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Wie Google das Gesundheitswesen neu erfinden will

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
06.09.2016, 10:00  |  579   |   |   
BILDQUELLE FLICKR/CREATIVE COMMONS.

Kontaktlinsen, die den Glucosespiegel bei Diabetikern messen, Computer am Handgelenk, die diagnostische Nanopartikel im Blutkreislauf erkennen, implantierbare Geräte, die elektrische Signale entlang der Nerven modifizieren, medizinische Roboter, menschliche Erweiterungen, Gehirnstimulation – die Liste geht immer weiter.

Das ist aber keine Liste von unmöglichen CGI-Effekten aus einem Science-Fiction-Film, sondern die Initiativen, die Google Life Sciences von Alphabet (WKN:A14Y6H) unter dem neuen Banner Verily in Angriff genommen hat.

Diejenigen, die Motley Fools Schwäche für William Shakespeare zu schätzen wissen, „verily” ist ein Wort aus der elisabethanischen Ära des Dichters und bedeutet „wahrlich” oder „zuversichtlich, selbstbewusst” bedeutet. Beispiel: „Ich glaube wahrlich, dass dieser Pullover der hässlichste ist, den ich je gesehen habe.”

Selbstbewusstsein ist sicher auch ein Attribut von Google. Verily kommt von Google X, dem Geheimlabor für verrückte Projekte, wie Aufzüge im Weltraum, Teleportation und schwebende Skateboards (wie in „Zurück in die Zukunft”). Aber Google X hat auch Google Glass auf den Markt gebracht, was ohne Zweifel ein supercooles Gerät war, das aber nicht gut aufgenommen wurde, um es einmal euphemistisch auszudrücken.

Mit einem derartigen Background, was sind eigentlich die Chancen, dass Verily etwas schaffen wird, dass den Gesundheitssektor verändern wird? Wird da etwas Gutes dabei herauskommen? Oder – um den Barden von Avon noch einmal zu bemühen – ist Verily nur eine Geschichte mit viel Lärm um nichts? Sehen wir uns die aktuelle finanzielle Situation von Verily und die Aussichten eines vermarktbaren Produktes, das für Google finanziell bedeutend sein könnte, einmal genauer an.

Ein Pfund Fleisch aber kein Blut

Wie der Kaufmann von Venedig verlang Verily auch jedes Quartal ein Pfund Fleisch von seinem Mutterunternehmen. Alphabet, das Konglomerat um Google herum, gibt die Zahlen seiner einzelnen Tochterunternehmen nicht separat an, aber der letzte Quartalsbericht bietet einen Einblick in die Kosten und den Output.

Verily ist ein Tochterunternehmen in der Sparte Verschiedenes bei Googles Breitbandgeschäft und Smart-Home-Geschäft. Die Umsätze dieser Sparte haben sich verglichen mit dem Vorjahr von 74 auf 185 Millionen US-Dollar mehr als verdoppelt und sind verglichen mit dem vorhergehenden Quartal um 11 % gestiegen. Die Kosten haben sich aber auch erhöht: Der operative Verlust erhöhte sich auf 859 Millionen US-Dollar von 660 Millionen vor einem Jahr und stieg um 7 % seit dem Vorquartal.

Trotz der höheren Kosten wird die Sparte Google nicht arm machen. Das Unternehmen hat immerhin ein fast unendliches Budget und wenn auch nur ein Projekt von Verily etwas wird, dann wird die Investition wie ein Taschengeld aussehen.

Einige der Projekte von Verily scheinen vielleicht komplett verrückt zu sein, aber sie könnten auch Potenzial haben. Ein aktuelles Joint Venture mit dem britischen Medikamentenhersteller GlaxoSmithKline (WKN:904561) nutzt Implantate, um elektrisch Impulse zu generieren, die es dem Körper erlauben, sich selbst zu heilen. Die beiden Unternehmen haben sich bereit erklärt, bis zu 716 Millionen US-Dollar in sieben Jahren auszugeben, wobei Glaxo 55 % des Joint Venture hält und Verily 45 %. Das ist ein neues Feld, genannt bioelektronische Medizin. Trotz des quasi-wissenschaftlichem Klangs haben die ersten Studien schon positive Ergebnisse bei der Behandlung von rheumatoider Arthritis ergeben.

Sanofi, AbbVie und Biogen haben sich mit Verily in den letzten Jahren schon zusammengetan. Die großen Pharmaunternehmen hoffen, die Datenanalysetools von Google nutzen zu können und die Miniaturgeräte von Verily lizensieren zu können (nachdem sie entwickelt wurden), um verschiedene Krankheiten damit anzugreifen. Das ist etwas anderes als das Abkommen, das Johnson & Johnson mit Verily hat, um medizinische Roboter zu entwickeln.

Je weniger du von deiner Größe sprichst, desto mehr werde ich davon halten

Keines dieser Projekte hat bisher zu einem nützlichen Produkt geführt. In der Zwischenzeit wurde Verily von mehreren Wissenschaftlern dafür gescholten, das tatsächliche Potential hinter den verschiedenen Projekten nicht richtig eingeschätzt zu haben. „Man muss sehen, wie viel diese Spielzeuge nur für Marketing benutzt werden und dafür, den Eindruck zu erwecken, dass das Unternehmen wirklich an etwas Eindrucksvollem arbeitet – der schönen neuen Welt – oder ob wir wirklich über etwas sprechen, dass wirklich klinisch einen Unterschied machen wird. Letzteres ist sehr schwer vorstellbar.” sagte Dr. John Ioannidis, Professor für Krankheitsprävention an der Universität von Stanford.

In einem Wimpernschlag

Ok, was ist mit einer von Verilys ältesten Initiativen? 2012 wurde die Sparte Biowissenschaften ursprünglich entwickelt um, smarte Kontaktlinsen zu entwickeln, deren supercoole Bilder vor zwei Jahren überall im Internet aufgetaucht sind. Sie wurden designt, um den Blutglucosespiegel zu messen und hatten Sensoren und Chips, die nur minimal groß waren und eine drahtlose Antenne, die dünner als ein menschliches Haar war.

Die CGM-Lense (continuous glucose monitoring) scheint Ioannis Kriterien von einem klaren klinischen Auswirkungen zu erfüllen. Aber es kommt noch besser: Es hat auch eine These, in die man investieren könnte. Verily und sein großer Pharmapartner Novartis (WKN:904278) zielen auf den Diabetesmarkt mit 10 Milliarden US-Dollar Umsatz ab. Mit einem solchen Markt kann das Projekt tatsächlich riesige Umsätze generieren.

Wenn wir aber etwas tiefer graben, dann sieht die Sache nicht mehr so toll aus.

Der Executive VP von DexCom, Steve Pacelli wies darauf hin, dass „viele Unternehmen schon versucht haben, nichtinvasiv Glucose in Tränen zu messen und sind dabei gescheitert. Man kann Glucose in Tränen messen, aber die Konzentration ist deutlich niedriger, daher ist das zeitlich sehr verzögert. Die Konsistenz der Messung wird eine Herausforderung werden.”

Es gibt aber noch ein größeres Problem. Sowohl Dexcom als auch Medtronic  (WKN:A14M2J) haben schon kontinuierliche Glucoseüberwachungsgeräte auf dem Markt und beide stehen vor einer großen Hürde. Die FDA sieht das Glucose-Monitoring – von jedem Gerät – als nicht genau genug an, um Insulin einfach so zu verschreiben. CGM-Geräte werden zwar benutzt, aber der Markt ist begrenzt, da sie nur als zusätzliche Geräte benutzt werden dürfen.

Die CGM-Linse von Google wird vor demselben Problem stehen – falls sie es aus dem Labor schafft.

Schließlich und endlich

Apple, Microsoft, Intel — praktisch alle großen Tech-Unternehmen – verfolgen eine Initiative im Gesundheitsbereich. Mehrere Faktoren wie die Digitalisierung der Akten, maschinelle Intelligenz, Gentechnik und schnelle Fortschritte bei den medizinischen Geräten haben auch dieses Feld reif für die Revolution von mobilen und miniaturisierten Geräten gemacht.

Aber die Möglichkeiten, um die Umsätze zu steigern sind sogar noch interessanter. Die Tech-Unternehmen sind Milliarden von Dollar schwer, aber die Ausgaben für Gesundheit betragen jedes Jahr knapp 3 Billionen US-Dollar – und das allein in den USA. Global gesehen schätzt die WHO, dass es sich um 6,5 Billionen US-Dollar handelt.

Unterm Strich: Trotz des großen Potenzials muss Google erst noch ein Produkt schafften, dass hier den Unterschied macht. Obwohl Alphabet eine potenziell interessante Position in deinem Gesundheitsportfolio sein könnte, sollte man nicht vergessen, dass es noch viele andere Unternehmen gibt, die eine deutlich klarere Investitionsthese haben als Verily.

Aber überlassen wir das letzte Wort dem guten Shakespeare. Der Barde ist vielleicht nicht unbedingt ein Investmentguru, aber es hatte jede Menge nützlich Dinge zu sagen, die auch die Jahrhunderte überdauert haben: „Ist dies schon Tollheit, hat es doch Methode.”

In anderen Worten, es könnte sein, dass in all dem Wahnsinn schon der Keim von etwas ist, das uns noch überraschen wird. Und egal was es ist, wir können uns einer Sache sicher sein: Die ultimative Suchmaschine wird weiter Schlagzeilen mit diesen Projekten machen. Immerhin sprechen wir hier von Goolge.

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Suzanne Frey ist Führungskraft bei Alphabet und Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.
Motley Fool besitzt und empfiehlt Alphabet (A und C), Apple, Biogen und Johnson and Johnson. The Motley Fool besitzt Medtronic and Microsoft. Motley Fool empfiehlt Intel. The Motley Fool besitzt die folgenden Optionen: Long Januar 2018 $90 Calls auf Apple, Short Januar 2018 $95 Calls auf Apple.

Dieser Artikel wurde von Cheryl Swanson auf Englisch verfasst und wurde am 03.09.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

Themen: Dollar, Invest, WKN


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Die Mission von The Motley Fool ist: Der Welt zu helfen, besser zu investieren. Fool.de zeigt den Menschen, bessere finanzielle Entscheidungen zu treffen. Um dieses Ziel zu erreichen, bietet Fool.de Kommentare und Tipps zum Aktienmarkt, allgemeinen Investmentthemen und Investitionsmöglichkeiten. The Motley Fool ist Verfechter des Shareholder Value und setzt sich unermüdlich für den individuellen Investor ein.

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