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Reisegepäckversicherung – sinnvoll oder totaler Quatsch

Gastautor: Dieter Fromm
05.09.2016, 10:00  |  388   |   |   

urlaub_sbb8CGx.jpg Vor der Reise steht das Packen. Je nachdem, ob man auf eine Kreuzfahrt, zum Tauchen in die Karibik oder zum Zelten an die Ostsee fährt, wird das Gepäck sicherlich sehr unterschiedlich ausfallen. Einmal nimmt man Schmuck und Abendgarderobe für das Captain’s Dinner mit, der andere braucht seine Tauchausrüstung und die Unterwasserkamera und der Camper wird großen Wert auf seinen Schlafsack und eine warme Jacke legen. Gepäck ist also nicht gleich Gepäck. Je wertvoller die Dinge sind, die man mitnehmen möchte, desto eher lohnt sich eine Reisegepäckversicherung. Doch vor Abschluss sollte man das Kleingedruckte genau studieren und prüfen, ob er für die eigene Reise Sinn ergibt.

Wer schon einmal online eine Reise gebucht hat, kennt die unzähligen Häkchen, die man vor dem Abschluss der Buchung setzen oder entfernen muss. Oft handelt es sich dabei um Versicherungen. Die Klassiker sind hier die Reiserücktrittsversicherung, die Auslandskrankenversicherung und die Reisegepäckversicherung, mit deren Sinn wir uns hier einmal genauer befassen wollen. Zuerst einmal muss man leider sagen, dass die wenigsten solchen Versicherungen sinnvoll sind. Oft wird im Fall eines Schadens grobe Fahrlässigkeit unterstellt und die Zahlung im Schadensfall daher verweigert.

Das kann schon passieren, wenn man den Koffer am Flughafen neben sich stellt, statt ihn wie von der Versicherung gefordert zwischen die Beine zu klemmen. In einigen südlichen Ländern wie Italien gilt bereits das offene Tragen von Schmuck oder Kameras als fahrlässiges Verhalten, denn damit lädt man Diebe ja praktisch dazu ein, sich zu bedienen. Und wer in Südafrika alleine spazieren geht, handelt ebenfalls grob fahrlässig. Zu diesen strengen und oft realitätsfernen Verhaltensvorgaben kommt ein eher schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis. So kann es passieren, dass der Kunde zwar alles richtig gemacht, seinen Koffer zwischen den Beinen abgestellt und die teure Kamera nicht offen mit sich herumgetragen hat, und trotzdem nur einen kleinen Teil des Schadens erstattet bekommt. Denn in vielen Fällen erfolgt von Versicherungsseite eine Zeitwertberechnung oder es wird sogar nur ein bestimmter Prozentsatz des Zeitwerts gezahlt.

Wann also ist eine solche Versicherung überhaupt sinnvoll? Fast alle Versicherungen decken Verlust, Beschädigung und Zerstörung sowie Einbruchdiebstahl, Raub, mörderische Erpressung und Unfälle durch Transportmittel oder den Versicherten ab. Bei den meisten ist außerdem höhere Gewalt mitversichert. Dazu zählen Naturereignisse wie Feuer, Sturm, Wasserschäden, Erdrutsche oder auch Blitzschläge. Ausgeschlossen sind hingegen Verschleiß, Abnutzung, unsachgemäßer Umgang, Kriegsereignisse oder der Eingriff von offiziellen Stellen (wie Zoll oder Polizei). Verspätete Zustellung oder Reparaturkosten für beschädigtes Gepäck hingegen sind bei vielen Policen abgedeckt. Doch hier offenbart sich auch schon eine der Schwachstellen der Reisegepäckversicherungen, denn zumindest in den letztgenannten Fällen ist der Reisende sowieso über den Reiseveranstalter oder die Fluggesellschaft versichert. Das macht eine zusätzliche Police unnötig!

Auch bei einem Einbruch in das Hotelzimmer ist eine Reisegepäckversicherung in der Regel überflüssig. Wer eine vernünftige Hausratsversicherung abgeschlossen hat, ist für Einbrüche in das Hotelzimmer bestens gerüstet, denn der mitgenommene Hausrat ist auch außerhalb der eigenen Wohnung versichert. Hinzu kommt, dass eine solche Hausratversicherung das ganze Jahr über für Schäden haftet und nicht nur während ein paar weniger Urlaubswochen. Fazit: Nicht immer ist der Abschluss einer Reisegepäckversicherung sinnvoll. Allgemein muss man eher vom Abschluss einer Reisegepäckversicherung abraten, da sie fast immer überflüssig und kostspielig ist. Erschwerend kommt hinzu, dass die meisten Versicherungen nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen und Auflagen überhaupt greifen. Anders sieht es bei teurem Sportequipment, wie beispielsweise Tauch- oder Surfausrüstung, Skier, Snowboards oder Fahrrädern, aus. Auch hier sollte man aber genau das Kleingedruckte lesen, den der Teufel steckt oftmals im Detail. Es gilt: Prüfen Sie vorher genau, ob und mit welcher Summe die Gegenstände die Sie versichern wollen, im Schadensfall auch abgedeckt sind.

Wer trotzdem nicht auf für eine Gepäckversicherung verzichten möchte, sollte sich mit dem Thema intensiv befassen, Angebote vergleichen und genau auf die Versicherungsbedingungen achten. Ansonsten ist das Geld in den meisten Fällen nämlich in der Urlaubskasse deutlich besser aufgehoben.




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Dieter Fromm ist Gründer und Geschäftsführer von moneymeets. Vorher war er 29 Jahre als Berater, Private Banker und Gesamtverantwortlicher für das Privatkundengeschäft der drittgrößten Sparkasse Deutschlands tätig. Mit der Gründung von moneymeets im Jahr 2011 hat er sich auf die Transparenz und die digitale Alternative zur klassischen Anlageberatung konzentriert.

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