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Vorsicht bei den 3 DAX-Aktien mit der höchsten Eigenkapitalrendite!

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
06.09.2016, 13:25  |  630   |   |   
Foto: Wikimedia Commons, G. Friedrich

Bevor du dir Aktien eines Unternehmens kaufst, solltest du auf jeden Fall prüfen, ob es profitabel ist. Eine Kennzahl für die Profitabilität eines Unternehmens ist die Eigenkapitalrendite. Sie stellt das Verhältnis von Gewinn zum Eigenkapital dar.

Aber nur weil ein Unternehmen eine hohe Eigenkapitalrendite generiert, ist dessen Aktie noch lange kein Kauf. Ein Blick auf die 3 DAX-Unternehmen mit den höchsten Eigenkapitalrenditen zeigt, wie gefährlich es sein kann, nur auf diese eine Kennzahl zu achten.

Platz 3: Siemens

Die drittbeste Eigenkapitalrendite aller DAX-Unternehmen erzielte im Jahr 2015 der Münchener Technologieriese Siemens (WKN:723610). Doch trotz der bemerkenswerten Rendite in Höhe von 21,1 % würde ich keine Siemens-Aktien kaufen. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Der erste Grund ist die Unbeständigkeit an der Unternehmensspitze. CEO Joe Kaeser ist bereits der dritte Vorstandsvorsitzende innerhalb der letzten 10 Jahre. Wahrlich kein Zeichen für eine besonders langfristig ausgelegte Unternehmensführung.

In meinen Augen wäre aber genau das erforderlich, um dauerhaft erfolgreich zu sein und damit auch eine wichtige Voraussetzung für einen steigenden Aktienkurs.

Der zweite Grund sind die Skandale und Negativschlagzeilen der letzten Jahre. Insbesondere der Schmiergeld-Skandal aus dem Jahr 2006 und die ständigen Meldungen um Stellenstreichungen haben dem Ruf des Konzerns geschadet und sprechen nicht unbedingt für eine ausgeprägte Unternehmenskultur.

Der dritte Grund kommt aus den USA und heißt General Electric (WKN:851144). Das Unternehmen ist in fast allen Bereichen tätig, in denen es auch Siemens ist. Ein Blick auf die Zahlen verrät, dass General Electric dem deutschen Traditionsunternehmen in einigen wichtigen Punkten überlegen ist.

Umsatz (in Mio) Umsatzwachstum 2011 – 2015 EBIT-Marge
Siemens       75.636 €                          2,9 %       9,5 % *
General Electric      117.400 $                          6,7 %     15,6 % **

Quellen: Geschäftsberichte 2015

   * bei Siemens wurde die EBT-Marge verwendet

** Einmaleffekt aus der Aufgabe der Finanzsparte wurde nicht berücksichtigt

GE ist größer, profitabler und wächst schneller als Siemens. Wenn ich in einen Mischkonzern investieren müsste, würde ich daher General Electric vorziehen. Das und die erwähnten Skandale in Kombination mit den häufigen Wechseln an der Konzernspitze machen Siemens trotz hoher Eigenkapitalrendite zu einer Aktie, die es nicht in mein Depot schaffen wird.

Platz 2: Lufthansa

Auf Platz 2 der DAX-Aktien mit den höchsten Eigenkapitalrenditen landet mit 29,5 % etwas überraschend die Lufthansa (WKN:823212). Versteckt sich hinter der von Billigairlines und Streiks geplagten Kranich-Airline tatsächlich ein lukratives Geschäftsmodell?

Trotz der hohen Rendite in 2015 glaube ich das nicht. Denn in den letzten Jahren sank und stieg die Eigenkapitalrendite häufiger als ein Inlandsflieger in Luxemburg.

Eigenkapitalrendite_Lufthansa

Quelle: Geschäftsbericht Lufthansa 2015

Bei solch einem Auf und Ab kann man sicher nicht von einem Unternehmen sprechen, das dauerhaft überdurchschnittlich profitabel arbeitet. Trotz der starken Renditen in den Jahren 2012 und 2015 landen daher keine Lufthansa-Aktien in meinem Depot.

Platz 1: ProSiebenSat.1 Media SE

Das Unternehmen mit der höchsten Eigenkapitalrendite im DAX ist die ProSiebenSat.1 Media SE (WKN:PSM777). Im Jahr 2015 erreichte der Konzern eine Eigenkapitalrendite von sagenhaften 42,0 %. Aber ist ProSiebenSat.1 wirklich so viel profitabler als alle anderen DAX-Unternehmen? Die Gesamtkapitalrendite und die Verschuldung sagen: nein!

Gesamtkapitalrendite Eigenkapitalquote
ProSiebenSat.1 Media SE                  7,4 %              17,7 %

Quelle: Geschäftsbericht ProSiebenSat.1 Media SE 2015

Denn diese beiden Kennzahlen verdeutlichen, warum die Eigenkapitalrendite bei ProSiebenSat.1 so hoch ist: nicht etwa wegen des profitablen Geschäftsmodels, sondern allein wegen des geringen Eigenkapitals.

Die Eigenkapitalrendite errechnet sich nämlich wie folgt: Man teilt den Gewinn durch das Eigenkapital. Dementsprechend gibt es zwei Möglichkeiten, die Eigenkapitalrendite nach oben zu schrauben: den Gewinn erhöhen oder das Eigenkapital senken. Die niedrige Eigenkapitalquote von ProSiebenSat.1 zeigt also, dass die Rendite nur aufgrund des geringen Eigenkapitals so hoch ist.

Das muss noch lange nicht bedeuten, dass sich das Unternehmen in Schwierigkeiten befindet. Als Bewertungskennzahl für die Profitabilität eignet sich die Eigenkapitalrendite damit aber nur bedingt. Interessanter ist bei solchen Unternehmen ein Blick auf die Gesamtkapitalrendite, welche nicht nur das Eigenkapital mit einbezieht, sondern auch das Fremdkapital.

Und bei ProSiebenSat.1 zeigt sie uns, dass das Unternehmen zwar profitabel arbeitet, es aber mit Sicherheit kein Überflieger ist, wie es uns die Eigenkapitalrendite glaubhaft machen will.

Ich halte das Unternehmen ProSiebenSat.1 grundsätzlich für interessant, alleine wegen der hohen Eigenkapitalrendite würde ich mir aber keine ProSieben-Aktien kaufen.

Mein Fazit

Eine hohe Eigenkapitalrendite kann auf ein profitables Unternehmen hindeuten, das hat uns schon Warren Buffett gelehrt. Auf keinen Fall solltest du dich aber auf diese eine Kennzahl verlassen, ohne dir einen Überblick über andere Kennzahlen und über das Unternehmen an sich verschafft zu haben. Ein Blick auf die 3 DAX-Unternehmen mit den höchsten Eigenkapitalrenditen belegt dies eindrucksvoll.

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Thomas Brantl besitzt keine der genannten Aktien. The Motley Fool besitzt Aktien von General Electric.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.



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