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Der große DAX Dividendenreport (Teil 1)

08.09.2016, 16:30  |  371   |   |   

Viel ist über das Thema Dividenden bereits geschrieben worden. Zeit für klare Fakten. GodmodeTrader hat die 30 DAX-Titel unter die Lupe genommen. In Teil 1 des großen Dividendenreports besprechen wir die Dividendenzahlungen der vergangenen 10 Jahre. Auf welche Unternehmen war Verlass, welche Konzerne haben enttäuscht?

Trader belächeln sie, Investoren dagegen lieben sie: die Dividende. Wenngleich das Thema Dividendenaktien auf dem GodmodeTrader in den vergangenen Jahren zunehmend eine Rolle gespielt hat, geben wir allen Börsen-Einsteigern gerne noch einmal einige kurze Erklärungen mit an die Hand:

  • Als Dividende bezeichnet man den Teil des Gewinns, den eine Aktiengesellschaft an ihre Aktionäre ausschüttet.
  • Die Dividende wird vom Vorstand vorgeschlagen und auf der Hauptversammlung beschlossen.
  • Die Dividendenzahlung erfolgt in Deutschland zumeist am Tag nach der Hauptversammlung (HV).
  • Um die Zahlung zu erhalten, muss die Aktie also spätestens am Tag der HV gekauft werden.
  • Dividenden unterliegen in Deutschland der Abgeltungsteuer.
  • Kritiker merken zu Recht an, dass die Dividende keinen Vermögenseffektauslöst. Am Ex-Dividenden-Tag nach der HV fällt die Aktie in der Regel in Höhe der Dividende. Unterm Strich verdient der Anleger also nichts.
  • Was allerdings unterschlagen wird: Die Dividende hat einen Liquiditätseffekt. Mit dividendenstarken Aktien kann ein Anleger passives Einkommen generieren. Das Geld kann er entweder wieder in Aktien reinvestieren oder abziehen.
  • Zudem haben Studien gezeigt, dass das Dividendengap am Ex-Tag in der Regel innerhalb weniger Monate wieder geschlossen wird.
  • Auch wurde in Studien herausgearbeitet, dass dividendenstarke Aktien einen Performancevorteil gegenüber Aktien ohne Dividende in den vergangenen Jahrzehnten aufweisen. Einmal mehr ist hier aber der langfristige Aspekt entscheidend.

Im Rahmen des DAX Dividendenreports möchte ich für die 30 DAX-Werte einen ausführlichen Überblick geben.

Welche Unternehmen eignen sich für eine langfristige Dividendenstrategie? Welche dagegen sollten Investoren eher meiden?

Basis ist zunächst folgende Liste, die in mühsamer Kleinstarbeit händisch zusammengetragen wurde. Sie enthält die Dividendenhistorien der 30 DAX-Konzerne der Jahre 2006 bis 2016. Um Missverständnissen vorzubeugen: Maßgeblich ist hier das Jahr der Auszahlung, nicht das Geschäftsjahr. Als Datenbasis dient das Fundamentalcharts-Widget unserer Investment- und Analyseplattform Guidants.
20160908_godmode1a* um Kapitalmaßnahmen bereinigt
** überdurchschnittlich hoch aufgrund von Beteiligungsverkäufen

Auf den ersten Blick sieht man bereits, dass es zuverlässige Zahler gibt, aber auch Unternehmen, die selten eine Dividende ausgeschüttet haben. Dem Kriterium Dividendenkontinuität wollen wir uns daher als erstes widmen, ehe in den weiteren Teilen der Serie zusätzliche Kriterien beleuchtet werden sollen.

Bei der Untersuchung wurden die Unternehmen aufgeteilt. Welche Gesellschaften haben seit 2006 immer Dividende gezahlt? Bei welchen Konzernen war die Dividende stets zumindest konstant? Gibt es Unternehmen, die die Dividende jedes Jahr erhöht haben? Nachfolgend die Ergebnisse:

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20160908_godmode1bDie Vonovia-Aktie fällt sicherlich etwas aus dem Rahmen, weil sie noch nicht lange an der Börse notiert ist. Dennoch lassen sich einige klare Aussagen tätigen.

  • 22 von 30 DAX-Unternehmen haben seit 2006 stets eine Dividende gezahlt.
  • Die Commerzbank setzte die Dividendenzahlungen dagegen (auch regulatorisch bedingt) ganze 7 Mal aus, Infineon 5 Mal.
  • E.ON und RWE führen die Liste der Dividendensenkungen mit je vier Jahren an.
  • Deutsche Telekom und Beiersdorf hielten die Dividende je sechs Jahre konstant, die Deutsche Bank und die Deutsche Börse je fünf Jahre.
  • Fresenius Medical Care (FMC) und Fresenius sind die Konstanten im DAX. Sie haben in allen 10 Jahren die Dividende erhöht.
  • Man spricht hierbei auch von Dividendenaristokraten.
  • Linde und Bayer erhöhten die Dividende immerhin 9 Mal.
  • Stets die Dividende mindestens gleich gehalten haben nur sieben Unternehmen im DAX: Bayer, FMC, Fresenius, Henkel, Linde, Munich Re und Siemens.

Ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl von Dividendenaktien ist die Dividendenkonstanz. Unternehmen, die die Dividende Jahr für Jahr erhöhen, werden Dividendenaristokraten genannt. In den USA spricht man von Dividendenaristokraten erst, wenn die Dividende mindestens 25 Jahre lang erhöht wurde. In Deutschland wird dieses Kriterium aller Voraussicht nach im kommenden Jahr erstmalig von Fresenius erfüllt werden. Wenden wir das Kriterium der Dividendenerhöhungen nur auf die vergangenen 10 Jahre an, sind Fresenius und FMC erste Wahl in dieser Disziplin. Es ist ein Zeichen von Qualität, wenn Konzerne die Dividenden stetig anheben können. Bei konstanten Ausschüttungsquoten bedeutet dies steigende Gewinne und langfristig auch steigende Aktienkurse.

Anleger, sie sich bereits zufriedengeben, wenn die Dividende „nur“ konstant bleibt, können sich Aktien wie eine Bayer, Henkel, Linde, Munich Re oder Siemens ansehen. Von all diesen Werten weisen Munich Re und Siemens zudem die höchsten Dividendenrenditen auf. Dazu kommen wir aber noch detailliert im zweiten Teil des großen DAX Dividendenreports.

Auch zeigt die Auflistung sehr gut, dass man mit Blick auf die Dividendenentwicklungen von Depotkrücken wie einer E.ON und RWE rechtzeitig Abstand genommen hätte. Bereits im Jahr 2007 senkte E.ON die Dividende, ein weiteres Mal im Jahr 2012. RWE senkte die Dividenden 2008 und 2010, danach noch einmal 2012 und 2014. Weitere Warnzeichen erhält man, wenn man sich die Ausschüttungsquoten ansieht. Sie zeigen an, ob Unternehmen die Dividenden locker aus dem laufenden Geschäft stemmen können oder ob sie die Dividenden aus Rücklagen, also aus der Substanz, im Extremfall auch durch Aufnahme von Schulden, bezahlen. Auch dazu kommen wir in einem der nächsten Teile.

Fazit: Die „kleinen“ Dividendenaristokraten im DAX heißen FMC und Fresenius. Die Flops bei den Dividendenzahlern sind dagegen die Commerzbank und Infineon. Wer nicht auf Einzelwerte, sondern ETFs setzen möchte, kann eine Dividendenaristokratenstrategie beispielsweise mit dem SPDR® S&P® Euro Dividend Aristocrats UCITS ETF umsetzen. Dieser ETF konzentriert sich auf Dividendenaristokraten in der Eurozone. Der SPDR S&P US Dividend Aristocrats UCITS ETF dagegen deckt US-Werte ab.

Autor: Bastian Galuschka, Technischer Analyst und Stv. Chefredakteur bei GodmodeTrader.de.

Folgen Sie Bastian Galuschka auch auf Guidants und diskutieren Sie mit ihm und anderen Usern den weiteren Verlauf bei den Minenwerten.

Bildquelle: dieboersenblogger.de

Wertpapier: DAX


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Christoph Scherbaum M.A. und Diplom-Betriebswirt Marc Schmidt sind die Gründer von dieboersenblogger.de. Der Social-Börsenblog wurde Ende 2008 im Zeichen der Finanzkrise von den zwei Finanzjournalisten gegründet und hat sich seither fest in der Börsenmedienlandschaft etabliert. Heute schreibt ein gutes Dutzend Autoren neben Christoph Scherbaum und Marc Schmidt über Aktien, Geldanlage und Finanzen. Weitere Informationen: www.dieboersenblogger.de.

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