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DAX Charttechnisch wirkt der DAX angeschlagen

Gastautor: Jens Chrzanowski
29.08.2016, 07:45  |  516   |   |   

Der DAX ging am Montagmorgen der vergangenen Handelswoche bei 10.532 Punkten in den vorbörslichen Handel. Er startete damit deutlich unter dem Level der fünf Handelstage zuvor, und unter dem Wochenschluss der Vorwoche. Nach einer kurzen Konsolidierung im Rahmen der Vorbörse setzten zunächst die Bullen Zeichen. Durch dynamische Impulse schoben sie den DAX an und über die Marke von 10.600 Punkten. Dieses Tageshoch am Montag war gleichzeitig auch das Wochenhoch. Der Index gab danach in ebenso dynamischen Schritten wieder nach und markierte wenig später bei 10.389 Punkten das Tages- und das Wochentief. Im Bereich der 10.460 Punkte gelang dem DAX anschließend die Stabilisierung, und sukzessive eine Erholung, die sich am Dienstag weiter fortsetzte. Am Mittwoch versuchten die Bullen, den DAX noch einmal in Richtung des Wochenhochs zu bringen, das gelang jedoch nicht. Am Donnerstag bestimmte wieder Schwäche die Entwicklung, der DAX fiel unter die 10.500-Punkte-Marke, erholte sich im späteren Handel allerdings leicht. Der Freitag wurde in Erwartung der Ansprache von Fed-Chefin Yellen durch eine ausgeprägte Seitwärtsphase charakterisiert. Am Nachmittag ging es dann in einer dynamischen Bewegung über die 10.600 Punkte, allerdings konnte sich der DAX hier nicht halten. Nachbörslich kam es dann zu einem dynamischen Abrutschen unter die Marke von 10.500 Punkten. Der DAX schaffte es jedoch, einen Wochenschluss über der 10.500-Punkte-Marke zu erreichen.

Das Wochenhoch liegt diesmal unter dem WH der Vorwoche. Damit ist eine längere Phase anhaltender Kurssteigerungen zu Ende gegangen. Das WT lag ebenfalls unter dem der Vorwoche und unter der 10.400-Punkte-Marke. Auch in der KW 34/2016 ist wieder ein kleiner Verlust zu notieren, zum zweiten Mal in Folge. Zuvor hat der DAX allerdings fünf Handelswochen mit einem teilweise deutlich positiven Wochenergebnis abgeschlossen. Die Range war auch in der abgelaufenen Handelswoche extrem eng. Nur in der KW 30/2016 hat es die gleiche Range von 269 Punkten gegeben - die geringste in diesem Jahr. Der WS lief fast auf dem Niveau der ersten vorbörslichen Notierungen am Montagmorgen. Damit trat der DAX in den vergangenen fünf Handelstagen auf der Stelle.

Wir hatten in unserem Setup auf der Oberseite erwartet, dass der DAX mit einem Überwinden der 10.645 Punkte zunächst bis 10.657/67 Punkte laufen könnte. In diesem Bereich bestand das Potenzial für Rücksetzer. Exakt diese Bewegung hat sich eingestellt. Das Anlaufziel wurde fast punktgenau getroffen. Wir waren nicht davon ausgegangen, dass es der DAX schaffen könnte, sich nachhaltig über die 10.700 Punkte zu schieben. Damit hat das Setup auf der Oberseite perfekt gegriffen. Die Rücksetzer gingen unter die 10.400 Punkte, erreichten das Anlaufziel bei 10.375 Punkten aber nicht ganz.

KW 34 / 2016 33 / 2016 32 / 2016 31 / 2016 30 / 2016
Wochenhoch 10.658 10.804 10.744 10.474 10.386
Wochentief 10.389 10.489 10.400 10.091 10.117
Wochenschluss 10.566 10.566 10.702 10.366 10.336
Wochenergebnis - 40 -136 336 30 180
Wochen-Range 269 315 344 383 269

Wie könnte es weitergehen?

  • DAX-Widerstände: 10.575... 10.622/46/58/97....10.719/75....10.833/83....10.976.....11.015
  • DAX-Unterstützungen: 10.481/65/07....10.364/40....10.298/56/19/07....10.197/83/76/49/23

Weitere Widerstände/Unterstützungen können dem Chart entnommen werden.

daxweeksetup800-29-08-2016.jpg

Die vergangene Handelswoche wurde erneut durch die Geldpolitik geprägt. Bis Freitag warteten die Marktteilnehmer auf Informationen, wann es zum nächsten Zinsschritt kommen könnte. Wirklich klüger ist man nicht geworden. Eine Zinserhöhung wird wohl kommen, allerdings ist nicht klar, ob dies bereits im September oder erst im Dezember der Fall sein wird. Von der EZB wird in den nächsten Wochen nicht viel zu erwarten sein, da die aktuellen Maßnahmen laufen und deren Ergebnisse abgewartet werden. Ohne Hellseher zu sein, lässt sich sagen: Die Effekte werden sich in überschaubarem Rahmen halten. Die Japaner versuchen das Gleiche schon seit vielen Jahren, ohne dass die gewünschten konjunkturellen Effekte zu sehen wären. Die Auswirkung auf die Verschuldung ist dagegen dramatisch. Man sollte sich dieses Experiment wohl genau überlegen.

Charttechnisch wirkt der DAX angeschlagen. Er notiert zwar nach wie vor über der Oberkante seines langfristigen AWK, aber es kommt keinerlei Dynamik auf. In den letzten 14 Handelstagen, seit der DAX über die Oberkante gesprungen ist, gab es fünf grüne und neun rote Handelstage. Das hat bärischen Charakter. Ein Fall unter die 10.400 Punkte auf Tagesschluss wäre das erste Warnsignal, ein TS unter 10.280 Punkte würde auf deutlichere Rücksetzer hinweisen.

Zur Einschätzung für die neue Handelswoche:

Die Bullen könnten zunächst versuchen, den DAX über der 10.520/30 Punkte zu halten. Gelingt dies, so könnten sich Aufwärtsbewegungen einstellen, die zunächst bis 10.555/62 und dann bis 10.578/83 Punkte gehen könnten. Mit einem Überschreiten der 10.583 Punkte wäre dann der Weg an die 10.602/05, 10.620/24 und an die 10.638/42 Punkte frei. Bei dynamischen Impulsen könnte auch das Wochenhoch der Vorwoche erreicht und bestätigt werden. Sollte es dem DAX gelingen, sich über die 10.658 Punkte zu schieben, könnte er im Nachgang die 10.666/71, die 10.689/95 und die 10.707/12 Punkte erreichen. Wir gehen jedoch nicht davon aus, dass es in den nächsten fünf Handelstagen zu nachhaltigen Notierungen über der 10.712-Punkte-Marke kommt. Von einem neuen Jahreshoch gehen wir, wie in der Vorwoche auch, nicht aus.

Sollten die Bullen es nicht schaffen, den DAX über der 10.520 Punkte-Marke zu halten, könnten sich Abgaben einstellen, die zunächst bis 10.509/06 und dann bis 10.492/88 gehen könnten. Rutscht der Dax unter die 10.488 Punkte, wären 10.474/72 bzw. 10.458/54 Punkte die nächsten relevanten Anlaufziele. Ein Stundenschluss unter 10.470 Punkten wäre ein Hinweis darauf, dass sich weitere Abgaben einstellen könnten. Kann sich der DAX nicht über der 10.470-Punkte-Marke stabilisieren, und durchbricht er auch die 10.454, so wären die 10.429/25, 10.404/398 und dann die 10.388/82 Punkte die nächsten relevanten Anlaufziele. Unter 10.382 wären die 10.349/45 und der Bereich um 10.320/10 Punkte weitere Anlaufmarken. Sollte der DAX bis 10.310 Punkte zurücksetzen, so könnte er sich in diesem Bereich erholen.

Übergeordnete erwartete Tendenz in der KW 35/2016: seitwärts/abwärts

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Quellen: Eigenanalyse; genutzt werden die Charts vom MetaTrader 4


Über den Autor:

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Jens Chranowski

Ihr Jens Chrzanowski Geschäftsführer Admiral Markets Kundenservice Deutschland


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Der Berliner Jens Chrzanowski arbeitet seit Marktstart von Admiral Markets in Deutschland 2011 beim Forex & CFD Broker. Vorherige Stationen waren FXCM, E*TRADE und die Deutsche Bank.

Im Fokus stehen für den Leiter des Berliner Kundenservices der deutsche Leitindex DAX, aber auch Dow Jones und andere Indizes. Für den Devisenhandel wird meist auf den EUR/USD fokussiert. Neben den Analysen ist Chrzanowski auch mehrmals wöchentlich in live-Webinaren zu erleben.

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