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US-Ökonom Rogoff Das spricht gegen Bargeld

08.09.2016, 09:05  |  592   |   |   

Kenneth Rogoff, ehemaliger Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds, entfacht die Diskussion um das Abschaffen von Bargeld erneut. Das sind seine Gründe.

Erst kürzlich hat die EZB beschlossen den 500-Euro-Schein abzuschaffen und damit eine Debatte um Bargeld entbrannt. Besonders in Deutschland beobachtete man den Beschluss mit Sorge: Nur etwa ein Drittel der Befragten einer Umfrage des Nürnberger Marktforschungsspezialisten GfK Verein gab an, für eine Abschaffung von Bargeld zu stimmen. 44 Prozent würden bei einer Volksabstimmung gegen ein Ende von Schein und Münze stimmen. Sorgen um den Datenschutz und ein besserer Überblick seien die häufigsten Argumente für Bargeld. „Deutsche sind generell sensibel, wenn es um ihre persönlichen Daten geht - sensibler als viele andere Europäer. Für Deutsche ist Bargeld eine Möglichkeit des Datenschutzes“, sagt der Geschäftsführer des GfK Vereins, Raimund Wildner. Auch EZB-Chef Mario Draghi sah sich schließlich genötigt, die Gemüter zu besänftigen: „Unsere Entscheidungen zum 500-Euro-Schein haben nichts, aber auch wirklich gar nichts zu tun mit der Abschaffung oder der möglichen Abschaffung von Bargeld.“ Der 500er werde im Gegenteil dadurch ersetzt, dass mehr 200-Euro-Scheine gedruckt würden. 

In den USA sieht man das etwas anders. Kenneth Rogoff, ehemaliger Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds, ist sich sicher: Eine Gesellschaft, in der weniger Bargeld im Umlauf ist, wäre sowohl fairer als auch sicherer. „Bargeld fördert das Verbrechen, weil es anonym ist“, sagt der Ökonom in einem durch das „project syndicate“ veröffentlichten Kommentar. Zudem sei es leicht zu transportieren und zu verstecken. „Eine Million Dollar in 100-Dollar-Scheinen passen in einen Aktenkoffer, eine Million Dollar in 500-Euro-Scheinen sogar in die Brieftasche.“ Ohne Bargeld seien die Transaktionskosten und das Risiko entdeckt zu werden dagegen viel höher. Und noch einen Vorteil habe eine Welt fast ohne Bargeld: Da Bargeldzahlungen an Schwarzarbeiter ein Hauptgrund für illegale Einwanderung seien, sei der verminderte Einsatz von Bargeld eine „deutlich humanere Methode zur Einwanderungsbeschränkung als die Errichtung von Stacheldrahtzäunen“.

Drei Eckpunkte sollte der Plan zur Begrenzung des Papiergeldes jedoch enthalten: 

• Normalbürgern müsse es möglich sein, Bargeld weiterhin dort zu verwenden, wo es praktisch ist.

• Gut Ding will Weile haben: Rogoff schlägt eine langsame Umsetzung vor: „Ich denke an einen Zeitrahmen von ein bis zwei Jahrzehnten“. 

• Zudem sollen die Reformen die Bedürfnisse von Haushalten mit niedrigem Einkommen berücksichtigen - „insbesondere jener ohne eigenes Bankkonto“.

Dann so der Ökonom, sei es möglich Verbrechen und Steuerhinterziehung zumindest einzudämmen. „Bargeld mag in unserer heutigen hochtechnisierten Finanzwelt als nebensächlich erscheinen, doch die Vorteile einer überwiegenden Abschaffung des Papiergeldes sind sehr viel größer, als man glauben könnte.“

(TL)



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Teresa Laukötter hat den M. Sc. in Volkswirtschaft der Universität Maastricht. Als Redakteurin und Content-Managerin bei €uro Advisor Services GmbH ist sie zuständig für die Top-Themen auf www.fundresearch.de.

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Kenneth Rogoff, ehemaliger Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds, entfacht die Diskussion um das Abschaffen von Bargeld erneut. Das sind seine Gründe.

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