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Pensionseinrichtungen Vermögen erstmals seit 2008 gesunken

05.09.2016, 14:58  |  616   |   |   

Pensionseinrichtungen geraten immer weiter unter Druck: Bereits das aktuelle Niedrigzinsumfeld macht Ihnen zu schaffen. Erstmals seit der globalen Finanzkrise 2008 ist nun auch das Gesamtvermögen der 300 weltweit größten Pensionseinrichtungen gesunken.

Im vergangenen Jahr sank das Volumen der 300 weltweit größten Pensionseinrichtungen um 3,4 Prozent auf 14,8 Billionen US-Dollar und damit „etwa auf das Niveau von Ende 2013“, so eine gemeinsame Studie von Willis Towers Watson und dem US-Finanz- und Wirtschaftsmagazin „Pensions & Investments“. Im Krisenjahr 2008 war das Gesamtvermögen um 12,6 Prozent auf 10,4 Billionen US-Dollar gefallen. Seitdem konnte es sich bis Ende 2015 trotz des aktuellen Ergebnisses kumuliert um fast 19 Prozent erholen. Besonders 2010 mit  einem Zuwachs von knapp elf Prozent und 2012 mit einem Anstieg um fast zehn Prozent seien starke Jahre gewesen. Doch die aktuellen Zahlen geben vor allem vor dem Hintergrund niedriger Zinsen Anlass zur Sorge: „Angesichts der ständig steigenden Verbindlichkeiten sind die durchschnittlichen Resultate als schwierig anzusehen“, sagt Nigel Cresswell, verantwortlich für das Investment Consulting bei Willis Towers Watson Deutschland. „Sie offenbaren die Herausforderungen mit denen Pensionseinrichtungen konfrontiert sind, um ihre Ziele in einem Niedrigzinsumfeld zu erreichen.“ Immerhin halten die 300 weltweit größten Pensionseinrichtungen, zu denen Pensionskassen, Pensionsfonds, Versorgungswerke, Unterstützungskassen und Contractual Trust Arrangements (CTA) zählen, im vergangenen Jahr zusammen 42 Prozent aller Vermögen für die Altersversorgung.  



Großbritannien: Spitzenreiter bei Pensionseinrichtungen

Ein Großteil des Vermögens kommt aus den USA: „Nach Herkunftsländern betrachtet machen die USA mit 38,3 Prozent den höchsten Anteil am Gesamtvermögen der 300 größten Pensionseinrichtungen aus.“ Mit 131 Fonds sind die Vereinigten Staaten zudem am stärksten vertreten. Mit einem Anteil von 27,6 Prozent folgt Europa auf Platz zwei noch vor der Region Asien-Pazifik. Die meisten europäischen Pensionseinrichtungen gebe es in Großbritannien. Aus Deutschland dagegen seien nur neun Einrichtungen vertreten. Zusammen halten sie 1,5 Prozent des Gesamtvermögens der Top 300. 


 
Deutschland hinkt hinterher

Größte deutsche Pensionseinrichtung ist die Bayerische Versorgungskammer. Weltweit belegt sie mit 71,7 Millionen US-Dollar Platz 37. Hier sieht Cresswell Nachholbedarf: „Es wäre wünschenswert, wenn auch deutsche Investoren in der Lage wären, ein größeres Spektrum an Anlagemöglichkeiten zu nutzen. Damit wäre gewährleistet, dass sie nicht nur im internationalen Vergleich Schritt halten können, sondern auch ihre langfristigen Ziele effizienter erreichen können.“ Weltweit auf Platz eins liegt ein Fonds aus Japan: Der staatliche Government Pension Investment Fund verwaltet ein Vermögen von 1,163 Billionen US-Dollar. Nummer zwei und zugleich europäische Nummer eins, ist der norwegische staatliche Pensionsfonds mit einem verwalteten Vermögen von 866 Milliarden US-Dollar.  „Ein Unterscheidungsmerkmal der führenden Pensionseinrichtungen ist ihre schnelle Anpassungsfähigkeit und Bereitschaft, ,First-Mover‘ zu sein“, so Cresswell. „Sie zahlen niedrige Kosten für Marktbeta und nutzen zusätzlich lediglich ein teureres aktives Management, wenn sie von der Alpha-Generierung überzeugt sind.“ Mit dem Ergebnis, dass sich die 20 größten Pensionsfonds vom Verfolgerfeld absetzen konnten: „Mit einem Minus von 2,2 Prozent waren die Verluste der 20 größten um knapp 1,2 Prozent geringer als der allgemeine Durchschnitt der 300 größten.“

Quelle Bilder: Pensions & Investments / Willis TowersWatson 300 analysis

(TL)



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Teresa Laukötter hat den M. Sc. in Volkswirtschaft der Universität Maastricht. Als Redakteurin und Content-Managerin bei €uro Advisor Services GmbH ist sie zuständig für die Top-Themen auf www.fundresearch.de.

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