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Siegt bald die Vernunft? Im aktuellen Ölkampf gibt es keine Gewinner, sondern nur den "Biggest Loser"

13.09.2016, 15:21  |  2973   |   |   

Im August haben die OPEC-Mitglieder insgesamt weniger Öl produziert. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich jedoch, dass die üblichen Verdächtigen - vornehmlich die Golfstaaten - weiterhin fleißig gepumpt haben. Auf Dauer dürfte das auch ihnen zum Verhängnis werden. 

Die gute Nachricht gleich vorweg: Im August ist die allgemeine Ölfördermenge der 14 OPEC-Länder laut "Business Insider" um insgesamt 23.000 bpd (Barrel pro Tag) auf 33.2 Millionen bpd zurückgegangen. Sind die angriffslustigen Mitglieder aus der Golfregion etwa doch zur Besinnung gekommen?

Die Antwort lautet: Leider nein. Tatsächlich wurde dort sogar wieder ein neuer Rekord aufgestellt. Nachdem Saudi Arabien bereits im Juli so viel Öl wie niemals zuvor gefördert hatte, zeigte es im August einmal mehr seinen strategischen Stinkefinger. So sei die Produktion im letzten Monat um über 25.000 bpd angestiegen, auch im Iran sowie in Kuwait wurde der Ölhahn noch weiter aufgedreht.

Oberflächlich betrachtet scheint das Muskelspiel den Golfstaaten bislang nur wenig Probleme bereitet zu haben. Mit ihren hohen Ölvorkommen und anhaltendem Wohlstand im Rücken konnten sie dem Preisverfall bislang recht mühelos standhalten - ganz im Gegensatz zur Gruppe der "Fragile Five" ("Fragile Fünf").

Zu dieser zählt das Rohstoff-Expertenteam von RBC Capital Markets die OPEC-Mitglieder Libyen, den Irak, Nigeria, Algerien und Venezuela. Sie alle befinden sich ob der globalen Ölschwemme in einer tiefgreifenden Wirtschaftskrise und pochen schon seit Längerem auf die Einführung einer gemeinsamen Förderquote innerhalb des Kartells. Sie sind es auch, die die allgemeine OPEC-Fördermenge im August nach unten gedrückt haben. So schraubte allein Nigeria seine Produktion um rund 50.000 bpd zurück. 

Doch auch wenn sie nicht zu den fragilen Fünf gehören, kommen die Mitglieder des sogenannten Golfkooperationsrats (GCC) über kurz oder lang nicht um eine Produktionssenkung herum. Anzeichen dafür, dass deren Überlegenheit auf dem Markt nur relativ ist, gibt es genug. In Saudi Arabien sind die Währungsreserven seit Beginn der Ölkrise um 190 Billionen Dollar zurückgegangen, die Sparprogramme nehmen daher - zum Leidwesen der Bevölkerung - immer gewaltigere Dimensionen an. Eine ähnliche Entwicklung ist auch beim Konkurrenten Iran zu verzeichnen. 

"All das unterstreicht die Tatsache, dass in diesem Preisumfeld kein souveräner Produzent wirklich als Gewinner gekürt werden kann", schrieb das RBC-Team in seinem neuesten Bericht. "Vielmehr ist es nur eine Frage, welches der Pleite-Länder zum Biggest Loser ernannt werden kann."

Die jüngsten Äußerungen vonseiten Saudi Arabiens deuten zumindest darauf hin, dass man sich der schwelenden Gefahr - auch oder vor allem für das eigene Land - durchaus bewusst ist. Im Rahmen des G20-Gipfels in China einigte sich das Königreich mit Russland in Sachen Ölförderung zu kooperieren und eine "Arbeitsgruppe" zur Marktstabilisierung zusammenzustellen.

Einen Tag später ließ auch der Iran ein vorsichtiges Interesse an einer gemeinsamen Drosselung durchklingen. Bislang hatte sich der schiitische Gottesstaat von jeglichen kollektiven Kürzungsvorhaben distanziert und nach der Aufhebung westlicher Sanktionen eine Verdoppelung der hauseigenen Förderung angekündigt.

Laut Mohsen Ghamsari, Leiter der Abteilung für auswärtige Angelegenheiten bei der staatlichen National Iranian Oil Company sei man bereit, die Produktion dann zurückzufahren, wenn man das ursprüngliche Niveau von vor Beginn der Sanktionen erreicht habe. Das waren damals vier Millionen Barrel pro Tag, aktuell liegt die iranische Förderquote bei 3,8 Millionen.

Wertpapier: Öl (Brent), Öl (WTI)


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Im August haben die OPEC-Mitglieder insgesamt weniger Öl produziert. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich jedoch, dass die üblichen Verdächtigen - die Golfstaaten - weiterhin fleißig gepumpt haben. Auf Dauer dürfte das auch ihnen zum Verhängnis werden.

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