rekordniedrige Zinsen auf langfristige Staatsanleihen geben den Regierungen weiterhin Spielraum für die Ausgabenpolitik, während sie notwendige Strukturreformen verschleppen“, lautet seine weitere Kritik an der EZB-Politik.



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Kommentare

0,5% Zinsanstieg in den USA (Annahme eines parallelen Zinsstrukturanstieges um 0,5) hätte Pi mal Daumen alleinige Mehrbelastungen von 100 Mrd. $ in den USA im Staatssektor zur Folge. Privat Haushalte/Unternehmen nicht mal ansatzweise mitgerechnet (plus Folgeeffekte auf die Refi und anschließend auf die Nachfrage). Hier ist das Volumen noch deutlich höher.

Das Hauptproblem und zwar bei weitem nicht nur in den USA sondern auch in good old europe sind die sehr hohen Schuldenstände, die zudem extrem ungleich verteilt sind.

Das macht es so schwer an der Zinsschraube nach oben zu drehen. Um das zu machen sollte das Wachstum der Schuldenrate im gleichen Verhältnis zum Wirtschaftswachstum steigen. Bei diesem hohen Schuldenstand ein schweres Unterfangen.

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