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Abgas-Skandal Gestohlene Daten als Beweismittel - Bosch im Zentrum des Abgasskandals?

25.08.2016, 18:11  |  4274   |   |   

Nach dem Volkswagen-Konzern geht es wohl auch dem Zulieferer Bosch in der Aufarbeitung der Manipulation von Abgaswerten an den Kragen.

Wie die „WirtschaftsWoche“ vorab berichtet, droht der Traditionskonzern sogar ins Zentrum des Abgasskandals zu geraten. Das Magazin beruft sich auf die Auswertung umfangreicher Dateien, die in die Hände der Staatsanwaltschaft Stuttgart gelangt seien.

Am Anfang stand der Diebstahl

Und wie kam’s raus? Durch einen Diebstahl! Wie es heißt, habe ein ehemaliger Mitarbeiter zwischen 2009 und 2011 große Mengen von Daten zur Motorsteuerung kopiert und anschließend versucht, sie an Autotuner zu verkaufen. Naja, es kommt wie es dann doch manchmal kommt: Der Mann wurde verhaftet und die Daten im Zuge eines Ermittlungsverfahrens der Staatsanwaltschaft Stuttgart 2011 gesichert. Vornehmlich sollte es eigentlich um die Prozessvorbereitung gegen den Datendieb gehen. Doch nun fließen diese auch in das Ermittlungsverfahren ein, das die Staatsanwaltschaft Ende 2015 gegen Bosch eingeleitet hat. „Wir prüfen, inwieweit die damals gesicherten Beweismittel für unser bereits laufendes Ermittlungsverfahren gegen Bosch relevant sind“, bestätigte die Staatsanwaltschaft gegenüber der „WirtschaftsWoche“.

Dem Bericht zufolge sollen die Daten aus einer Bosch-Abteilung in Feuerbach bei Stuttgart stammen. Sie sollen unter anderem streng geheime Motorsteuerprogramme, Emissionsmessdaten von Motoren und die E-Mail-Kommunikation ganzer Abteilungen umfassen. Wie mehrere Insider der „WirtschaftsWoche“ gegenüber erklärten, hatte die Abteilung auch die Aufgabe, zusammen mit Technikern von VW jene Software zu entwickeln, die den Betrug bei Volkswagen ermöglichte.

Präzise Auflistung der Vorgänge

Der Stein kommt ins Rollen: „In der Abteilung, aus der die Daten stammen, wusste man seit 2005, dass es um Betrugssoftware geht“, sagt ein Insider dem Wirtschaftsblatt: „In den Daten steht drin, welche Betrügereien wann und von wem ab 2005 programmiert wurden und wer davon wusste.“ Vor allem aber könnten die Daten eine ganz neue Dimension  des Abgasskandals enthüllen. So gehe es nicht nur um die bereits bekannte Manipulation der Stickoxidemissionen von Dieselfahrzeugen. „Es geht auch um andere Schadstoffe wie etwa Rußpartikel, und es geht um Benzinmotoren“, so der Insider weiter.

Nicht wenig, was die ermittelnden Beamten zu sichten haben: Das gestohlene Datenmaterial soll einen Umfang von 1,3 Terabyte haben, sprich 1.800 CD-ROM. Dabei soll es sich nach Angaben der „WirtschaftsWoche“ um 16.716 Datensätze mit Informationen zu Vorserien- und Serienversionen von Diesel- und Benzinmotorensteuerungen handeln, die bei Bosch der Geheimhaltung unterlagen. Dem Vernehmen nach sind Informationen zu etlichen Volkswagenmodellen wie Passat, Golf oder Tiguan, aber auch von Seat-, Škoda- und Bentley-Modellen enthalten. Ein großer Teil der Dateien betreffe Audi und wurde in einem Ordner mit der Bezeichnung „Vertraulich“ abgelegt.



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Kommentare

Das was sie da an Bosch anhängen möchten ist total falsch. Ich gehöre zu den Mitwissern dieser Geschichte und da ist halt VW zu 100% schuld. Wenn Bosch eine Versuchssoft im Auftrag von VW anliefert, um bei VW Versuche für optimierungslösungen zu fahren, hat diese Lieferung Konsequenzen, die von VW getragen werden müssen. VW hat einfach diese Soft von Bosch bestellt und ohne Freigabe von Bosch auf ihre Verantwortung eingesetzt. Nu ist es schon so weit, dass die Lieferanten von VW als Entschuldigung für ihre Verfehlungen eingesetzt werden. Hier muss man eingreifen bei VW und Ordnungen schaffen in den Abteilungen von VW. NiNa Italien Research Europa
Wie gut, dass Programmierkenntnisse eher nicht zu den Kernkompetenzen der Juristen gehören.
Diese Juristen machen noch unsere Wirtschaft kaputt, wenn sie es könnten ohne Rücksticht auf die
Auswirkungen.

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