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Was steckt hinter den Gewinnzahlen von Netflix?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
12.09.2016, 08:00  |  249   |   |   
BILDQUELLE: NETFLIX.

Netflix (WKN:552484) sieht den Deckungsbeitrag als eine wichtige Kennzahl an und das Management schenkt dieser nicht-GAAP-Kennzahl auch große Aufmerksamkeit bei der Analyse der Performance aus einem finanziellen Blickwinkel. Daher wollen wir einen Blick darauf werfen, was das eigentlich ist – oder auch nicht – und was es über die Finanzen eines Unternehmens aussagt.

Was ist der Deckungsbeitrag?

Wenn man die Quartalsberichte von Netflix und die ganze Kommunikation mit den Investoren durchgeht, dann ist der Deckungsbeitrag meist ein wichtiges Thema. Die Quartalsberichte zeigen die Zahlen für die verschiedenen Segmente und das Management bietet üblicherweise einen Ausblick für diese Kennzahl und viele Informationen zu den wichtigsten Faktoren, die sie in einem bestimmten Zeitraum beeinflusst haben.

Netflix sieht den Deckungsbeitrag sogar als eine der wichtigsten Variablen an. Hier ein Zitat aus dem 10-K-Bericht: “Unsere Kernstrategie besteht darin, unser Streamingabogeschäft global innerhalb der Parameter unseres konsolidierten Nettoeinkommens und den Zielen des operativen Segment zu vergrößern.”

Der Gewinn (oder Verlust) ist praktisch Umsatz minus Kosten und Marketingausgaben in diesem Segment. Der Deckungsbeitrag ist praktisch der Gewinn prozentual am Umsatz in diesem Segment. Diese Kennzahl schließt einige wichtige operative Ausgaben wie Allgemein- und Verwaltungskosten und Kosten für die Technologie aus.

Den Deckungsbeitrag zu beobachten, kann wichtige Informationen für die Investoren bieten, denn er zeigt die operative Entwicklung für jedes Segment vor den weiteren Kosten des Unternehmens. So kann man besser bewerten, wie sich ein Unternehmen in seinen einzelnen Abteilungen entwickelt. Andererseits müssen die weiteren Kosten immer noch bezahlt werden, daher erzählt uns der Deckungsbeitrag nicht wirklich die ganze Geschichte, wenn es um die Gewinne des ganzen Unternehmens geht.

Abgesehen davon hat das Management ja immer einen gewissen Spielraum bei der Zuteilung der Ausgaben. Netflix setzt in letzter Zeit immer mehr auf die internationale Expansion und das Unternehmen produziert auch mehr internationalen Content für den internationalen Markt. Daher teilt das Management einen höheren Anteil der Contentkosten dem internationalen Segment zu.

Es ist nichts falsch daran, wenn man die Kosten anders zuteilt; es ist sogar eine gute Entscheidung, um besser die Wachstumsstrategie des Unternehmens wiederzuspiegeln. Trotzdem können verschiedene Annahmen und Kostenzuteilungen einen großen Einfluss auch den Deckungsbeitrag haben und das sollte man nicht vergessen.

Die Zahlen sprechen eine andere Sprache

Der Deckungsbeitrag kann deutlich von einem Quartal zum nächsten schwanken, aber langfristig ist das Bild ermutigend. In den USA steht Netflix vor einem langsameren Nutzerwachstum, da das Geschäft in der Heimat langsam reift, aber die Umsätze steigen immer noch schneller als die Ausgaben und der Deckungsbeitrag bewegt sich auch in die richtige Richtung.

Das Unternehmen meldete einen Deckungsbeitrag von 34,4 % im amerikanischen Streamingsegment in Q2 2016. Das ist ein Anstieg um 33,1 % verglichen mit dem Vorjahreszeitraum. Das Management erwartet einen Deckungsbeitrag in diesem Segment von 35,1 % in Q3, was höher ist als die 34,3 % in Q3 2015. Langfristig glaubt das Management, dass das Unternehmen gut auf Kurs ist, um bis 2020 einen Deckungsbeitrag von etwa 40 % in den USA zu erreichen.

DATENQUELLE: SEC. GRAFIK: AUTOR.

Die Zahlen sehen aber im internationalen Streamingsegment ganz anders aus. Netflix meldetet hier einen Verlust von 69 Millionen US-Dollar im letzten Quartal, was ein negativer Wert von 9,1 % verglichen mit dem Umsätzen ist. Für das dritte Quartal 2016 erwartet das Unternehmen einen Verlust von 95 Millionen US-Dollar oder einen negativen Deckungsbeitrag von 11,2 %.

Man sollte aber auch hier genau hinsehen, wenn man die Statistiken analysiert, um besser zu verstehen, was die Zahlen bedeuten. Das Geschäft ist in vielen Märkten profitabel, wo Netflix schon vor 2014 war. Das Management sagte im letzten Quartalsbericht, dass alle diese Märkte aktuell einen positiven Deckungsbeitrag erwirtschaften würden und sie sollen 2016 einen gemeinsamen Deckungsbeitrag von fast 500 Millionen US-Dollar erzeugen.

Der Hauptgrund, warum Netflix international in den roten Zahlen steckt, besteht darin, dass das Unternehmen das verdiente Geld wieder reinvestiert, um in neue Gebiete zu expandieren.

Das sollte man niemals vergessen. Wenn das Geschäft die Möglichkeit bietet, die Gewinne in internationalen Märkten zu vergrößern, dann macht das Management alles richtig, wenn es aggressiv dieses Wachstum verfolgt.

Im letzten Brief an die Aktionäre hat Netflix unterstrichen, dass das Unternehmen positive Deckungsbeiträge in allen internationalen Märkten generiert, selbst in denen, wo es noch jede Menge Hürden gibt. Das ist gut für Netflix und seine Fähigkeit, Gewinne unter den schwierigsten Umständen zu schaffen. Das Management schrieb:

Wir haben schon Erfolge erzielt (bei den Deckungsbeiträgen) in vielen Märkten, darunter auch dort, wo Englisch nicht die Hauptsprache ist (z.B. Chile), die niedrige Pay-TV-Penetration haben (wie Australien); die historisch gesehen viel Piraterie haben (z.B. die nordischen Staaten); die Probleme bei der Zahlungs- oder Breitbandinfrastruktur haben (z.B. Mexiko bei den Zahlungen und Kanada mit niedrigem Datenvolumen); wo es große Konkurrenz gibt (z.B. Großbritannien); wo das verfügbare Einkommen gering ist (z.B. Brasilien) oder die viele dieser Faktoren aufweisen (wie der Großteil von Lateinamerika).

Foolisher Schlussgedanke

Netflix ist solide profitabel in den USA- Das Geschäft verliert international noch Geld, aber das liegt größtenteils an den Investitionen in das Wachstum, denn es werden Deckungsbeiträge in verschiedenen Ländern generiert, wo das Unternehmen schon seit mehreren Jahren arbeitet. Solange das so weiter geht, sollten die steigenden Gewinne ein starker Renditetreiber für die Investoren in den kommenden Jahren sein.

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Motley Fool besitzt und empfiehlt Netflix.

Dieser Artikel wurde von Andrés Cardenal auf Englisch verfasst und wurde am 04.09.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.



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Die Mission von The Motley Fool ist: Der Welt zu helfen, besser zu investieren. Fool.de zeigt den Menschen, bessere finanzielle Entscheidungen zu treffen. Um dieses Ziel zu erreichen, bietet Fool.de Kommentare und Tipps zum Aktienmarkt, allgemeinen Investmentthemen und Investitionsmöglichkeiten. The Motley Fool ist Verfechter des Shareholder Value und setzt sich unermüdlich für den individuellen Investor ein.

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